Prozessoren - Daten, Fakten, Tipps

KNOWHOW: Prozessoren 2008 - Fakten statt Fehlkauf

Intel und AMD überschwemmen den CPU-Markt mit zig neuen Modellen. Anhand der GHz lassen sich Prozessoren nicht mehr vergleichen - es kommt auf wichtigere Dinge an. Beispielsweise ob man aktuell besser einen Zwei-Kerner oder eine CPU mit vier Kernen nimmt. Wegen dem ständigen Modellwechsel ist die Gefahr groß, zum falschen Zeitpunkt zu kaufen und über Nacht viel Kohle zu verplempern. Dieser Beitrag zeigt, worauf bei der CPU-Auswahl jetzt generell zu achten ist.

Dass es schon lange nicht mehr auf GHz-Prozessortakt ankommt, haben inzwischen auch weniger sachkundige PC-Anwender erkannt. Und dass der Faktor Stromverbrauch recht heikel ist, hat sich inzwischen ebenfalls rumgesprochen. Allerdings gibt es zunehmend auch Faktoren und Fragen, bei denen PC-Technik-Kenner ins Schwitzen kommen. Die aktuelle  Frage Nummer 1: 2-Kern oder 4-Kern Prozessor kaufen.

Prospekt-Ausschnitt Februar 2008: hier werden eine Intel 2-Kern-CPU und ein Modell mit 4 Kernen zum gleichen Preis angeboten. Also brutto 2 x 3 = 6 GHz versus brutto 4 x 2,4 = 9,6 GHz. Außerdem hat der 4-Kerner einen doppelt so großen Level2-Cache (8 statt 4 MByte). Und beide kosten gleich viel. Im März 2008 waren die Preise der obigen Prozessoren bereits um 30 Euro gefallen - das Problem 2er oder 4er (bei gleichem Preis) existiert allerdings unverändert.

Also: einen 2-Kerner mit brutto 6 GHz oder ein 4-Kerner mit brutto 9,6 GHz zu gleichem Preis. Welchen kaufen? Details zu dieser sehr heiklen Kaufentscheidung später im Beitrag.

Ebenfalls kitzlig wird es, wenn Begriffe wie "SSE" oder "Vanderpool" ins Spiel kommen. Im Fall von SSE kriegt man schnell raus, dass das eine Befehlserweiterung ist, die Multimedia-Zeugs enorm beschleunigen kann. Je neuer eine SSE-Technik/Version desto besser ist sie  logischerweise. Dabei kommt schnell diese Frage: Lohnt es sich heute noch einen Prozessor mit SSE3 zu kaufen, wenn "in ein paar Tagen" bereits neue Modelle mit SSE4 kommen werden? Und: wie viel Euro lohnt es sich draufzuzahlen, wenn dann die Wahl zwischen SSE3 und SSE4 besteht?

Vanderpool - wer zu diesem Begriff recherchiert, kriegt leicht raus, dass es sich um eine Optimierung für "Virtualisierungstechnik" handelt. Normal-PC-Anwender steigen bei diesem Begriff natürlich sofort aus, sie kennen "Virtualisierung" nicht, glauben nicht, sie jemals zu brauchen. Wozu also bei einem Prozessor drauf achten, dass er für so eine Technik optimiert ist? Und dann  noch ein paar Euro für dieses "Vanderpool" draufzahlen? Auch bezüglich dieser Sache, wird sehr schnell eine falsche Kaufentscheidung getroffen - mehr dazu ebenfalls im Beitrag.

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