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Netzverfügbarkeit abchecken - hoffen zwecklos

Funzt ein vorab gekaufter Stick beziehungsweise dessen zugehöriger Netzbetreiber nicht am Aufenthaltsort (oder nur extrem beschissen), dann ist die Kohle vergurkt.

Vor Ort dann eine Prepaid-Karte eines anderen Anbieters zu kaufen, geht oft leider nicht. Obwohl in Surfsticks eigentlich die „gleiche“ Technik steckt, sind sie meist jeweils an den jeweiligen Anbieter gebunden. Eine „Telekom“-Prepaid-Karte in einen „O2-Stick“ reinstecken funzt also nicht unbedingt.

In Deutschland gibt es wie gesagt vier Netzbetreiber: E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone. Welcher der "Beste" ist, lässt sich nicht generell sagen. Telefonieren kann mit allen fast überall, bei mobilem Internet wird es mit zunehmender Geschwindigkeitsklasse heikel. T-Mobile, Vodafone und 02 liegen bei schnellem mobilem Internet (HSDPA, HSUPA) wohl vorne, der Konkurrent E-Plus baut allerdings wohl permanent aus.

Alle Weile Vergleichen Zeitschriften wie beispielsweise "Connect" den Stand des Netzausbaus der vier Betreiber. Vielreisende, die sich an unkalkulierbar unterschiedlichen Orten aufhalten, werden sich natürlich für einen der "Testsieger" entscheiden. Dass der Testsieger an einem bestimmten Ort allerdings prima Leistung bringt, ist nicht garantiert - "Funklöcher" wo nichts oder nur wenig geht, haben alle.

Im Fall des sehr gut ausgebauten T-Online Netzes sieht es beispielsweise so aus:

http://www.t-mobile.de/funkversorgung/inland (Stand Februar 2011). Hier ist Deutschland eigentlich größtenteils "abgedeckt", es gibt nur wenige Funklöcher, weiße Flecken in der Karten, wo es kein mobiles Internet gibt. Hier werden allerdings wohlgemerkt jegliche Internet-Netztechniken angezeigt.

Aktiviert man auf der Übersicht von T-Mobile nur die Anzeige schnellerer Verbindungen ab UMTS 384 KBit/s bis hin zu HSDPA, dann sieht es etwas anders aus:

Wird nur die Anzeige von UMTS/HSDPA tauglichen Standorten angezeigt, dann wird es schon deutlich "blasser" auf der Karte. Diese "blasse" Anzeige scheint allerdings eher aufgrund eines unklugen Zoom-Faktors zu entstehen - zoomt man rein, wird durchaus "bunter".

Auf jeden Fall gilt: mobiles "Turbo-Internet" das die meisten Surfstick-Anbieter versprechen, ist keineswegs mal so eben überall verfügbar! In Großstädten und vielen Kleinstädten ist es wohl kein Problem, in ländlichen Gegenden ist es heikel. Im Fall meines Aufenthaltsorts in Unterfranken hätte ich mit einem  "T-Mobile-Surfstick" jedenfalls UMTS/HSDPA gekriegt, mit dem O2-Netz erreichte ich damit nur "eine Portion" EDGE-Geschwindigkeit.

Die Entscheidung für einen Anbieter ist also schwer, wenn man die Verfügbarkeit vor Ort nicht vorher exakt abcheckt. Immerhin gibt es eine Chance, bei einem Anbieter im Internet abzuchecken, wie es um seine Leistung an einer bestimmten „Adresse“ steht:

Beispiel O2: Auf O2s Webseite gibt es eine Verfügbarkeitsprüfung. Nach Angabe eines Orts wird mitgeteilt, wie es dort um die Netzabdeckung bestellt ist. In meinem Fall gab es den deutlichen Hinweis „Mobiles Surfen auf dem Laptop: nicht empfehlenswert“.

O2 lieferte auch Details, welche mobile Netzvarianten am angegebenen Ort mit welcher Leistung möglich sind:

Innerhalb von Gebäuden wurde maximal „EDGE“-Verbindung mit durchschnittlich 110 KBit/s versprochen. Beim Test vor Ort ergab sich, dass die Angabe von O2 richtig war, es kamen im Schnitt tatsächlich nur  ca 110 KBit/s raus.

Eine Netzabdeckungs-Überprüfung gibt es eigentlich bei jedem seriösen Anbieter. Die Frage ist allerdings, wie brauchbar die ist. Aldi verwendet beispielsweise E-Plus und entsprechend führt die Aldi-Seite zur Prüfseite von E-Plus:

E-Plus Netzabdeckungs-Prüfung: hier wird ein Standort angezeigt, an dem E-Plus nur GSM/GPRS-Leistung liefern kann.

Cool ist es, wenn man einen Kumpel hat, von dem man einen Surfstick ausleihen kann. Auch ohne Guthaben auf einer Prepaid-Karte kann man den Stick dann meist am Zielort ausprobieren, bevor man die Karte auflädt. Zumindest den Kontakt zu ihrer Webseite lassen die Provider meist zu - auch dann, wenn die Prepaid-Karte „leergesurft“ ist.

