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News: Moderne Regierung

Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support

Michael Nickles / 7 Antworten / Baumansicht Nickles

Bild. Reichtagsgebäude. (Foto: Wikimedia Commons, Jürgen Matern, http://www.juergen-matern.de )

Microsoft hat alles gegeben um Windows XP platt zu machen, es sich endlich vom Halt zu schaffen. Seit Windows Vista wird getrommelt, dass die Zeit zum Wechsel auf ein moderneres Betriebssystem reif ist. Jegliche Aufklärungsarbeit war aber eher vergeblich.

Selbst nach Einstellung des offiziellen Supports von Windows XP im April 2014 und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken ist der Betriebssystemgreis immer noch in Privathaushalten und auch Unternehmen im Einsatz.

Zu den hartgesottenen XP-Freunden zählt laut Bericht des Handelsblatts der deutsche Bundestag. Auf etlichen Rechnern von Abgeordneten und Mittarbeitern sei unverändert der Betriebssystemgreis im Einsatz. Auf Sicherheit ist die Regierung aber dennoch bedacht und lässt dafür ordentlich was springen.

120.000 Euro sollen fließen, damit Microsoft die XP-Systeme des Bundestags noch mit Sicherheits-Updates versorgt. Das teilte die Behörde auf Anfrage des Handelsblatts mit. Im Bundestag sollen 7.300 Computer im Einsatz sein, wieviele davon noch mit XP laufen ist nicht bekannt.

Für Diskussionsstoff sorgt jetzt selbsterklärend die Tatsache, dass diese "Sonderausgabe", die der Steuerzahler trägt, gewiss vermeidbar gewesen wäre. Das Support-Ende von Windows XP im April 2014 hat Microsoft bereits vor rund 7 Jahren bekanntgegeben. Es bestand also gewiss genug Zeit sich drauf vorzubereiten.

Michael Nickles meint:

120.000 Euro - lachhaft, Portokasse! Diskussionen in Richtung  Steuerverschwendung halte ich für verschwendete Energie. Spannender ist gewiss die Frage, wie es überhaupt dazu kam, dass Windows XP im Bundestag immer noch lebt.

Sind die IT-Verantwortlichen dort Pfeifen oder wissen sie vielleicht irgendwie (wie auch immer) was sie tun? Spannend finde ich im Zusammenhang, dass es den Bundestag nur lachhafte 120.000 Euro kostet, um das XP von vermutlich "tausenden" PCs sicherheitstechnisch frisch zu halten.

Die dadurch immer noch nötige Wartung von XP kostet Microsoft gewiss einen Batzen Kohle und Resourcen. Es muss da schon eine gewisse "kritische Masse" an Betroffenen geben, damit sich das lohnt.

Kürzlich war hier ein Vertreter einer sehr großen Versicherung zu Besuch, von dem ich mich wegen Optimierung meiner Brandschutzversicherung beraten ließ. Zum Kalkulieren klappte er seinen Laptop auf und wer mag darf raten welches Betriebssystem hochgefahren ist.

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mi~we Michael Nickles

„Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support“

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Sind die IT-Verantwortlichen dort Pfeifen

Dabei  wurde doch noch Anfang des Jahres berichtet: "Die Migration aller noch unter Windows XP laufenden IT-Arbeitsplätze hat begonnen..."

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Windows-XP-noch-auf-Dreiviertel-der-Rechner-im-Bundestag-2104836.html

(laut dem Heise-Bericht ging es um etwa 5400 Rechner). Hat man wohl doch etwas zu lange gewartet.Zwinkernd

"Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum." (Marc Aurel)
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Systemcrasher Michael Nickles

„Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support“

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Sind die IT-Verantwortlichen dort Pfeifen oder wissen sie vielleicht irgendwie (wie auch immer) was sie tun?

.... denn sie wissen nicht, was sie tun ...

Spannend finde ich im Zusammenhang, dass es den Bundestag nur lachhafte 120.000 Euro kostet, um das XP von vermutlich "tausenden" PCs sicherheitstechnisch frisch zu halten. Die dadurch immer noch nötige Wartung von XP kostet Microsoft gewiss einen Batzen Kohle und Resourcen.

Von dem Standpunkt betrachtet, ist die Verschwendung von Steuergeldern natürlich Korinthenkackerei.

Evtl. hatten die Verantworlichen aber nur Angst, mit nem neueren Windows die NSA einzuladen....

Dennoch: Es ist (sogar Linuxanwendern) seit langem bekannt, daß XP abläuft. Unverantwortlich ist es, daß dennoch rund 5.000 Behörden-PCs nur im Bundestag) unter XP laufen. 

