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Manuelle Konfiguration: Die Legacy-Karten

Manuelle Konfiguration: Die Legacy-Karten

Befinden sich im System ISA-Karten vom Typ »Legacy« (also nicht Plug&Play taugliche ISA-Karten), dann kann weder das BIOS noch das Plug&Play-Betriebssystem feststellen, welche Ressourcen (Interrupts, DMAs) diese Karten brauchen. Entsprechend findest Du im Award-BIOS folgende Optionen.



Slot 1 (RIGHT) IRQ: Auto / NA / 9 / 10 / 11 / 12 / 14 / 15

Slot 2 IRQ: Auto / NA / 9 / 10 / 11 / 12 / 14 / 15

Slot 3 IRQ: Auto / NA / 9 / 10 / 11 / 12 / 14 / 15

Slot 4 (LEFT) IRQ: Auto / NA / 9 / 10 / 11 / 12 / 14 / 15

Hier kann für jeden der PCI-Steckplätze Folgendes eingestellt werden:

  • Auto: Der Steckplatz kriegt seinen Interrupt automatisch vom BIOS zugeordnet
  • NA: Die Karte darin braucht keinen Interrupt (kommt nur sehr selten vor)
  • 9/10/11/12/14/15: Den Steckplatz wird einer dieser Interrupts zugeordnet
Funktioniert ein Plug&Play-BIOS sauber, kann für jeden Steckplatz »auto« eingestellt werden.

Beim AMI-BIOS ist die Zuordnung etwas anders:

First available IRQ: erster für Plug&Play verwendbarer Interrupt

Second available IRQ: zweiter für Plug&Play verwendbarer Interrupt

Third available IRQ: dritter für Plug&Play verwendbarer Interrupt

Fourth available IRQ: vierter für Plug&Play verwendbarer Interrupt

Hier werden vier Interrupts angegeben, die das BIOS dann der Reihe nach für PCI-Karten aufbraucht: Die Zuordnung beginnt beim »First available IRQ« und endet beim maximal vierten - »Fourth available IRQ«. Logischerweise müssen dem BIOS mindestens so viele Interrupts gegeben werden, wie die installierten PCI-Karten verlangen.

Wie das BIOS vorgeht

Beim Zuordnen von Interrupts und DMAs geht das BIOS so vor: Es fragt den ersten Steckplatz ab, welche Ressourcen die Karte darin braucht. Braucht sie einen Interrupt, dann holt sich das BIOS den ersten verfügbaren freien Interrupt und gibt ihn der Karte. So geht es Interrupt für Interrupt, DMA für DMA weiter, bis alle Karten bedient sind. Steckt im PC eine Legacy-ISA-Karte, dann erkennt das BIOS nicht, dass die per Jumper beispielsweise bereits einen Interrupt belegt - es denkt, dieser Interrupt wäre frei, und ordnet ihn einfach einer PCI-Karte zu: Damit tritt ein Konflikt auf, im Windows-Gerätemanager kriegst Du die verhassten Fehlersymbole bei Karten zu sehen.

Um diese Falschzuordnungen zu verhindern, findest Du im Plug&Play-BIOS folgende Optionen:

Für die Interrupts:

IRQ 3 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 4 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 5 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 7 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 9 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 10 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 11 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 12 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 14 Used By ISA:No/Icu oder Yes

IRQ 15 Used By ISA:No/Icu oder Yes

Für die DMAs:

DMA 1 Used By ISA:No/Icu oder Yes

DMA 3 Used By ISA:No/Icu oder Yes

DMA 5 Used By ISA:No/Icu oder Yes

Hier kannst Du einstellen, dass bestimmte Interrupts und DMAs »reserviert« sind. Das BIOS weiß dann, dass es sie nicht an Plug&Play-Karten zuweisen darf. »No/ICU« bedeutet beim Award-BIOS jeweils, dass der Interrupt frei ist, »Yes« bedeutet, er ist reserviert, kann nicht vom BIOS »missbraucht« werden. Bei anderen BIOSen findest Du ebenfalls eine solche IRQ/DMA-Auflistung, lediglich die Einstelloptionen können anders bezeichnet sein: Auch hier hast Du allerdings stets nur die Wahl zwischen freigeben oder reservieren.

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