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Farbtiefen-Spielereien - 16 Bit, 24 Bit oder was?

Je höher die Farbtiefe einer Grafikkarte, desto besser die Farben bei der Bilddarstellung. Typischerweise werden 24 Bit verwendet. Eine Ecke schlechter, aber dennoch okay sind 16 Bit. Theoretisch ist es so, dass mehr Bit mehr Speicher und mehr Rechenleistung verbraten, 24-Bit Betrieb also theoretisch langsamer ist als 16-Bit. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass das sehr vom jeweiligen Grafikprozessor einer Grafikkarte abhängt, eine pauschale Aussage ist nicht möglich.

In diversen Linux-Beiträgen zu Grafikkarten-Tuning findet sich der Tipp, man solle doch mal von 24-Bit- auf 16 Bit-Farbtiefe runterschalten, falls die Grafik langsam ist oder Videos ruckeln. Dazu wird typischerweise die xorg.cong-Datei des X-Servers bearbeitet:

Die gewünschte Farbtiefe wird typischerweise in der Textdatei xorg.conf eingestellt, die sich im Verzeichnis /etc/X11/ befindet. Hier im Bild sind 24 Bit Farbtiefe aktiviert.

Im Prinzip kann man in xorg.conf anstelle von 24 den Wert 16 eintragen um 16-Bit Farbtiefe anzufordern. Anfordern heißt aber nicht zwangsläufig kriegen!

Hier gilt: Theoretisch ist der Tipp die Farbtiefe testweise runterzusetzen gut, praktisch hat er einen Haken. Je nach Treiberversion eines Grafikherstellers kann es nämlich sein, dass der Originaltreiber vom Grafikkartenhersteller gar keinen 16-Bit-Betrieb unter Linux unterstützt!

Wird ein Grafikkarten-Treiber per xorg.conf-Bearbeitung gezwungen eine Farbtiefe zu verwenden, die er nicht unterstützt, dann erlebst Du beim Neustart des Systems in der Regel den großen Knall: der X-Server startet nicht mehr, nur noch die Linux-Textkonsole erscheint.

Hier bleibt dann nur ein zuvor angefertiges Backup der xorg.conf zurückzuspielen oder in der Textkonsole xorg.conf mit einem Texteditor so zu bearbeiten, dass wieder die zuvorige Farbtiefe eingetragen ist.

ATI weist in seiner Dokumentaion zum Linux-Grafikarten-Treiber hier ausdrücklich darauf hin, dass der  Original-ATI-Treiber nur 24 Bit Farbtiefe unterstützt.

Kurzum: Es lohnt sich immer die Treiber-Dokumentation der Grafikartenherseller gründlich durchzulesen, bevor Du an Einstellungen rummachst. Das spart Dir viel Stress. Leider sind diese Dokumentationen meist nur in Englisch verfügbar.

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