Multimedia-PCs selbst zusammengebaut - Seite 2

Festplatten - auf die Lautstärke kommt es an

Neben den Lüftern im PC ist die Festplatte eine der größten Lärmquellen. Für den Einsatz in einem Multimedia-PC sind alle aktuellen Festplatten schnell und groß genug, sodass die Geräuschentwicklung eigentlich das einzige zu lösende Problem darstellt, wenn der Rechner später im Wohnzimmer stehen soll.

Der Geräuschpegel einer Festplatte setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Lautstärke im Leerlauf und beim Zugriff. Die Geräuschemission im Leerlauf wird hauptsächlich durch das (Kugel-)Lager und Luftturbulenzen im Inneren des Gehäuses verursacht, die durch die Drehung der Platten entstehen. Bei den meisten Festplatten hört man im Leerlauf ein leichtes Summen, bei Festplatten mit extrem hoher Drehzahl kann daraus aber auch ein störendes Pfeifen werden.

Beim Zugriff entstehen klickende oder knarrende Geräusche durch das Positionieren des Kopfes. Um die Zugriffszeit möglichst kurz zu halten, wird der Kopf vom Motor so schnell wie möglich zur nächsten Spur bewegt, indem sowohl die positive als auch die negative Beschleunigung des Kopfes so groß wie möglich gesetzt werden.

Diese Art der Positionierung wird im Fachjargon als Bang-Bang-Suche bezeichnet. Die Spannungskurve, die an den Motor angelegt wird, ist dabei fast rechteckig und enthält hochfrequente Schwingungen, die durch das Gehäuse als Resonanzkörper verstärkt werden. Um nicht auf hohe Leistung verzichten zu müssen, andererseits aber auch Anforderungen an leise Produkte erfüllen zu können, haben die Festplattenhersteller ihren Festplatten einen Silent-Modus spendiert, der sich mittels geeigneter Tools oder BIOS-Einstellungen aktivieren lässt. Dadurch sinkt zwar die Zugriffszeit etwas, da aber in der Regel nur auf wenige große und kaum fragmentierte Dateien zugegriffen werden muss, macht sich das in der Praxis kaum bemerkbar.

Wie leise eine Festplatte ist, lässt sich vor dem Kauf nur schwer herausfinden. Einige Anwender greifen daher gleich zu Festplatten mit nur 5400 Umdrehungen, auch wenn aktuelle 7200- er Platten durch ihre modernen Kugellager ebenfalls sehr leise sein können. Manche Hersteller geben Werte an, die aber nicht immer vergleichbar sind.

In unserer Schallmesskammer testen wir alle Festplatten auch auf ihre Geräuschemission im Leerlauf und beim Zugriff. Da sich unser Messaufbau bei Festplattentests nicht ändert, sind die Platten aller vergangenen und zukünftigen Ausgaben in Bezug auf Lautstärke und Leistung vergleichbar. Messwerte aktueller Platten finden Sie auf der PC-Magazin-Webseite (www.pc-magazin.de). Wenn Sie die Daten vergleichen, bedenken Sie, dass die Akustikwerte nicht linear sind. Die subjektive Lautstärke verdoppelt sich nicht bei doppeltem Messwert, sondern nur alle zehn Dezibel.

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