Natürlich ist es so, dass an Orten oftmals mehrere Netze verschiedener Anbieter verfügbar sind, die ihr Netz dort aber unterschiedlich stark ausgebaut haben. Da hat dann der eine beispielsweise nur elend lahme "halbe GPRS"-Verbindung zu bieten, während der anderes volles Rohr HSDPA liefert. Dann ist es natürlich blöd, wenn man Kunde des "lahmen" Anbieters ist. Oder vielleicht doch nicht:

Lidl verspricht bei seinem Surfstick-Tarif, dass sich der Stick automatisch immer in das schnellste verfügbare Netz einwählt.

Lidl verwendet eigentlich das O2-Netz. Das Versprechen des schnellsten Netzes kann man so  interpretieren, dass man halt das Netz eines anderen Anbieters kriegt, wenn am Aufenthaltsort ein schnellerer Anbieter als O2 verfügbar ist. Natürlich kann mit "Netz" hier auch "getrickst" gemeint sein, dass die jeweils schnellste von O2 lieferbare Übertragungsmethode aktiviert wird.

Das wollte ich natürlich wissen und hab auf der Lidl-Online-Seite zum Stick auf "Kontakt" geklickt. Das führte zu einer Kontakt-Infoseite von Fonic.de. Lidl verkauft also nicht direkt selbst das O2-Netz sondern lässt das vom Zwischenunternehmer Fonic abwickeln. Die telefonische Kundenberatung von Fonic (01805 / 880 488) war schnell erreichbar, es ging eine nette Dame dran, die sich gut auskannte.

Sie bestätigte mir, dass mit schnellstem "Netz" natürlich das jeweils schnellste "Netz" von O2 gemeint ist. Ist an einem Ort nur ein lahmes Netz von O2 oder gar kein O2 Netz vorhanden, dann hat man halt Pech. Das Netz eines anderen Betreibers kann also auf keinen Fall genutzt werden. Das ist übrigens die gängige Praxis! Ein Fall, dass ein Anbieter bei mobilem Internet aufs Netz eines Konkurrenten umschaltet, weil er an einem Ort kein brauchbares Netz hat, ist mir nicht bekannt.

Alle Mobilanbieter haben jeweils eine eigene Seite, auf der sich die Netzwerkabdeckung an einem Standort prüfen lässt. Nach Eingabe der Adresse wird konkret angezeigt, was dort verfügbar ist:

Netzanbieter

Online-Netzabdeckungscheck

E-Plus

http://eis03sn1.eplus-online.de/geo/portal/umts

O2

http://portal.o2online.de/nw/support/mobilfunk/netz/netzabdeckung.html

oder

https://service.o2online.de/portal/?=GisCheckStandalone.content.enterGisData&gisCheckType=MOBILEDATACHECK

T-Mobile

http://www.t-mobile.de/funkversorgung/inland

Vodafone

http://www.vodafone.de/privat/hilfe-support/netzabdeckung.html

Recht praktisch sind auch Internet-Seiten, die in einem Rutsch gleich alle vier Anbieter nach Verfügbarkeit an einem Standort durchchecken:

!&2011-mobil-61.pg!

http://www.hsdpa-umts-verfuegbarkeit.de - hier wird nach Angabe der Adresse die jeweilige Verbindungsleistung aller Anbieter angezeigt.

Derlei Komplettvergleicher machen in der Regel auch gleich Vorschläge zu Preisangeboten der jeweiligen Anbieter beziehungsweise Netz-Weiterverkäufer. Aber: das müssen nicht zwangsläufig die aktuell billigsten Angebote sein.

Sorry wenn ich hier mit einer Widerholung langweile, aber das ist einfach verdammt wichtig! Mobilfunknetze sind ein "Shared Medium"! Eine aufgestellte "Antenne" hat nur eine gewisse Bandbreite, die sich alle Nutzer teilen müssen! Auch ein Verfügbarkeitscheck, wie hier im Abschnitt beschrieben, ist also keine Garantie, dass die ermittelte Geschwindigkeit am Ort auch wirklich erreicht wird!

Wollen zu viele Teilnehmer von der gleichen "Antenne" volles Rohr haben, dann geht das technisch einfach nicht, alle werden gebremst. Je weniger Teilnehmer eines Netzes gleichzeitig in der gleichen Ecke über den gleichen "Funkmast" surfen wollen, desto besser ist das, desto mehr Speed kommt raus. Aber die Netzbetreiber kämpfen ja drum, möglichst viele Kunden zu kriegen!

Die Idealsituation ist also diese: man wohnt restlos am Arsch der Welt, hat den Funkmast eines Anbieters mit schneller Netztechnik direkt vor der Tür und ist der Einzige, der ihn benutzt. Dann gibt es garantiert volles Rohr mobiles Internet.

Naja okay, nicht ganz. Zu dicht am Funkmast dran wohnen ist auch wieder Mist! Wohnt man in einem Haus, bei dem eine Mobilfunkantenne direkt auf dem Dach steht, geht eventuell nicht viel. Denn: die Antennen "strahlen" natürlich horizontal und nicht vertikal ab!

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