Contra Nepp

PRAXIS: Kaputte Geräte zum Spottpreis selber reparieren

Wenn Unterhaltungselektronikgeräte den Löffel abgeben, dann sind sie fast immer ein Fall für die Tonne, weil eine Reparatur vom Fachmann zu teuer ist. Dabei sind es oft nur billige Bauteile für wenige Cent die kaputt sind und mit ein bisschen Geschick kann man die selbst austauschen. Dieser Beitrag zeigt, wie defekte Geräte schnell wieder fit gemacht werden.

Im Report "Garantiezeit rum, Gerät futsch, Reparatur zu teuer" dieses Schwerpunkts wurden drei kaputte Unterhaltungselektronikgeräte untersucht und repariert. Die Geräte stammten von drei verschiedenen Herstellern, gingen jeweils kurz nach der Garantiezeit kaputt. Und  sie verreckten jeweils aus dem gleichen Grund: durchgeknallten Billigstbauteilen auf der Netzteilplatine.

Die Reparaturkosten lagen jeweils unter einem Euro. In allen Fällen reichte es aus, die optisch als kaputt erkennbaren ELKOs auszutauschen. Spezielles Werkzeug oder Messgeräte brauchte es nicht: Schraubenzieher, Lötkolben, Seitenschneider (oder Schere), fertig.

In allen drei Fällen, waren die Geräte durchaus reparaturfreundlich. Alle Geräte waren leicht zu öffnen. Die verreckten ELKOs hockten in allen Fällen ausnahmslos auf der separaten Netzteilplatine. Die Netzteilplatinen ließen sich simpel durch Lösen von Schrauben rausnehmen, die Verbindungsleitungen zur "Hauptplatine" und zum "Stromkabel" waren gesteckt.

Es ist schon erstaunlich, dass die extrem geizigen Fernost-Hersteller "kostspielige" Stecker und Buchsen verbauen, nicht alles fest verlöten. In allen Fällen waren auch nur eher "fettere" ELKOs im Sack, die sich leicht greifen, rauslöten und ersetzen ließen. Wer nicht zwei linke Hände hat, der schafft so eine komplette Reparatur locker in einer halben Stunde.

In diesem Praxisbeitrag wird gezeigt, wie man selbst Defekte an Unterhaltungselektronikgeräten leicht erkennen und beseitigen kann.

WARNUNG: Basteln an elektrischen Geräten, insbesondere an Netzteilen, ist lebensgefährlich, wenn man kein Fachmann ist. Auch bei abgezogenem Stromkabel kann es noch fatale Schläge geben!

Wer noch nie das Innenleben eines elektronischen Geräts gesehen oder einen Lötkolben in der Hand hatte, sollte vom Lesen dieses Beitrags ausdrücklich Abstand nehmen. Es bringt  nichts, 50 Euro sparen zu wollen und dafür im Sarg zu landen!

Simpel gesagt: je mehr "Ströme" in einem Gerät fließen umso gefährlicher ist das. Ein batteriebetriebenes Gerät ist generell total harmlos. Ein mittleres Gerätchen wie ein Sat-/DVB-T-/Kabel-Receiver oder ein DVD/Bluray-Player ist eher unriskant.

Dort wo gewaltige Ströme verarbeitet werden - beispielsweise in einem PC-Netzteil mit zig hundert Watt - sollte man aber lieber weg bleiben. Es geht wohlgemerkt generell um Netzteile. Eine ausgebaute "Grafikkarte", ein ausgebautes PC-Mainboard sind quasi harmlose Gesellen.

Kommentare zu diesem Artikel (1)

jueki
"Verloren hat man als Nichtfachmann auch bei mehrschichtigen Platinen oder solchen die so gelötet sind, dass man mit einem normalen Lötkolben keine Chance hat." Ich konnte in solchen Fällen schon helfen, indem ich den Kondensator mit einem Seitenschneider 2...3mm über der Platine komplett abzwickte. Die Reste entfernte und das Übriggebliebene reinigte. An die verbliebenen Drahtstümpfe lötete ich dann den neuen Kondensator an. Funktioniert - auch wnn es nicht so recht fachmännisch aussieht. Jürgen

Artikel kommentieren