DSL, ISDN, Modems - Seite 19

Mobile Surfsticks - Kaufentscheidungs-Tipps zusammengefasst

Hier zum Schluss noch mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Tipps zur Auswahl eines Surfsticks/Tarifs.

Gewiss wird man sich erstmal einen geeigneten Mobil-Internetanbieter mit passendem Tarif und passender Netzreichweite aussuchen. Auf den „Stick“ hat man dann selbst wenig Einfluss - man kriegt halt den aktuellen Stick des jeweiligen Providers. Optisch sehen die Dinger fast alle „identisch“ aus, wie gut die Hardware darin ist, lässt sich kaum abschätzen - so man nicht detektivisch im Internet recherchiert. Ein paar Sachen lassen sich aber im Vorfeld rauskriegen:

Eigentlich billiger Kleinkram, aber wichtig. Ein Surfstick sollte unbedingt mit einem USB-Verlängerungskabel geliefert werden (oder man sollte separat eins dazukaufen). Im Fall eines Notebooks ist es riskant einen Stick direkt in eine USB-Buchse zu stecken. Die Gefahr, dass man den Stick durch „Anrempeln“ versehentlich abbricht beziehungsweise die USB-Buchse „killt“ ist zu groß. Auch empfangstechnisch lohnt sich ein Verlängerungskabel - dann hat man eine Möglichkeit den Stick auszurichten, wenn man sich in einer empfangsschwachen Gegend befinden. Auch kann ein Rechner eine gewisse elektrische Abstrahlung haben die den Empfang stört, wenn der Stick direkt eingesteckt wird.

Der zweite Punkt ist der gleiche wie bei Handys: frei oder gesperrt? Ist ein Stick beziehungsweise dessen Verbindungs-Software gesperrt, SIM-locked, dann kann er nur mit der SIM-Karte des jeweiligen Anbieters genutzt werden. Im Fall eines „entsperrten“, vertragsfreien Stick, geht jede Karte rein. Das ist besonders für alle entscheidend, die auch im Ausland mobiles Internet haben wollen. Einen Surfstick mit der SIM-Karte eines deutschen Anbieters im Ausland zu nutzen, kann fatal teuer werden! Es ist fast immer günstiger, direkt im Ausland eine Prepaid-Karte eines dortigen Anbieters zu kaufen - die funktioniert dann aber nur mit einem vertragsfreien, ungesperrten Stick.

Hat man nur einen SIM-locked Stick gilt: wie bei Handys gibt es auch hier oft eine sehr gute Chance den Stick zu „knacken“, ihn freischalten zu können. Im Idealfall braucht es dazu nur ein kostenlos Tool aus dem Internet. Allerdings funktioniert nicht jedes Tool mit jedem Stick - das muss am besten bereits vor Kauf eines Sticks recherchiert werden. Tipps hierzu gibt es auch im Beitrag über "Surfstick-Tuning" in diesem Schwerpunkt.

Schließlich gilt: einfach mal nach "surfstick ohne sim lock" im Internet suchen - da findet man zig Angebote und Infos. Einen neuen Stick ohne Sim Lock kriegt man teils schon weit unter 50 Euro. Und: auch Surfsticks von "Komplettanbietern" sind teils ohne Sim-Lock! Eine pauschale Empfehlung für einen Stick ist hier nicht möglich - alle Anbieter haben zig Stickmodelle beziehungsweise führen permanent neue ein.

Entscheidungsfaktor

Tipp

Netzverfügbarkeit

Ein schneller Stick bringt nichts, wenn kein schnelles (oder gar kein) Netz eines Anbieters am bevorzugten Aufenthaltsort verfügbar ist. Der Check der Netzverfügbarkeit ist also das gewichtigste Kriterium.

Dauerverträge

Lohnt sich ein Dauervertrag? Die kosten ja generell auch so rund 20 bis 30 Euro pro Monat und es gibt zig Prepaid-Anbieter, die Monats-Flatrates in der gleichen Preisecke anbieten. Ein Dauervertrag lohnt eigentlich nur, wenn man dafür besondere Extras wie ein besonders hohes Datenvolumen mit Fullspeed kriegt.

