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Festplattenleistung und Infos ermitteln - HDPARM hilft

Im Idealfall hat Dein Linux einen "Gerätemanager", der alle Informationen über die Laufwerke liefert. Der universelle Weg geht über die Konsole mit dem Befehl HDPARM. Der hat tonnenweise Möglichkeiten die Leistungsdaten von Festplatten zu prüfen und sie einzustellen.

Ein typisches Alarmzeichen ist es übrigens, wenn DVD-Videos oder andere Filme von Scheiben extrem ruckeln - dann befindet sich das CD/DVD-Laufwerk sehr wahrscheinlich im lahmen PIO-Modus. Auch bei Brennfehlern sollte dringlichst überprüft werden, ob der Brenner fälschlicherweise mit PIO statt DMA arbeitet.

Schmeiß also die Konsole an und checke mal ab was bei Deinem System Sache ist. Alle wichtigen Dinge hinsichtlich Festplattenleistung lassen sich mit dem Konsolen-Tool "hdparm" durchführen. Die Befehle in der Liste unten beziehen sich jeweils auf die erste Festplatte, die stets als "hda" bezeichnet ist. Um andere Datenträger zu prüfen, gibst Du statt "hda" die jeweilige Linux-Bezeichnung des Datenträgers an. Hier die erste Methode:

HDPARM-Methode

Tipp

sudo hdparm -t /dev/hda

Führt einen Geschwindigkeits-Test des Laufwerks "hda" durch. Achtung: dieser Test ist alles andere als präzise und mit daher mit Vorsicht zu geniesen - Hinweise dazu später,

Achtung: Die meisten hdparm-Anweisungen müssen im Superuser-Modus (SU) in der Konsole ausgeführt werden, also mit Administratorrechten. Im Fall von Ubuntu muss in der Konsole dazu jeder Befehlszeile "sudo " vorangestellt werden.

Zunächst wirst Du vermutlich mal wissen wollen, wie schnell Deine Festplatte unter Linux ist, führst also "hdparm -t /dev/hda" aus (beziehungsweise unter Ubuntu "sudo hdparm -t /dev/hda", weil das Administrator-Rechte erfordert:

Typisch: Hier wurde "hdparm" mehrmals hintereinander ausgeführt. Beim ersten Lauf ermittelte es  eine Leseleistung von 16,66 MByte/s. Beim zweiten Durchlauf ergaben sich 28,57 MByte/s. Die anschließenden Tests ermittelten eine Leistung um 39 MByte/s (was auch der tatsächlichen möglichen Leistung der verwendeten Platte entspricht).

In Linux-Artikeln zu Festplatten-Tuning wird oft empfohlen erst Mal die Speed mit hdparm zu ermitteln, dann Einstellungsänderungen durchzuführen (beispielsweise DMA aktivieren) und erneut zu messen. In den Leserkommentaren zu diesen Tuning-Beiträgen geht es dann kreuz und quer.

Die einem vermelden sensationellen Leistungsgewinn, andere berichten, dass sich bei ihnen nix verbessert hat. Oftmals ist der Grund halt schlichtweg der, dass die Geschwindigkeitsmessung mit "hdparm" keine präzise Sache ist. Und wer beim ersten Durchlauf rund 17 MByte/s kriegt, dann eine Einstellung ändert und schließluch 39 MByte/s rauskriegt, wird natürlich jubeln - obwohl die Einstellung eigentlich nix gemacht hat.

Also: Betrachte den Speedtest mit "hdparm" als eine fragwürdige Sache. Pi mal Daumen gilt: lasse den Test zig Mal durchlaufen, sobald sich ein konstantes Messergebnis einpendelt (wie oben im Test ca 40 MByte/s) kannst Du davon ausgehen, dass dieses Ergebins halbwegs realistisch ist.

Hardware-Freaks wissen natürlich bereits anhand technischer Daten, welche Leseleistung bei ihren Festplatten so rauskommen muss. Für Einsteiger gilt: seit ca 2000 haben selbst billigste Platte eine Leseleistung gut über 30-40 MByte/s. Wenn Du bei einer Platte ab Baujahr 2000 also eine viel geringere Leseleistung als 30 MByte/s ermittelst, dann ist was faul. Die Platte wird wahrschleinlich im falschen Betriebsmodus gefahren.

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