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Intel G35 mit Onboard-Grafik - hoffen auf G45

Auch Intel bietet seit geraumer Zeit Onboard-Grafik-Bausteine und ist Marktführer im "Office-PC"-Bereich, wo 3D-Grafikleistung und Multimedia ziemlich schnuppe sind. Intels aktuelle Onboard-Grafik-Lösung ist der Mainboard-Chipsatz "G35", zu dem der Grafikbaustein "Graphics Media Accelerator X3500" gehört.

Zwar spricht Intel in der Produktbeschreibung von "spektakulärer 3D Grafik", was aber gnadenlos übertrieben ist. Zwar wurde Intels Onboard-Grafik hinsichtlich 3D-Leistung mit jeder Generation besser, liegt aber weiter unter jener der Konkurrenz AMD und Nvidia.

Ursprünglich wurde 2007 spekukliert, dass der G35 nur DirectX 9 unterstützten wird - dem ist allerdings nicht so. Auch diese Onboard-Grafik unterstützt - wie AMD und Nvidia - DirectX 10.

Mit dem X3500 hat Intel immerhin hinsichtlich Multimedia-Leistung ordentlich zugelegt. Auch dieser "Billig-Grafikchip" ist in der Lage, HD-Video (Bluray und Co) zu verarbeiten. Der HDMI-Ausgang des Bausteins liefert alle HD-Auflösungen bis 1080p und lässt auch Mehrkanal-Audio direkt über das HDMI-Kabel raus. Natürlich unterstützt auch Intel den HDCP-Kopierschutz.

Erste Testberichte im Internet belegen, dass Intels G35 den PC-Prozessor bei HD-Video deutlich mehr belastet als die Konkurrenzchips von AMD und Nvidia. Im Schnitt belasten AMD und Nvidia den PC-Prozessor bei HD-Videowiedergabe gleichermaßen nur halb so stark wie Intel. Grund dafür: der G35 hat schlichtweg keine hardwäremäßige Videobeschleunigung drinnen, der Prozessor muss das erledigen. Nicht ohne Grund weist Intel bei seinen neuen Core2-CPUs mit Penrym-Architektur auf den neuen Multimedia-SSE-Befehlssatz in der Version SS4 4.0 hin. Hier sorgen neue Befehle dafür, dass HD-Video von der CPU effektiver verarbeitet werden kann.

Damit ruckelfreie HD-Videowiedergabe möglich ist, braucht der G35 als Partner also einen halbwegs starken Intel-Prozessor. Im Gegensatz zu Nvidia Geforce 8200 und AMD 780G reicht es also nicht, einen spottbilligen Butterbrot-Prozessor zu kaufen um damit einen HD-Video-Wohnzimmer-PC zu bauen.

Wer ein Mainboard mit G35-Chipsatz kaufen will, hat keine allzu große Wahl. Anscheinend haben praktisch alle Brettbauer einen Bogen um diesen Chipsatz gemacht. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags fanden sich in Internet-Hardware-Shops lediglich drei Asus-Mainboards mit G35-Chipsatz in der Preisspanne von rund 100-130 Euro.

Asus P5E-VM SE: eines der wenigen Mainboards mit Intel G35 Chipsatz. Preis: ca 100 Euro - Bretter mit deutlich besserer Onboard-Grafik von AMD und Nvidia sind bereits ab 60 Euro zu kriegen. Auch preislich kann Intel also beim besten Willen aktuell nicht mitmischen. (Foto: Asus).

Inzwischen scheint auch Asus mit dem G35 nichts mehr am Hut zu haben:

http://de.asus.com/products.aspx?l1=3&l2=11 - hier listet Asus seine Intel-CPU-kompatiblen Chipsätze auf. Der G35 ist in der Liste nicht mehr zu finden.

So oder so: bereits im zweiten Quartal 2008 will Intel den Nachfolge-Onboard-Grafikchipsatz  G45 bringen. Der wird logischerweise besser sein was er wirklich bringt ist aktuell allerdings noch reine Spekulation.

Bei der 3D-Spieleleistung sieht es bei den Intel-Onboard-Grafik-Lösungen schlich und ergreifend mau aus - es ist fraglich wie weit der neue G45 gegen AMD und Nvidia aufholen kann. Zudem: AMD und Nvidia bieten das raffinierte Konzept, die Onboard-Grafik mit einer zusätzlichen Grafikkarte bündeln zu können. Dann reicht bereits eine billige 40 Euro Grafikarte aus um die 3D-Leistung im Schnitt zu verdoppeln.

Bei Intel ist diese "Bündel-Technik" bislang nicht verfügbar und wird es wohl auch kaum werden, da Intel selbst keine Grafikkarten baut. Eine Intel-Onboard-Grafik würde sich also bestenfalls mit einer AMD- oder Nvidia-Grafikarte kombinieren lassen - und dafür müsste Intel entweder auf AMDs oder NVidias "Kombinations-Technik" zurückgreifen.

Schnuppe ist Intel das Thema "3D-Spieleleistung" übrigens keineswegs:

Im Februar 2008 hat Intel einen Wettbewerb für Spieleentwickler gestartet ( http://softwarecommunity.intel.com/articles/eng/3738.htm ) bei dem hohe Preise versprochen werden.

Im Rahmen des Wettbewerbs wird auf Spiele (oder Demos) gehofft, die möglichst spektakuläre Grafik bieten und perfekt mit Intel-Onboard-Grafik funktionieren. Teilnehmer sind aufgerufen, beispielsweise ihre Shader-Modelle und Speicherzugriffe möglichst gut für Intel-Stuff zu optimieren. Auch fordert Intel, dass die eingereichten Spiele/Demos auf einem Multikern-Prozessor spürbar schneller laufen, also Multithread-optimiert programmiert werden.

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