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KNOWHOW: Das geheime Internet - anonymer durch I2P

Meldungen über Abmahnungen von Tauschbörsen-Nutzern sind heute alltäglich. Zig Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, Tauschbörsen-Systeme zu überwachen oder so genannte "Honigtöpfe" aufzustellen. Das heißt, es werden überwachte Server betrieben, die "verbotene Dinge" bereitstellen. Wer dort saugt, wird sofort erkannt und abkassiert. I2P ist eine Gegenmaßnahme, bei der die Anonymität im Internet erheblich gesteigert wird.

Abmahn-Anwaltskanzleien verdienen sich an automatisierten Abmahnungen dumm und dämlich, bei Gerichtsurteilen geht es kreuz und quer. Noch dicker kommt es jetzt durch die Einführung der so genannten "Vorratsdatenspeicherung". Trotz heftiger Proteste aus allen Ecken, hat die Bundesregierung mit dem Aufbau des "Stasi 2.0"-Überwachungsstaats begonnen.

Damit wird jede Aktitivität der deutschen Internet-Anwender dauerhaft protokolliert. Die Stasi 2.0 kann also jederzeit exakt nachvollziehen, wann jemand im Internet wo was gemacht hat:  welche Daten wo gesaugt oder wohin gesendet wurden, wer mit wem per Email-Verkehr oder Messenger kommuniziert hat.

Naive Internet-Teilnehmer hoffen auf die seit vielen Jahren verfügbaren  Anonymisierungsdienste wie Tor und Co. Deren Anbieter biegen die IP-Adressen ihrer Teilnehmer um, was Anonymität schaffen soll. In der Praxis ist das totaler Blödsinn. Es gibt keine Garantie, dass ein Anonymiersungsdienst nicht über Nacht zum "Honigtopf" wird. Ein Argument ist durchaus, dass sich die echten IP-Adressen durch Protokollierung eines Anonymisierungs-Servers kaum ermitteln lassen: es rasseln schlichtweg zu viele, zu verwurzelte Verbindungen durch, die auch weltweit verknotet sind.

Diese Tatsachen sind der Stasi 2.0 natürlich bekannt. Es ist davon auszugehen, dass Anonymisierungs-Dienste in Deutschland schlichtweg verboten werden. Bleibt das Ausweichen auf ausländische Dienste dieser Art. Doch auch das bringt wenig: bereits bei Verwenden eines inländischen Anonymisierungsdienstes bringt das "Verbiegen" der IP-Adresse diverse Probleme. Tauschbörsen wie Emule laufen bei ständig wechselnder IP-Adresse nur grottenschlecht und generell wird das Surfen im Internet gebremst. Bei Anonymiserungsdiensten im Ausland steigert sich dieser Bremseffekt schließlich noch.

Und die Stasi 2.0 wird es sicherlich auch nicht bleiben lassen, deutsche Internet-Anbieter zu zwingen, ausländische Anonymisierungsdienste zwangszusperren.

Konkret: es sieht ziemlich übel aus. Aber es gibt dennoch Hoffnungsschimmer, der Stasi 2.0 einen Strich durch die Rechnung machen zu können. Vermutlich wird es die Stasi 2.0 kurz über lang Journalisten verbieten, Tipps und Tricks zu veröffentlichen, wie man sich mehr Anonymität im Internet verschaffen kann. Derlei Gesetze entstehen schnell. Vor einigen Jahren wurde es Journalisten auch quasi über Nacht verboten, Informationen zu veröffentlichen, wie sich Kopierschutzmechanismen umgehen lassen - selbst dann, wenn diese Mechanismen so lächerlich primitiv sind, dass sie eigentlich gar keinen Schutz darstellen.

Wie auch immer: Du solltest Dich JETZT SOFORT mit neuen Anonymitätsmechansmen im Internet beschäftigen, bevor es zu spät ist...

TIPP: Schon mal im Voraus: alles was hier im Beitrag erklärt wird ist auch dann entscheidend, wenn Du Tauschbörsen wie Bittorent und Emule anonymer nutzen willst!

Kommentare zu diesem Artikel (2)

hanshh
Frage: ich benutze Steganos online shield, welches mich verschlüsselt ins Internet läßt. Ist das ganz was andres ? oder jedenfalls empfehlenswert ? danke und Gruß hanshh
Michael Nickles
Hallo Hans, Steganos online shield ist etwas völlig anderes (siehe den Artikel hier). Ob Steganos online shield empfehlenswert ist, weiß ich nicht - ich habe es nicht ausprobiert. Grüße, Mike

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