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REPORT: Android Tablets - Pleiten vermeiden, echte Schnäppchen finden

Android-Tablets gibt es wie Sand am Meer, in zig Varianten und in zig Preisklassen. Es geht bei rund 50 Euro los und rauf bis in "Ipad-Preisregionen". Wie viel muss man ausgeben, um ein wirklich ordentliches Android-Tablet zu kriegen? Wo lauern Tücken, wo müssen Kompromisse gemacht werden, wie kriegt man geniale Vorteile? Dieser Report erklärt alles, was für die optimale Kaufentscheidung wichtig ist.

Bild. Xoro Android-Tablet mit Retina-Auflösung. Preis: unter 200 Euro. (Foto: Mas Elektronik)

Die Preisspanne bei Android Tablets ist irre. Es geht bereits um 50 Euro los und hört bei weit über 500 Euro auf. Preiswert sind gewiss alle Geräte. Aber wie viel muss geblecht werden, um ein wirklich sinnvolles brauchbares Teil zu kriegen?

Tablets sind extrem komplexe Geräte, viele Details sind zu beachten. So ein Ding lässt sich nicht im Hauruck-Verfahren in ein paar Stunden testen und beurteilen. Genau das scheint bei der "Fachpresse" aber die Tagesordnung zu sein. Es ist erschreckend, wie viele "Technik-Blogger" Geräte mal so eben durchwinken und einen Empfehlungsstempel draufhauen. Ahnungslose Leute glauben dann, dass sie für "nur 150 Euro" ein Schnäppchen machen und erfahren gar nicht, dass es für ein paar Kröten mehr viel bessere Geräte gibt. Über Kaufempfehlungen, die in irgendwelchen "Fotostrecken" runtergeleiert werden, mag ich mich erst gar nicht mehr aufregen.

Auch den Weg in den "Elektronik-Discounter-Großmarkt" kann man sich eigentlich schenken. Es scheint mir, dass dort neben sauteuren Highend-Geräten typischerweise ganz bewusst nur günstigere Schrottgeräte platziert werden.

Das macht der bevorzugten Zielgruppe - leichtgläubigen Kunden - klar, dass ein Tablet für 500 Euro halt nun mal viel besser als eins für 200 Euro oder weniger ist. Und die Krönung ist dann, wenn der Kunde bei diesem "viel besseren" 500 Euro Tablet auch noch einen überteuerten Ladenhüter angedreht kriegt, irgendein Vor- oder Vor-vor-Modell des wirklich aktuellen Top-Models.

Tatsache ist: wem Geld egal ist, der kann ein 500 Euro oder noch teureres Topmodell-Tablet nehmen und fertig. Abseits davon bieten aber gerade eher unbekannte Android-Geräte ein hohes Potential enorme Ausstattung zu günstigem Preis zu ergattern - und sogar mehr, als bei vielen teueren Luxus-Modellen - wenn man weiß, worauf es ankommt. Und genau darum geht es in diesem Report.

Hinweis: Für diesen Report wurde beispielhaft das preiswerte Android-Tablet Xoro 9720 QR (unter 200 Euro) einem sechsmonatigen Dauertest unterzogen. Es ging darum intensiv durchzutesten, was derlei preiswerte Tablets in der Praxis taugen, worauf es bei der Kaufentscheidung ankommt. Und schon mal vorab: solche "unter 200 Euro"-Tablets können es durchaus mit zwei- bis dreimal so teuren "Marken-Tablets" aufnehmen, übertreffen sie teils sogar!

Bild. Google Nexus Tab mit 10 Zoll Display. Das "Original" vom Android-Erfinder kostet mit 32 GByte Speicher 499 Euro. (Foto: Google)

Eine erste Anlaufstelle für Android-Tablet-Interessenten ist natürlich erstmal Google. Das Original von Google, das Nexus Tab, kostet mit 10 Zoll Display und 32 GByte rund 500 Euro, hat 2.560 x 1.600 Pixel Auflösung im 16:10 Format (Googles Beschreibung auf www.google.de/nexus/10/ mit Angabe 16:9 ist falsch). Google bewegt sich mit 500 Euro also preislich schon mal in der Oberklasse.

