Soundkarten Know-How - Seite 2

Soundkartenklassen: Was jetzt Sache ist

Soundkartenklassen: Was jetzt Sache ist

Von technischen Innereien mal abgesehen, lassen sich Soundkarten letzten Endes auf drei Hauptklassen reduzieren:

Soundkartentyp Bemerkung
Stereo

Die billige Stereoklasse hat in der Regel nur wenige Buchsen am Blech: Als Eingänge sind wie bei allen Soundkarten Mikrofon- und Audio-Eingang vorhanden. Als Ausgang gibt's lediglich einen Stereo-Ausgang an den zwei Lautsprecherboxen angeschlossen werden. Diese 9 Euro 90 Butterbrot-Klasse reicht immerhin aus um MP3-Audio gut wiedergeben zu können: Musik braucht halt nur Stereo. Für Spiele- und PC-Heimkino-Freaks reicht diese Minimalstlösung heute nicht mehr aus.
4-Kanal-Soundkarte

Für einen Zehner mehr gibt's Soundkarten mit vier Ausgängen. Es kann also ein weiteres Lautsprecherpaar (hinten links und hinten rechts) angeschlossen werden. Damit wird echter Raumklang erstmals möglich! Wer von einer Stereokarte zu einer 4-Kanal-Karte aufsteigt kann die alten Boxen weiterverwenden, kauft einfach noch ein weiteres Boxenpaar für hinten dazu. Dieses billige 4-Kanal-Setup reicht für die meisten Spiele mit Raumklangunterstützung fett aus. Auch DVDs kriegen mit vier Kanälen schon mal einen ordentlichen akustischen Kick.
6-Kanal-Soundkarte (5.1)

Die Luxusklasse (ab 40 Euro) unterstützt sechs Lautsprecher: drei vorne zwei hinten und einen Subwoofer (für Bässe). Die vordere Zentralbox und der Subwoofer werden in der Regel über eine weitere Stereobuchse am Soundkartenblech rausgeführt. Bei moderneren Soundblaster Live-Karten kann die Digital-Out-Buchse wahlweise für ein digitales Signal oder für analoge Versorgung von Center-Lautsprecher und Subwoofer umgeschaltet werden. 6-Kanal-Soundkarten reichen für praktisch alle denkbaren Einsatzbreiche, auch perfektes PC-Heimkino-Audio aus. Problem der Luxusklasse: Maximale Leistung setzt entsprechende Boxen mit Subwoofer voraus.


Um es kurz zu machen: Wenn Dir 3-D-Sound bei Spielen egal ist und Du auch null Wert drauf legst, den PC als DVD-Heimkino zu verwenden, dann ist das Thema an dieser Stelle für Dich erledigt: Die billigste Karte reicht aus. Wem's nur um Audio am PC geht und Spiele Vorrang haben, dann bist Du mit der Billigstlösung gut bedient, eine Soundkarte mit analoger 4-Lautsprecher-Unterstützung reicht fett aus. Nur wenige Spiele schaffen es, mehr als Stereo rauszulassen, und alle die mit Raumklangverfahren wie EAX arbeiten, brauchen dafür höchstens vier Lautsprecher. Willst Du Dein Arbeitszimmer zum Heimkino machen und den PC zum DVD-Gucken verwenden, dann sieht die Sache schon ganz anders aus!

Wer Spaß an Sound hat - und vor allem auch genug Platz, um 4 bis 6 Lautsprecher aufzustellen - für den gilt: Das interessanteste Preis-Leistungs-Verhältnis und die modernste Technik bieten die 6-Kanal-Soundkarten. Noname-Modelle (inklusive optischem Ein-/Ausgang!) wandern bereits für 40 Euro über die Theke, Markenkarten von Terratec oder Creative Labs kosten zwischen 60 und 80 Euro. Die 6-Kanal-Karten haben in der Regel auch die bessere und vielfältigere Technik drauf als die kleineren Klassen. Aber bedenke eines: Je mehr Du eine 6-Kanal-Soundkarte ausreizen willst, desto härter wird die Sache. Es reicht nicht aus, einfach 4 bis 6 Boxen zu verkabeln - der ganze Kram muss auch softwaremäßig konfiguriert werden. Mit den für Mehrkanal-Sound-Einstellungen zuständigen Einstelldialogen in Windows lässt sich ein kompletter Wohnraum tapezieren. Software, Treiber und vor allem Support sind bei Mehrkanal-Soundkarten entscheidend.

Also: Lass die Finger von Noname-Karten! Kauf eine Marken-Mehrkanalkarte für 60 bis 80 Euro und basta. Wer mag, kann an so eine Luxussoundkarte erst mal nur zwei Boxen dranhängen, oder nur vier (zwei zusätzliche für hinten). Heikel wird's erst beim Anschluss von 6 Lautsprechern, also einem zusätzlichen Zentrallautsprecher für vorne Mitte und einem Subwoofer für Bass-Power. Hier heißt es Abschied nehmen von den spottbilligen PC-Aktivboxen, die Du neulich für 10 Euro bei Tchibo erstanden hast. 6-Kanal-Raumklang setzt Lautsprecher und einen Subwoofer voraus, die möglichst gut aufeinander abgestimmt sind. Nachdem Du Dich für eine Grundklasse entschieden hast, kommt es auf die technischen Werte an.

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