Weg mit Limits... - Seite 2

IDE Barrieren: Überblick

IDE-Barrieren im Überblick - bitterböse Fakten!

Bei der IDE-Technik gibt es diverse 'Gemeinheiten', wie stark Dein PC betroffen ist, hängt vom Bauzeitraum ab:

1992 - 1994: 504 MByte Barriere
Wenn Du noch einen alten PC vor Baujahr 1994 hast, dann verträgt sich sein Controller nur mit Festplatten bis maximal 504 MByte. Festplatten aus diesem Zeitraum arbeiten mit dem CHS-Adressierungs-Verfahren, das nicht mehr als 1024 Zylinder organisieren kann (was 504 MByte entspricht).

1994 - Mitte 1995: Sprengung der ersten Hürde
Anfang 1994 setzten sich Festplatten größer als 504 MByte durch. Mit ihnen kamen die verbesserten IDE-Controller, die sich mit den neuen Festplatten (meist 850 MByte - 1,2 GByte groß) verstanden. Um die neuen großen Platten adressieren zu können, wurde das neue LBA-Verfahren geschaffen. Problematisch an diesem 'Bauzeitraum': Trotz überholtem Controller und LBA-Methode kamen viele PCs mit einer Platte größer als 1,2 GByte nicht klar - der typische Nachteil, den eine neue Technologie mit sich bringt. Die Sprengung der ersten Barriere fand zeitgleich mit Einführung einer neuen Bezeichnung statt: Aus IDE wurde das verbesserte Enhanced IDE (EIDE).

Mitte 1995 - 1996: Zweiter Umbruch, neue Barriere

Auf gut Deutsch: Neuer Ärger in Kürze. Die Riesen-IDE-Platten wurden schneller auf den Markt gedonnert, als die Controller-Hersteller sie überhaupt unterstützen konnten. Nahezu jeder PC mit Onboard-Controller vor Baudatum drittes Quartal 1996 hat BIOS-Probleme mit IDE-Platten jenseits 2 GByte.

In diesem Zeitraum kamen die ersten Massen-Festplatten mit 1 GByte Größe, nahezu alle PCs dieses Bauzeitraums wurden mit 1- 1,4-GByte-Platten ausgeliefert. Die Problemchen mit Platten im Bereich von 1,2 GByte bis ca 2 GByte wurden gelöst. Wenn Dein PC jünger als Mitte 1995 ist, dann wirst Du beim Einbau einer 1-2-GByte-Platte keine Probleme haben. Kritisch wird es allerdings, wenn eine Festplatte größer als 2 GByte angeschafft wird. Hier tritt eine weitere Barriere auf: Festplatten werden in sogenannten 'Zylindern' organisiert, mehr als 4096 Zylinder können nicht angesteuert werden. Das entspricht einer maximalen Festplattenkapazität von rund 2,1 GByte (Details im Abschnitt 'Festplatten-Mathematik').

Ab 1997: Fette Zeiten
Seit Anfang 1997 ist 'alles gut': Die BIOS-Hersteller haben es geschafft, in ihren neuen Versionen die 4096-Zylinder-Einschränkung zu eliminieren.

Ein Problem besteht nach wie vor: Unter DOS können maximal 2 GByte große Partitionen eingerichtet werden. Du mußt eine 4-GByte-Festplatte also beispielsweise in 2 logische Laufwerke à 2 GByte aufteilen - da hilft kein Trick! Wie DOS beruht auch Windows 95 in der Erstversion auf dem sogenannten FAT16-Dateisystem, dem Verantwortlichen für das 2-GByte-Partitionslimit.

Aus diesem Grund hat Microsoft in Windows 95 OSR2 das FAT32-Dateisystem eingebaut. Wenn Du nicht dazu bereit bist, Deine Platte >2 GByte in mehrere Partitionen aufzuteilen, sondern mehr als 2 GByte am Stück willst, kannst Du FAT32 verwenden. Aber: FAT32 ist zu nichts anderem kompatibel als zu sich selbst, das neue Dateisystem hat diverse Macken und Nachteile. Sein Einsatz ist kritisch, bei modernen großen Platten allerdings leider mehr oder weniger zwangsläufig geworden.

1998: Neue Limits
Seit Mitte 1998 wird die Festplatten-Welt von einem neuen Limit geplagt: Viele ältere BIOS-Versionen (damit ist vor 1998 gemeint) unterstützen nur Festplattenkapazitäten bis maximal 8,4 GByte Größe.


Die nächsten Limits: Größere Platten als 8,4 GByte schafft die aktuelle IDE-Technik nicht. Zumindest nicht ohne komplizierte Trickserei.

1999-2000: Neue Kombi-Tücken
1999 gab es einerseits viele IDE-Platten mit UltraDMA/33- oder UltraDMA/66-Modus, aber noch viele ATAPI-CD-ROMs, die nur PIO4 beherrschten am Markt. Dabei entstanden viele üble Systeme, bei denen IDE-Platte und ATAPI-CD-ROM nicht streßlos an einem IDE-Port gemeinsam betrieben werden können. Diese Tücke lauert weiterhin! Zusätzlich gab es viele Probleme mit Platten jenseits 32 GByte Grösse - in den meisten Fällen half ein IDE-Controller-/BIOS-Update.

2001: Die 137 GByte Mauer
Aufgrund der auf 28 Bit limitierten Adressierung, kann der ATA-Standard nur Festplatten bis maximal 137 GByte Grösse ansteuern. Seit Mitte 2001 haben Festplatten diese Kapazität überschritten. Wer in einem PC vor Baujahr Mitte 2001 eine Platte mit 137 GByte oder mehr reinhängen will, hat also ein Problem. Aus diesem Grund schlugen die Plattenhersteller eine Erweiterung der Adressierung auf 48 Bit vor. Das bedeutete wiederum Modifikationen an BIOS und IDE-Festplattentreibern.



Alles zum Thema IDE im [IDE-Guide]

Artikel kommentieren