Ein erstes Ko-Kriterium bei den Google-Tablets ist, dass sie keinen Speicherkarten-Steckplatz haben, der Speicher nicht erweiterbar ist. Zweites Ko-Kriterium für Fans digitaler multimedialer Inhalte ist das "Breitbildformat" der Nexus-Geräte. 16:10 ist zwar nicht ganz so schlimm wie 16:9, aber das perfekte Format für alle erdenklichen Zwecke ist 4:3.

Apple setzt gewiss aus gutem Grund bei seinen Tablets konsequent auf das ergonomische 4:3 Format, das aktuelle Ipad Air hat ein 9,7 Zoll Display mit 4:3 Format und 2.048 x 1.536 Pixel. Warum das 4:3 Format bei Tablets entscheidend ist, wird hier ausführlich erklärt: REPORT: Tablet-Displays und Ergonomie - unterschätzte Faktoren.

Wer abseits der Apple-Welt ein brauchbares und bezahlbares Tablet mit 4:3 Display haben will, für den wird es verdammt eng. Es gibt zwar verdammt viele Android-Tablets, aber halt nur wenige mit 4:3. Aus welchem Grund auch immer, kommen die meisten Androiden im 16:10 Format.

Aber es gibt  Ausnahmen…

Kommentare zu diesem Artikel (13)

