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Flatrates für Gelegenheitssurfer - Verarschung vermeiden

Wenn man keine Monats-Flatrate mit Vertragsverbindung, also eine definierte Kostensituation hat, bleiben eigentlich nur diese kurzzeitigen Tarifoptionen ohne Vertragsbindung übrig:

Vertragsfreie Tarifoption

Tipp

Tages-Flatrate / 24-Stunden-Flatrate

Hier wird pro Tag ein gewisser Betrag gezahlt und dann kann „ohne Limits“ gesurft werden. Solche Tages-Flatrates kosten aktuell zwischen 2 Euro und ca 4 Euro. Und hier lauert schon die erste böse Kostenfalle.

Denn mit Tages-Flatrate ist nicht unbedingt "24 Stunden" gemeint, sondern nur bis 0 Uhr ab Buchung der Tages-Flatrate! Wer also um 23.55 Uhr eine Tages-Flatrate bucht, der kriegt für 5 Minuten Surfen von seiner Prepaid-Karte 2-5 Euro abgebucht und darf die nach „5 Minuten“ noch mal blechen.

Fair sind „Tages-Flatrates“ eigentlich nur, wenn sie jeweils 24 Stunden lang gelten (beispielsweise bei Aldi-Talk“ der Fall) - das sollte unbedingt abgecheckt werden!

Mit der Bezeichnung "Tag" meinen die Anbieter generell 24 Stunden, ist von Kalendertag die Rede, dann heißt das bis 0 Uhr des jeweiligen Tags.

Monats-Flatrate / Kalendermonats-Flatrate

Hier zahlt man N Euro und kann dann einen Monat lang ohne weitere Vertragsbindung surfen. So eine vertragsfreie Monats-Rate ist natürlich meist teurer als eine mit Vertragsbindung. Aber wenn man mobiles Internet halt nur alle Weile braucht, ist es dennoch günstiger als ein „Jahresvertrag“.

Auch hier gilt streng zwischen "Monat" (= meist 30 Tageszeitraum gemeint) und Kalendermonat (=  bis zum letzten Tag eines Monats) zu unterscheiden.

Minuten-Abrechnung

Hier wird selbsterklärend pro Minute geblecht. Das kostet  dann beispielsweise 0,09 Euro pro Minute weil 0,09 nach weniger klingt, als 0,10 Euro. Konkret ist man bei dieser Gebührenvariante also nach 10 Minuten bereits einen Euro los, nach einer Stunde 6 Euro.

Eine 15 Euro Prepaid-Karte reicht dann nicht mal für lumpige 3 Stunden. Wer länger als 30 Minuten surfen will, sollte sich also schnellstmöglich für eine „Tages-Flatrate“ für 2-5 Euro entscheiden.

Datenvolumen-Abrechnung

Hier wird nach gesaugter Datenmenge abgerechnet. Man zahlt pro "KByte" also einen gewissen Betrag. Selbsterklärend lauert auch hier eine brutale Kostenfalle, vor allem im Ausland.

Wenn für 10 KByte beispielsweise 0,30 Cent berechnet werden, dann kann bereits der Empfang oder Versand von ein paar Emails den Ruin im „Urlaub“ bedeuten.

Neben diesen meistangebotenen Tarifen gibt es noch zig weitere Varianten, im Prinzip ist alles Denkbare und nicht Denkbare vorstellbar:

http://www.rtlsurfstick.de - auch RTL bietet einen eigenen Surfstick an und bietet dabei recht ausgefallene Pakete. 90 Minuten Paket (0.99 Euro), 12 Stunden Paket (1,99 Euro), 7 Tage Paket (8.99 Euro) und 30 Tage für 19,99 Euro. 

Um es ganz klar zu sagen: die Minutentarife und Datenvolumentarife sind eigentlich fast immer Verarsche und absolut sinnlos, sie rechnen sich für den Kunden nicht. Binnen einer halben Stunde ist man quasi schon rund 3 Euro los - und eine halbe Stunde geht auch beim „nur mal schnell Email abholen“ und „kurz was nachgucken“ - verdammt schnell drauf.

Eigentlich existieren diese Minutentarife um Kunden zu verarschen, ihnen die Kohle von der Prepaid-Karte zu saugen. Denn: man wird ruckzuck in den Minutentakt gezwungen, auch wenn man den gar nicht haben will.

Die Minuten- und Datenmengen-Abrechnung“ ist für Prepaid-Internetanbieter natürlich das lukrativste Geschäft - dabei prasselt die Kohle nur so rein. Und genau da lauert die erste Kostenfalle. Typische Situation (hier im Beispiel mal O2): ein noch ahnungsloser mobiler Surfer lädt seine Prepaid-Karte auf und drückt im Verbindungsdialog das erste Mal auf „Verbinden“, ist drinnen im Internet.

Pech gehabt: nach rund 12 Minuten hatte ich von meiner mit 15 Euro geladenen Prepaid-Karte bei O2 bereits 1,15 Euro vergurkt. Ich hatte nicht gewusst, dass ich schnellmöglich irgendwie die Tages-Flatrate buchen muss, weil der Verbindungsdialog diese Option gar nicht sichtbar angeboten hat.

Wer also eigentlich eine „Tages-Flatrate“ haben will, muss erst mal rumsuchen, wie er die überhaupt buchen kann. Denn: der Verbindungsdialog fragt bei Druck auf Verbindung nicht unbedingt nach, was man haben will, sondern legt sofort los: und zwar mit der Minuten-Abrechnung! Wer dann nicht verdammt schnell reagiert und die Tages-Flatrate bucht, hat sein Guthaben ruckzuck leergesurft, ist nach wenigen Stunden „20 Euro“ los - mehr, als die Buchung einer ganzen Monats-Flatrate kostet!

Natürlich verzichten Anbieter drauf, die Sache durchschaubar zu machen: ein Verbindungsdialog könnte je erst mal nachfragen, welches Tarifmodell man gerne hätte. Und sie machen es auch richtig kompliziert zu kapieren, wie man beispielsweise an eine 24-Stunden Flatrate gelangt (siehe O2-Surfstick Report in diesem Schwerpunkt).

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