Allerdings drosseln die Dauervertragsanbieter ebenso wie die Monats-Flat-Anbieter durchschnittlich ab 5 GByte auf GPRS-Speed, also maximal 64 KBit/s runter.

Ob sich eine langfristige Vertragsbindung (gerade im Hinblick auf den permanenten enormen Preiskrieg der Anbieter) lohnt, ist also sehr fraglich.

Standardtarif

Fast jeder Prepaid-Anbieter bietet unterschiedliche buchbare Tarife (Tages-Flat, Monats-Flat, Minutentakt und Datenmenge).

Tarifumschaltung

Was passiert wenn eine gebuchte Tages-/Monats-Flat abläuft? Wird automatisch verlängert oder wird automatisch in einen sündhaftteuren Tarif umgeschaltet? Das MUSS abgeklärt werden!

Geschwindigkeitsdrosselung

Niemals vergessen! Kein Anbieter "verschenkt" Surfen mit Maximalgeschwindigkeit! Ab einem bestimmten Datenvolumen drosseln quasi ALLE auf maximal 64 KBit/s runter.

Es ist also Quatsch, sich am Speedfaktor zu verbeißen. Allerdings gibt es große Unterschiede, ab welcher Datenmenge ein Anbieter drosselt. Im Fall einer Monats-Flat sollten schon 5 GByte drinnen sein im Fall einer Tages-Flat mindestens 500 MByte.

Flexibilität / Umbuchung

Flexibilität heißt beispielsweise, dass man einfach irgendwie lossurft mit dem teuersten Minuten-Takt-Tarif und der Anbieter automatisch das nächsthöhere Paket bucht, um ausufernde Kosten zu vermeiden.

Das heißt beispielsweise, dass nach N Minuten surfen zum Minutentakt automatisch eine "Tagesflatrate" für 2-3 Euro aktiviert wird. Oder, dass nach Buchen mehrerer Tages-Flats automatisch nur die Kosten für eine Monats-Flats berechnet werden.

Eine derart kundenfreundliche Flexibilität ist leider eine Rarität! Ein Ausnahmefall ist der "Kosten-Airbag" bei Fonic, wie im Beitrag erklärt. Allerdings ist das Fonic-Angebot nur eher begrenzt "preiswert"!

Surfstick-Preis

Ein zeitgemäßer Surfstick ist 50 Euro wert. Kriegt man so ein Ding viel günstiger angeboten, muss das Kleingedruckte exakt studiert werden! Eventuell kostet der Stick "nur" 20 Euro, aber es wird zusätzlich eine einmalige "Bereitstellungsgebühr" von "30 Euro" berechnet. Damit ist so ein Angebot also nicht günstiger als ein "50 Euro"-Stick eines Anbieters, der keine Bereitstellungsgebühr verlangt.

Hotline-Kosten

Es ist fatal zu glauben, dass alles einfach so reibungslos funktioniert! Schnell tritt der Fall auf, dass man die Hotline des Surfstick-Anbieters benötigt. Die "Telefon-Hotline-Preise" schwanken von fast gratis bis absurd teuer.

Bild. Beispiel Klarmobil.de, einer der prinzipiell sehr günstigen Anbieter. Der Support per Chat und Email ist kostenlos. Das bringt leider wenig, wenn man die Hotline braucht, weil kein Internet mehr verfügbar ist. Die telefonische Hotline schlägt dann mit saftigen 99 Cent pro Minute zu Buche.

Final gilt: wer den geeignetsten Surfstick und Tarif zum besten Preis kriegen will, muss Zeit investieren, die hier erklärten Dinge beachten und im Internet recherchieren. Entscheidend dabei ist auf jeden Fall das Kleingedruckte der Anbieter. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem dieses Kleingedruckte nicht extrem wichtige Dinge beinhaltet, die ausschlaggebend für die Beurteilung eines Angebots sind.

Aus gutem Grund, gibt es in diesem Schwerpunkt einen eigenen Beitrag zu den Maschen beim Kleingedruckten…

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