xafford
Test
papa-frank1
Die Programme von Android haben nicht die Leistungfähigkeit von Windows Anwendugen. Daher glaube ich nicht das Android auf lange Sicht, eine Chance hat Windows zu konkurieren.
schuerhaken
Mir scheint dieser Report eher eine Werbung für 4:3 und ein Votum für ein bestimmtes Tablet zu sein.
Michael Nickles
@schuerhaken: Ich habe ausdrücklich mehrfach darauf hingewiesen, dass das Xoro-Tablet nur exemplarisch einem Dauertest unterzogen wurde. Dabei wurden unter anderem die Stärken und Schwächen des Geräts beschrieben und worauf bei Tablets eben generell zu achten ist. Inzwischen gibt es gewiss bereits zig andere Modelle. Warum 4:3 sinnvoll ist, habe ich ausdrücklich dargelegt. Auch die aktuelle Zunahme an Modellen mit 4:3 Display belegt das gewiss. Es geht hier schlicht darum zu zeigen, worauf es beim Tablet-Kauf ankommt und nicht um Werbung.
Andreas42
Meine Erfahrungen mit einem Android-Tablet als Comic-Reader sehen anders aus. Zuerst hatte ich ein 4:3 Tablet. Dort hatte ich bei Comics im Kindle-Reader und als PDF jeweils Ränder links und rechts, bei Ausnutzung der vollen Breite musste ich wieder scrollen. Da das erste Billig-Tablet das erste Laden an der Steckdose nicht überlebt hat und Saturn direkt eine Rücknahme angeboten hat, habe ich dann zu einem Lenovo Yoga gegriffen (16:9). Da wurden die Comicseiten nun ohne Rand dargestellt (Scrollen enfällt natürlich). Für meinen Bedarf ist das daher die bessere Anzeige. Als PDF-Reader nutze ich übrigens den kostenlosen MuPDF. Ich habe den Foxit-Reader ebenfalls getestet, nachdem du den hier empfohlen hast, bei mir lief der aber hakeliger als MuPDF. MuPDF ist nicht wirklich komfortabel, aber dafür richtig flott. Wenn jemand ein Tablet als Reader sucht, wäre mein Tipp daher, erst einmal anzutesten, ob für den jeweiligen Anwendungsfall eher 4:3 oder 16:9 taugt.
Michael Nickles
Hi Andreas, dein Darstellungsproblem mit den Comics verstehe ich nicht, beziehungsweise wie es da bei 4:3 links und rechts Ränder geben soll. Ich kenne bei digitalen Comics eigentlich nur das 4:3 Format, wie auch bei Papier-Comics. Wie die sich auf 16:9 bildschirmfüllend ohne Scrollen darstellen lassen, verstehe ich nicht. Schick mir doch bitte mal nen Screenshot. Grüße, Mike
Andreas42
Mit Screenshot und Rändern sieht es schlecht aus: das 4:3 Teil hab ich nicht mehr. Das war so ein China-Billigteil, dass nach dem ersten Laden an der Steckdose nicht mehr gestartet ist. Screenshots müsste ich machen, Fotos vom Lenovo-Tablet und PDF-Commics habe ich im Tipp zu den kostenlosen "The Walking Dead"-Comics. http://www.nickles.de/forum/mobile-computer-tablets-und-notebooks/2014/humble-bundle-drei-ausgaben-the-walking-dead-kostenlos-539075259.html
REPI
@papa-frank1 "Die Programme von Android haben nicht die Leistungfähigkeit von Windows Anwendugen. Daher glaube ich nicht das Android auf lange Sicht, eine Chance hat Windows zu konkurieren." Ich will ja hier keine Diskussion Linux/Android vs. Windows lostreten, aber wie kommst Du zu Deiner Aussage. Ich will mal frech behaupten, ebenso, wie MS im Browserbereich immer mehr Federn lässt, wird es den Rückstand im Tablet Bereich oder bei Smartphones nicht mehr aufholen.
Michael Nickles
@andreas: Ok, soweit ich nun feststellen konnte, sind die "Walking Dead Comics" wie durchaus auch andere Comics in einem Hochformat, das wohl irgendwo zwischen 16:9 und 16:10 liegt. Keines der aktuellen Tablet-Formate ist also wohl "perfekt" für jedes Comic, es ist Geschmackssache, wie man die Darstellung bevorzugt - Ränder links/rechts oder oben/unten wenn unverzerrt dargestellt werden soll. Grüße, Mike
neanderix
@papa-frank1: Das sehe ich nicht so. Softmaker Office gibt es für alle drei Plattformen: Linux, Windows und Android. Und letztere steht ihren Kollegen in nichts nach; ich habe sie auf dem Galaxy Note 2. Und es gibt etliche andere Software, die durchaus mit konventioneller Software für windows und/oder linux/Mac mithalten kann. Volker
sixty
Im November 2013 habe ich mir bei REWE das Endeavour 1010 von Blaupunkt für 199 Euro gekauft. Hat alles, was das im Artikel gelobte Xoro Pad hat - bin total zufrieden. Gelesen habe ich über das Modell noch nie was! Neulich wurde es bei real für 149 Euro angeboten. Fast hätte ich es zum Verschenken nochmal gekauft... sixty
schuerhaken
Für unterwegs habe ich mir noch ein 9"-ALLVIEW-AX4 Nano zugelegt (60 Euro, 2-Kern-ARM Cortex-A7, MALI-400 MP, Android 4.2.2; Antutu: 14.886), weil es bequem in die Tasche meiner Windjacke passt und auch 3G anbietet. Zu Hause benutze ich als Tablet nur noch das Display vom ASUS-Convertible-Notebook mit Windows 8.1. -- Warum? - Weil es sich in der Gesamt-Handhabung wesentlich eleganter darstellt als Android und kompatibel mit meinen Windows-PC's und -Notebooks ist. Als Smartphone führe ich ständig das LUMIA 630 mit, das ebenfalls unter Windows 8.1 läuft. -- Wer Beides hat und vergleichend nutzen kann, dürfte bald zu Windows neigen. Deshalb werde ich mir -- wegen der beidseitigen Kameras -- auch das Lumia 535 mit Windows 8.1 zulegen, sobald es verfügbar ist. Die Auflösungs-Hysterie lässt mich kalt.
SmallAl
Ich sehe es auch so, dass der persönliche Zweck extrem wichtig ist - für Filme nutze am liebsten mein Surface 2 (10,6 Zoll in 16:9 also meist ohne Ränder - manche Kino Filme mit kleinen Rändern "Oben/Unten". - Für mein Lieblings-Autorennspiel (Asphalt 8) ist ebenfalls das Surface der Favorit. - zum Surfen und e-Book lesesn ist mein Samsung TabPro 8.4 (T320) die schönste Lösung.

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