IO Probleme mit Windows - Seite 2

Steinzeit schlägt zu

Steinzeit-Terror auf modernen PC

Es war einmal eine Zeit, da waren IDE-CD-Laufwerke und IDE-Festplatten extrem lahm. Sie wurden im sogenannten PIO-Modus angesteuert. Bei diesem Zugriffsmodus wird der Prozessor brutal belastet - Schreib-/Lesezugriffe auf ein Laufwerk fressen sozusagen die komplette verfügbare Rechenleistung. Aus diesem Grund wurden die PIO-Modi abgeschafft und durch DMA ersetzt. Bei DMA-Ansteuerung wird der Prozessor nur wenig belastet. Die Übergangszeit von PIO zu DMA war recht krätzig.

DMA funktioniert nur wenn der Festplatten-Controller und die Laufwerke dieses DMA beherrschen. Das war in der Übergangszeit kritisch. Seit einigen Jahren beherrschen allerdings ALLE Laufwerke (CD, DVD, Brenner, Festplatten) einen DMA-Modus - meist den schnellsten UDMA5 oder UDMA6. Generell ist JEDER DMA-Modus besser als PIO.

Leider sind alle heutigen modernen Controller und Laufwerke nach wie vor abwärtskompatibel zu PIO-Modes. Selbst auf einem brandneuen PC können Laufwerke wahlweise mit DMA oder PIO betrieben werden.

Und genau da fängt der Mist an! Es kann jederzeit passieren, dass Windows XP bei einem Laufwerk plötzlich vom schnellen DMA-Betrieb auf den stinklahmen PIO-Modus umschaltet. Dabei erfolgt keinerlei Warnhinweis, XP macht es einfach. Und das Laufwerk verbleibt dann im PIO-Modus - auch nach einem Windows-Neustart - und wird zur dauerhaften Bremse im System.

HINWEIS: Dieser Beitrag geht logischerweise davon aus, dass DMA-taugliche Controller und Laufwerke vorhanden sind. Wer in seinem PC noch eine 10 Jahre alte Platte drinnen hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie im PIO-Modus läuft - sie kann halt nur PIO.

Die Mega-Bremse - alle Windows-Anwender betroffen

Kurzum: Je mehr Festplatten sich in einem Windows XP Rechner befinden, desto höher ist die Gefahr, dass eine versteckte Bremse vorhanden ist! Wird auf die "gebremste" Platte geschrieben oder von ihr gelesen, bricht die PC-Leistung zusammen. Das äussert sich beispielsweise darin, dass Videos von dieser Platte nur noch "rucklig" abgespielt werden können, oder das Video stottert, wenn nebenbei noch etwas anderes mit dem PC gemacht wird.

Besonders fatal wird die Sache, wenn ein Filesharing-Programm wie Emule oder KaZaA auf eine gebremste Platte schreibt, da hierbei permanent Schreib-/Lesezugriffe erfolgen. Wer den Systemmonitor anwirft stellt dann beispielsweise fest, dass Emule den Prozessor zeitweise bis zu 100 Prozent belastet. Schuld ist dann nicht das Filesharing-Programm, sondern die durch PIO-Betrieb gebremste Platte.

Ob der Rechner lahmt oder rennt hängt also von der jeweiligen Situation ab: So lange eine "PIO- Platte" nur im System installiert ist, aber gerade nicht arbeitet, ist alles in Ordnung. Sobald die Platte allerdings angesteuert wird, geht die Geschwindigkeit in die Knie.

HINWEIS: Das Problem existiert bei ALLEN Windows-Versionen ab Windows 2000 und es wird bei Windows XP auch durch das Servicepack 2 nicht beseitigt!

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