PC selbst gemacht - Seite 3

Mainboard und CPU - Gelumps von Asrock

Bei der Suche nach einem Mini-ITX-Mainboard mit Intel Atom Plattform, machte ein Ding von Asrock das Rennen: das Modell A330GC für 60,46 Euro. Die Atom-Komplettangebote der verschiedenen Mainboard-Hersteller sind generell sehr ähnlich und auch beim "Layout" gibt es (abgesehen von der Anzahl Speichermodul-Steckplätze) eigentlich keine großen optischen Unterschiede.

Es war das erste Mal, dass ich ein Mainboard von der "Asus-Billigabteilung" Asrock gekauft hab und ich rechnete eigentlich mit halbwegs "Asus-vergleichbarer" Qualität. Ein fataler Irrtum.

Zumindest der Ersteindruck war "okay":

Die ausgepackte Asus-Schachtel: Mainboard, ATX-Blech, IDE- und SATA-Kabel, dazu Schnellstart-Zettel und "Bedienungshandbuch"

Bei einem Mainboard ist es immer praktisch ein ordentliches Bedienungshandbuch in Papierform zu haben. Im Fall des Asrock-Handbuchs wurden allerdings 10 Sprachen abgedeckt, pro Sprache gab es also 10 Seiten Information. Das ist also nur als bessere "Kurzanleitung" zu gebrauchen, das vollständige Handbuch gibt es nur auf der CD.

Das Asrock A330GC hat leider einen Ventilator, wird nicht passiv und damit lautlos gekühlt. Aber wir mussten halt das "billigste Brett" kaufen. Immerhin hat das Ding zwei Speichermodul-Steckplätze, viele andere Atom-Bretter haben nur einen. Zwei ist praktischer, weil dadurch auch der schnellere Dual-Channel-Modus von DDR2-RAM genutzt werden kann. Und auch sonst gab es bei den Anschlussmöglichkeiten nichts zu bemängeln. Auf den PCI-Steckplatz hätten wir auch gepfiffen - unser Mini-Gehäuse lässt ohnehin keinen Einbau einer Steckkarte zu.

Es gibt Dinge, die bedenkt man beim Kauf eines Mainboards ums Verrecken nicht. Beispielsweise so was hier:

Hier die analoge VGA-Anschlussbuchse des Asrock-Bretts. Deutlich ist zu erkennen, dass die Buchse auf einem blauen Sockel "steckt", der recht hoch ist. Darunter befindet sich anscheinend noch Platz für einen optionalen DVI-Ausgang.

Richtig böse wird das mit der Buchse, wenn man sich die Sache aus einem anderen Winkel anguckt:

Mechanisch wird die Buchse eigentlich nur durch die Lötstellen auf dem Mainboard festgehalten, am ATX-Blech hängt sie nur raus (wie halt üblich). Da die Buchse sehr hoch sitzt, entsteht beim Einstecken eines VGA-Kabels eine enorme Hebelwirkung, die Lötpins werden brutal belastet.

Was der Anblick bereits vermuten ließ, bestätigte sich nach Finish des Rechners bei erstmaligem Einstecken eines VGA-Kabels. Die Konstruktion biegt sich arg nach hinten und alles ist recht "wacklig". Man hat bei jedem Einstecken des VGA-Kabels Angst, dass es "kracht". Das Dranschrauben des VGA-Kabels sollte man bei diesem Brett auf jeden Fall vermeiden. Ein ungünstiger Zug am Kabel kann das Aus für die Konstruktion bedeuten, die Buchse droht dann aus den "Lötstellen" rauszureißen. Kurzum: eine jämmerliche Konstruktion.

Eine bitterböse Überraschung gab es beim Auspacken des dritten Asrock A330GC Mainboards:

Das dritte Brett: hier baumelte der CPU-Kühlkörper komisch rum, war nicht richtig fixiert, weil eine der beiden Halterungen fehlte (siehe Pfeil).

