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Ubuntu-Linux für den 99 Euro PC - gescheiterter Versuch

Ubuntu hat sich zu einer der beliebtesten Linux-Distributionen entwickelt. Es ist bekannt und bei Bedarf findet man im Internet leicht Hilfe. Die Softwareauswahl ist riesig. Damit war es natürlich der erste heiße interessante Kandidat um als Betriebssystem für den 99 Euro PC zu dienen. Testweise wurde dem 99 Euro PC mal ein CD-Laufwerk drangehängt und eine aktuelle Ubuntu Live Version gebootet. Das klappte tadellos, die Hardware des Billigst-Rechners wurde perfekt erkannt und bei der Grafik gab es eine Überraschung:

Hier wurde Ubuntu mit Gnome-Desktop und sämtlichen möglichen 3D-Effekten und schicker Fenster-Transparenz mit Bildschirmauflösung 1680 x 1050 auf einem 22 Zoll Display gefahren.

Obwohl der 99er nur eine recht betagte Celeron CPU mit 2,6 GHz und "billige" Onboard-Grafik hat, packte er die hohe Auflösung mühelos, es konnte tadellos schnell und beqeuem mit dem Rechner gearbeitet werden. Und die 3D- und Fenster-Effekte von Ubuntu mit Gnome/Beryl lassen Microsofts Windows 7 3D-Desktop definitiv lächerlich aussehen.

Konkret reichte die 99er Basis also perfekt aus um das beliebte Ubuntu-Linux zu betreiben.

Unter http://wiki.ubuntuusers.de/Live-USB\ findet sich eine Anleitung um Ubuntu von der Live-CD auf einen USB-Stick zu installieren. Zum dauerhaften Speichern von Daten wird dabei eine  speziell benannte Partition eingerichtet. Das klappte alles generell wunderbar. Aber: die Bootzeit ist bei Ubuntu von einer Live-CD bereits elend lang, das Booten von einem USB-Stick dauert bis zu 5 Minuten.

Inzwischen ist es recht einfach geworden, Ubuntu auf einen USB-Stick zu installieren. Wir haben das natürlich ausprobiert. Es funktioniert okay, aber nicht wirklich schnell. Für ein Notfall-System reicht es aus, aber zum permanenten Arbeiten ist es weniger geeignet.

Natürlich bleibt Ubuntu ein potentieller Kandidat für einen künftigen Nickles-99-Euro-PC.

Interessante Kandidaten für einen 99 Euro PC sind natürlich auch alle Linux-Distributionen/Varianten, die für Netbooks konzipiert sind - auch die sind typischerweise recht schlank. Eine davon ist beispielsweise Ubuntu Netbook Remix:

Netbook-Linux-Varianten kommen mit eigenwilligen Desktops, die für kleine Displays optimiert sind.

Das Problem bei diesen Netbook-Linux-Lösungen: ihr Desktop ist generell für die recht kleinen Displays von Netbooks optimiert und bedient sich dadurch entsprechend anders. Auch wird bei "schwachen" Netbooks nicht häufig mit mehreren Anwendungen gleichzeitig gearbeitet. Im Fall eines Desktop-PCs mit größerem Bildschirm ist das also eher weniger geeignet.

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