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Surfsticks - unverzichtbare Hardware durchleuchtet

So man kein mobiles Gerät mit eigenem "Kartenschlitz" verwendet (Smartphones, spezielle Netbooks- und Tablet-PC-Modelle), also beispielsweise einen normalen Laptop, braucht es für mobiles Surfen erstmal die nötige Hardware, typischerweise einen "Surfstick":

Ein Surfstick ist hardwaremäßig quasi ein „USB-Stick“, in den eine „Handy-Prepaid-Karte“ reingesteckt wird. Als Zusatzfunktion kann so ein Stick beispielsweise noch einen Steckplatz für eine Mini-SD-Speicherkarte haben, ist dann auch als Speicherstick verwendbar. Auch gibt es gegen Aufpreis Surfsticks, in die ein "DVB-T"-Fernsehempfangsteil eingebaut ist. Das sind generell alles nur Gimmicks.

Surfsticks kriegt man entweder einzeln oder typischerweise von einem Anbieter als "Paket" mit einer SIM-Karte, einem "Tarif". Damit fängt das erste Problem auch schon an: im Fall eines "Pakets" kriegt man halt den Surfstick, den ein Anbieter grad liefert. Verzichtet man auf ein Paket und kauft einen Stick einzeln, kann man sich sein "Wunschmodell" gezielt aussuchen aber hat dann ein anderes Problem: diverse Anbieter, teils besonders interessante und günstige, bieten nur Pakete mit Stick und keine einzelne Prepaid-Karten an.

Pauschal gilt: Natürlich werben alle Anbieter damit, einen Surfstick mit besonders genialer Leistung, exzellenter Hardware-Innerei zu liefern. Tatsächlich steckt in den meisten Surfsticks Elektronik eines Herstellers wie beispielsweise von Huawei, die Dinger sind also weitgehend baugleich. Natürlich verbessern die Elektroniklieferanten alle Weile ihre Bauteile und es gibt dadurch bessere und schlechtere Sticks. Anbieter von Surfsticks verbauen also beispielsweise Elektronik von Huawei, gestalten den Stick dann aber nach ihren Vorstellungen: durch Firmware, Verbindungs-Software und Extras die es gibt oder nicht.

Ein Extra ist beispielsweise, einen Stick durch Einstecken einer Mini-SD-Karte auch gleichzeitig als Speicherstick verwenden zu können. So ein interner Speicherkarten-Schlitz ist inzwischen quasi Standard, fast jeder Surfstick hat das. Es ist also keine nennenswerte Besonderheit (und hat mit Surfen im Prinzip sowieso nichts zu tun).

Surfstick-Hardware-Faktor

Tipp

Surfstick-Geschwindigkeit

Natürlich sollte die Surfstick-Hardware den schnellstmöglichen Übertragungsstandard unterstützen - auch wenn ein Anbieter diesen Standard (noch) nicht flächendeckend unterstützt. Mit einem schnellen "HSDPA-Stick" kann schließlich auch mit lahmeren Standards wie GPRS gesurft werden.

Aktuell werden eigentlich nur noch Sticks mit HSDPA 3,6 MBit/s oder HSDPA 7,2 MBit/s angeboten. Bietet ein Anbieter beide Varianten an, dann macht das meist nur einen Preisunterschied von 10 Euro für den schnelleren Stick aus.

Hat ein Anbieter NUR einen "3,6 MBit/s" schnellen Stick, dann ist das kein Beinbruch. Die "Höchstgeschwindigkeit" von 7,2 MBit/s kriegt man aktuell sowieso nur in eher seltenen Situationen!

SIM-Lock / Net-Lock

Im Idealfall kriegt man einen total freien Surfstick, der mit beliebigen SIM-Karten beliebiger Anbieter genutzt werden kann (vor allem wichtig im Ausland!).

SIM-Lock bedeutet, dass ein Stick nur exakt mit einer, der typischerweise mitgelieferten SIM-Karte eines Anbieters funktioniert.

Net-Lock heißt, dass ein Stick nur im Netz eines bestimmten Anbieters genutzt werden kann. Bei WEM man die SIM-Karte für dieses Netz kauft ist schnuppe.

Es ist also egal, ob man die Karte direkt beim Netzanbieter kauft, oder beim "Gemüsehändler", der ein Weiterverkäufer dieses Netzanbieters ist.

Bild. Ein vertragsfreier Surfstick ohne Sperre muss nicht teuer sein! Hier bietet Aldi/Medion einen SIM-LOCK freien Stick für gerade mal 40 Euro an.

Speicherkarten-Steckplatz

Per SD-Speicherkarte wird der Surfstick gleichzeitig ein "USB-Speicherstick". Das ist inzwischen eigentlich Standard, keine wirkliche Besonderheit.

Übrigens: Eventuell kann ein Stick das, aber sein Anbieter hat den Zugangsschlitz im Stickgehäuse weggelassen - dann lässt sich eventuell durch "Rumbasteln" was machen.

Externer Antennenanschluss

In Surfsticks sind bauartbedingt nur extrem winzige "Antennen"  drinnen. In empfangsschwachen Gebieten kann eine externe Antenne einen wichtigen Leistungskick bringen. Externe Antennen gibt es viele bereits für wenig Kohle, aber die wenigsten Sticks haben eine Anschlussbuchse für so eine externe Antenne! Sticks aus "Komplettpaketen" haben typischerweise keine.

In sehr vielen Fällen kann man einen Stick allerdings auf externe Antenne umrüsten oder ihm eine Antennenanschlussbuchse verpassen. Je nach Stick-Modell ist das recht simpel oder eher kompliziert. Im Internet gibt es zig Anleitungen und Infos zu gängiger Surfstick-Hardware und was sich bezüglich externer Antenne drehen lässt.

Es lohnt sich das also schon vor Kauf eines Sticks mal abzuchecken. Details zu externen Antennen an Surfsticks gibt es im Surfstick-Tuning-Beitrag dieses Schwerpunkts.

Farbe

Absurd aber wahr: diverse Anbieter bieten Surfsticks in verschiedenen Farben an. Wer unbedingt mag, kriegt also auch einen pinkfarbenen. Praktisch ist die Farbe natürlich restlos schnuppe - so man nicht permanent bei brütender Sonneneinstrahlung surft. Dann ist ein "schwarzes" Gehäuse wohl eher unpraktisch.

Praktisch alle Anbieter von mobilem Internet haben inzwischen bereits zig verschiedene Stickmodelle rausgelassen. Entscheidend ist dabei, welche mobilen Internetstandards ein Stick überhaupt unterstützt (und welche ein Anbieter überhaupt bietet!)…

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