Das klingt nach einem trivialen Problem (Schraube und Mutter rein, fertig), ist es aber nicht. Denn der Kühlkörper wird sozusagen mit einem "Schnapper mit Feder" festgeklammert. Schließlich hatten wir doch noch Glück im Unglück:

Die drei Einzelteile des Kühlkörper-"Schnappers" flogen in der Verpackung des Mainboards rum und waren noch funktionstüchtig. Das Brett konnte also "repariert" werden.

Kurzum: Wären die Teilchen nicht noch in der Verpackung rumgeflogen, dann hätten wir mit diesem Mainboard ein echtes Problem gehabt.

Später, bei der Inbetriebnahme des zweiten 99er PCs, sorgte das Asrock-Mainboard übrigens noch für einige Ärgernisse bei der "Bedienung":

Nach dem Einschalten fährt das Asrock mit diesem Auswahlmenü hoch. Um ins Setup zu gelangen muss die F2-Taste gedrückt werden, mit F11 gelangt man zu einem "Bootmenü". Das Auswahlmenü lässt sich per BIOS-Option auf Wunsch ausschalten.

Offen gesagt nervt es mich bereits, wenn man bei einem Mainboard nicht "standardmäßig" per DEL-Taste ins BIOS-Setup gelangt. Asrock will halt die F2-Taste. Als extrem nervig erwies sich, dass das mit der F2-Taste nicht wirklich sauber funzte. Mal klappte das Drücken der F2-Taste mühelos um ins BIOS-Setup zu gelangen, mal ging nichts - das Brett startete einfach zum Betriebssystem durch. Anscheinend muss man die F2-Taste exakt zum richtigen Zeitpunkt drücken.

Praktisch aber dennoch kurios ist das Boot Menü, das über F11 erreicht wird (oder nicht). Hier listet das Mainboard alle Datenträger auf, von denen gebootet werden kann (auch USB-Sticks). Auch der Aufruf des Bootmenüs klappte nicht wirklich zuverlässig - manchmal passiert bei Druck auf F11 einfach nichts.

Das Bootmenü des Asrock-Boards: hier werden alle bootfähigen Datenträger aufgelistet.

Recht zermürbend war, dass ein eingesteckter USB-Stick vom Board nicht als bootfähiger Datenträger erkannt wurde. Die Lösung: USB-Sticks werden wohl nur erkannt, wenn sie "hinten" an einer USB-Buchse des ATX-Panels angesteckt werden. Sticks in den USB-Anschlüssen im Frontpanel des Gehäuses werden nicht erkannt. Das ist recht unpraktisch.

Kurzum: Das mit den "Boot-Ärgernissen" ist verkraftbar, das mit der bizarren VGA-Buchsen-Konstruktion auf keinen Fall. Ich werde mir garantiert kein Asrock-Mainboard mehr kaufen, das ich vor dem Kauf nicht direkt in den Händen gehabt habe.

Ärgern tun mich in diesem Zusammenhang auch die diversen "Profi-" und "Hobbyisten"-Testberichte zu diesem Asrock-Brett im Internet. Die Benchmarken sich zwar den Arsch ab und testen auch wie viel Saft das Mainboard verbrät, die katastrophale VGA-Buchsen-Konstruktion scheint aber niemanden zu jucken.

Kommentare zu diesem Artikel (1)

Dark-Soul
Hallo, ich möchte was anmerken, Asrock ist garnicht mal so schlecht. Denn ich habe selber ein Asrock-Board (Asrock 880GXH/USB3) und hat noch keine solchen Probleme wie Sie es beschrieben und es ist auch ein ordentliches Handbuch mitgeliefert worden...:) Wie gesagt mein Asrock Board läuft ohne Probleme nur das eine Problem kenn ich und zwar wenn man ins BIOS mit F2 will muss man bei meinem Board sehr schnell drücken sonst Bootet es gleich. Aber so könnte ich nix sagen auch die Anschlüsse hinten sind sauber und fest Angelötet. Das Asrock Board habe ich jetz schon gute 5-6 Jahre und es läuft immer noch, wenns nicht laufen würde hätte ich den Kommentar^^oben nicht schreiben können.

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