PC selbst gemacht - Seite 6

Prozessor und Mainboard - von dritter Welt bis 50 Euro

Die Suche nach einer billigstmöglichen Mainboad+Prozessor-Plattform war am schwierigsten. Schon mal vorab: es MUSSTE eine Basis sein, die mit DDR2-Speichermodulen arbeitet, denn die sind am billigsten zu kriegen. Alle Vorgänger-Speichertechniken wie SDRAM und DDR1 sind längst sündhaft teuer geworden, das neue DDR3 ist preislich sowieso indiskutabel.

Die Suche nach einer möglichst billigen Mainboard+CPU-Plattform war mühsehlig. Wir  blieben erstmal hier kleben:

http://www.vibuonline.de: die erste Billigstlösung die wir fanden war ein Mainboard aus der "Intel Essential"-Serie mit Modellbezeichnung "D201GLY2 S775". Es kostete inklusive Celeron-Prozessor anfangs 50,85 Euro. Ein paar Tage später kletterte der Preis auf 52,63 Euro.

Das Intel-Angebot ist ein Ding, das für dritte Welt Länder konzipiert wurde, allerdings auch hier zu kaufen ist. Es ist ein Mainboard das quasi bis zum Allernötigsten kastriert wurde und ein billiger Celereon-Prozessor ist direkt draufgelötet - das spart die Kosten für einen CPU-Sockel. Basis des billigen "D201GLY2 S775"-Modells ist ein Celeron mit 1,2 GHz - von den weiteren "Leistungsmerkmalen" sollte man besser nicht reden.

Die Aufrüstbarkeit geht bei so einem Ding natürlich nicht gegen Null, sondern weit "unter" Null - es ist beispielsweise nur ein einziger Speichermodul-Steckplatz vorhanden. Es kann schon als erstaunlich bezeichnet werden, dass immerhin EIN PCI-Steckplatz vorhanden ist. Aber es ist ohne wenn und aber eine funktionierende PC-Basis. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass Intel für dieses Dritte Welt Brett keinen eigenen Chipsatz verlötet, sondern einen des Konkurrenten SIS verwendet.

So verrückt es klingt: um Haaresbreite hätten wir uns aus Kostengründen für dieses "dritte Welt"-Brett entschieden. Und wir mussten haarscharfe Einspaarungen durchziehen um etwas Besseres anschaffen zu können. Mit "etwas Besseres" ist eine Kombination aus billigem Mainboard und billigem Prozessor gemeint.

Die billigsten Prozessoren die zu kriegen sind, sind Intel's Celerons und AMD's Semprons. Die lahmsten Celerons sind für 20 bis 30 Euro zu kriegen, meist in der Billigversion ohne Lüfter. Es gibt aber auch durchaus sogenannte "Boxed"-Varianten (mit Lüfter) für wenig Kohle:

Als billigste Intel-CPU war bei hsm-computer.com ein Intel Celeron D326+ mit 2,53 GHz für 23,90 Euro zu finden. Link: http://hsm-computer.com/hsmshop/product_info.php/info/p23_Intel-64-Celeron-D-Prozessor-326--2-53GHz-inkl--Cooler---BOXED.html/XTCsid/d9gpb75b2j5t0g8c3vchurlk67. Bemerkenswert bei diesem Angebot: beim Preis von 23,90 Euro war sogar ein Lüfter dabei!

Normalerweise kostet die Boxed-Version mit Lüfter ca 10 Euro mehr. Bei den Nachforschungen stellte sich übrigens raus, dass es generell billiger kommt einen Celeron ohne Lüfter zu kaufen und den Lüfter extra. Billige Lüfter sind ab rund 4 Euro zu kriegen - also ingesamt dann rund 32 Euro statt 35 Euro - eiskalt 3 Euro gespart. Das obige Angebot für 23,90 Euro war - nochmals bemerkt - ein eher ungewöhnliches Schnäppchen.

Zusätzllich brauchte es natürlich ein möglichst billiges Mainboard mit Onboard-Grafik, denn selbst die billigste 10-Euro Grafikkarte hätte den Preisrahmen gesprengt. So eine Lösung fand sich schließlich hier:

http://www.javento.de: hier wurde ein Intel-kompatibles Mainboard mit Onboard-Grafik vor gerade mal 32,99 Euro angeboten. Dabei handelte es sich um ein Modell des Herstellers Foxconn.

Im Hinblick auf den "Witzpreis" hat das Foxconn-Brett im Vergleich zur "Dritte Welt"-Lösung von Intel erstaunliche Ausstattungsmerkmale. Neben Onboard-Grafik (Intel 945G, GMA 950) bietet es neben IDE-Anschlüssen sogar Serial ATA, Gigabit Ethernet 8-Kanal Audio und "tonnenweise" Steckplätze: 1xPCI-Express 16x, 1x PCI-Express 1x und 2 x PCI. Kurzum also ein richtig komplettes erweiterbares Brett zum Billigstpreis.

Der billigste Intel-Prozessor mit Lüfter kostet also 23,90 Euro, das billige Brett 32,99 - macht zusammen 56,89 Euro - also knapp 4 Euro mehr als Intels "Dritte Welt"-All-In-One-Lösung. Wir würgten uns einen ab um diese 4 Euro an den weiteren Komponenten einzusparen und die Kombilösung aus CPU + Mainboard zu kriegen. Immerhin hatte der Einzel-Celeron 2,66 GHz Rechenleistung, auf dem "Dritte Welt"-Brett steckte nur ein total ausgelutschter mit 1,2 GHz.

Kurzum: das Zwischenfazit. An dieser Stelle waren 19,95 Euro für das Gehäuse und 56,89 Euro für Mainboard und Prozessor verbraten: zusammen 76,84 Euro. Es blieben nur noch knapp 24 Euro für den Rest übrig.

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