Zumindest dort, wo keine MS-exklusive Software laufen muß, sollte aus verschiedenen Gründen Linux auf Behördenrechner installiert werden, die Damen und Herren sollen sich nicht so anstellen, wenn statt Word LIbre/OpenOffice und stat Excel Libre/Opencalc läuft.

Allerdings NICHT aus Kostengründen, sondern aus Sicherheits- und Unabhängigkeitsgründen.

Ordentlich gewartet ist ein Buissiness-Linux nämlich auch nicht günstiger.

I-Mac, I-Pod, I-Pad, I-Phone, I-Tunes, I-Diot
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Alpha13 Systemcrasher

„.... denn sie wissen nicht, was sie tun ... Von dem ...“

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Dann kennst du Otto Normaluser (und die Lobbyisten) sowas von definitiv nicht, die PCs werden irgendwann auf W7 oder u.U. auf W10 umgestellt, alles andere ist da Wunschdenken und sonst nix...

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reader Michael Nickles

„Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support“

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Ich würde es anders sehen:

1) umstellung von TAUSENDEN von PCs auf ein neues betriebssystem würde sicher WEIT mehr als 120 k€ kosten. Bedenkt da evtl. sekundärsoftware, serverstruktur, nachschulungen etc.

2) versorgen von XP mit patches ist vltl Arbeit für halbes Dutzend Leute die MS eigentlich in die Rente schickte, die aber noch in Teilzeit arbeiten. Es ist ja nur löcher stopfen, kommen keine features dazu. Ein paar Leute die den Code in und aus kennen schaffen das eher zügig. Da sind 120 000 € gar nicht so wenig - das ist ca. ein Entwickler in vollzeit.

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InvisibleBot Michael Nickles

„Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support“

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Das Betriebssystem in einer Behörde umzustellen ist nicht so einfach wie ihr euch vorstellt. Die haben oft irgendwelche Programme, die nicht einfach so unter einem anderen Betriebssystem oder auf einem anderen Server laufen. Oder PCs die für das neue Betriebssystem nicht mehr geeignet sind. Oder beides.

Bevor man das Betriebssystem umstellen kann, muss man erstmal die Hardware anpassen und solche alten Programme fit für die neue Umgebung machen - sofern das überhaupt geht. Wir reden da von irgendwelchen Spezialentwicklungen, die teils für Win98 oder NT entwickelt, für XP angepasst wurden und schon jahrzehntelang laufen. Kostet Zeit und einen Haufen Geld. 

Alternativ muss eine andere Software beschafft werden, die auf dem neuen Betriebssystem funktioniert. Das läuft aber meist auf eine komplette Neuentwicklung hinaus, da sich die Anforderungen von Behörden nicht mit Anpassungen irgendeiner Standardlösung unter den Hut bringen lassen. Das gibt dann eine Bedarfserhebung, eine Ausschreibung, ein Auswahlverfahren usw., bevor ein Anbieter gefunden ist und anfangen kann zu entwickeln. Kostet noch mehr Zeit und noch mehr Geld.

Gemessen daran sind die 120k für die Weiterverwendung von XP geradezu lächerlich. Außerdem ist eine Umstellung oft nicht zeitkritisch, weil die PCs sowieso keine Internetanbindung haben und Sicherheitslücken daher keine Rolle spielen.

- Beat the machine that works in your head! -
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Schleppy Michael Nickles

„Bundestag blecht 120.000 Euro für Windows XP Support“

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konnte kürzlich einen neuen/alten Quad-PC mit XP erstehen ... - meine Video-Schnittkarte hat da reingepaßt und die Software war auch kompatibel;

Meine SCSI-Kontrollerkarte ging auch hinein, die Software dazu hat das System auch nicht abgelehnt und auch sofort die aktuellen Treiber installiert ... an der Scanneranpassung muß ich allerdings noch arbeiten, die Software wurde vom BS akzeptiert.

Und was noch ganz toll ist: es sind massig 1394-Anschlüsse vorhanden.

Ein Steckplatz war auf dem Board noch frei, - dafür habe ich mir eine USB 3.0-Karte besorgt.

XP hatte ich bisher noch nicht ... mir gefällt es aber und mit dem Gerät macht es spaß - bis auf den lauten Lüfter.

In einen modernen Rechner hätten die beiden erstgenannten Karten nicht reingepaßt, - und die Software dazu gibt es auch nicht für die neuen Betriebssysteme ...

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Alekom Michael Nickles

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warum sich auf was neues einstellen müssen, wenn es SO auch einfach geht?

der "gemeine" mitarbeiter wird einen teufel tun sich umzustellen wenns vermeidbar ist.

Alles hat seinen Sinn, auch das scheinbar Sinnlose, denn es gibt nichts ohne Sinn.
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