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Externe Platten - Anschlussvarianten durchleuchtet

Bei den Anschlüssen von externen Festplatten geht es kreuz und quer. Auch ein Ein-/Ausschalter ist nicht immer vorhanden.

Bei externen Festplatten gibt es aktuell vier Anschlussvarianten: USB, Firewire, Netzwerk (NAS) und eSATA. Hier ein schneller Überblick:

Anschluss

Tipp

USB

Die gängigste Methode um externe Festplatten am PC anzuschließen ist die USB-Schnittstelle. Inzwischen unterstützen alle USB-Platten natürlich den "schnellen" USB-Standard 2.0. USB 2.0 schafft theoretisch 60 MByte/s. Praktisch sind es weniger - je nach USB-Controller im PC und Anzahl der gleichzeitig angesteuerten USB-Geräte, sinkt die Maximalgeschwindigkeit für einzelne Geräte.

Und selbst bei theoretischen 60 MByte/s ist USB 2.0 bei externen Platten immer ein Flaschenhals. Denn: auch "billige" Platten schaufeln inzwischen gut 100 MByte/s. Der Flaschenhals wird erst durch das neue USB 3.0 beseitigt werden. Das ermöglicht dramatisch höhere Datenraten wird sich aber voraussichtlich erst 2009/2010 im Massenmarkt durchsetzen.

Enorm heikel ist bei USB-Festplatten die Datensicherheit. USB wurde niemals für den Transport gewaltiger Datenmengen konzipiert - es können grässliche Probleme und Datenverlust auftreten.

Dennoch ist USB bei externen Festplatten aktuell die meistverwendete Schnittstelle - insbesondere bei billigen Modellen aus dem "Lebenmittelhandel".

Firewire

Die USB-Alternative Firewire gibt es in zwei Varianten. Das alte Firewire 400 schafft theoretisch 50 MByte/s, das neuere Firewire 800 rund 100 MByte/s. Wie bei USB geht auch hier ein Teil der Speed beim Firewire-Controller flöten. Firewire 800 ist bei modernen Platten mit mehr als 100 MByte/s also ebenfalls ein Flaschenhals.

Immerhin verwenden inzwischen alle aktuellen externen Platten mit Firewire-Anschluss den Firewire 800 Standard. Ursprünglich waren externe Platten mit Firewire eklig teurer als solche mit USB. Inzwischen haben sich die Preise angenähert, Firewire-Modell kosten nur noch "ein paar Zehner" mehr.

Der Preisunterschied ist eigentlich nicht wirklich kapierbar - Firewire-Platten bieten gegenüber USB keinen gravierenden Vorteil. Weder bei der Geschwindigkeit noch bei der Datensicherheit.

Ethernet (NAS)

Recht verbreitet sind inzwischen auch Platten mit "Netzwerk"-Anschluss, als NAS (Network Attached Storage) bezeichnet. Im Idealfall wird ein 1000 MBit/s Netzwerkanschluss geboten, der theoretisch bis zu 125 MByte/s schaufelt.

Im Hinblick auf moderne Platten die durchaus schneller als 125 MByte/s sein können, ist also auch ein Netzwerkanschluss bei einer externen Platte schnell ein Flaschenhals. Der Flaschenhals schlägt logischerweise sofort zu, wenn ein externes Gehäuse mehrere Festplatten drinnen hat, die sich die 125 MByte/s Bandbreite dann teilen müssen.

Rein von der Flexibilität her ist so eine externe Ethernet-Platte eine praktische Sache. Sie wird beispielsweise an einen Router gehängt und dann kann jeder Teilnehmer eines Netzwerks per Kabel oder WLAN auf sie zugreifen.

Leider sind externe Festplatten mit 1000 MBit/s Ethernet-Anschluss aktuell noch recht teuer - sie kosten rund das Doppelte bis Dreifache wie ein USB-Ding - wenn man nicht auf "Selbstbau" ausweicht.

eSATA

eSATA (externes SATA) ist die modernste Anschlussvariante. Aktuelle eSATA-Platten kommen entweder mit eSATA 150 (150 MByte/s) oder eSATA 300 (300 MByte/s). Damit ist eSATA also im Gegensatz zu allen anderen Lösungen kein Flaschenhals. Und es ist die beste Lösung.

Ein eSATA-Anschluss an einem PC ist im Prinzip nichts anderes als eine herausgeführte SATA-Buchse des Mainboards. Eine externe eSATA-Platte wird also DIREKT über ein Kabel mit dem Mainboard verbunden. Im Gehäuse der Platte ist keine spezielle Elektronik nötig - alles geht direkt per Kabel von der Platte bis zum Mainboard durch (zuzüglich der mechanischen Buchsen).

Kommentare zu diesem Artikel (5)

muelli75
Sehr interessanter Artikel! Mich würde interessieren, wie aktuell die Problematik mit USB-Festplatten noch ist bzw. ob die Fehler wirklich in großem Ausmaß auftreten. Ich benutze jetzt seit Jahren USB2-Festplatten und hatte bisher keine Probleme. Meine Daten spiele ich von der internen Platte mit FreeFileSync auf (was ich übrigens sehr empfehlen kann). Mit dem Programm ist ein Binärvergleich zwischen Quelle und Ziel möglich. Bisher würde immer alles bitgenau übertragen. Auch habe ich nahezu keine Informationen im Internet zu dem Thema gefunden. Da USB sich bei externen Platten durchgesetzt hat und ESATA mehr oder weniger Exotenstatus hat, kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass die Problematik mit Fehlern bei der Übertragung großer Dateien nennenswerte Ausmaße hat. Klar - bei USB sind mehrere Controller beteiligt, wodurch die potenziellen Fehlerquellen größer sind. Da es jetzt aber auch nicht sooo viele unterschiedliche Controller-Hardware gibt, gehe ich mal davon aus, dass die Hersteller externer USB-Platten ihre Produkte weitgehend auf Zuverlässigkeit testen. Irgendwelchen Billig-Gehäusen würde ich auch nicht unbedingt über den Weg trauen, aber bei vermutlich mehreren Millionen verkauften USB-Festplatten würde ich wirklich gerne mal wissen, ob tatsächlich Anlass zu Paranoia besteht.
Michael Nickles
Hallo muelli, Von Paranoia würde ich nicht unbedingt reden. Der Artikel hier ist zwar schon älter, aber egal ob USB 2.0 oder USB 3.0: die Controller mobiler Platten halte ich nach wie vor für einen heiklen Faktor. Man sollte halt einfach auf Nummer sicher gehen und so einer Platte nicht blind vertrauen, gleich am Anfang (und auch später wieder mal) einen Test durchführen. Eine einfache, aber definitiv zuverlässige (und unverändert gültige) Testmethode habe ich hier beschrieben: http://www.nickles.de/c/s/praxis-externe-festplatten-usb-datensaerge-enttarnen-623-1.htm Grüße, Mike
muelli75
Michael Nickles
Hallo muelli, Zur Diskussion von Problemen verwendest Du besser die Foren auf Nickles.de. Dafür ist diese Artikel-Kommentierfunktion hier nicht geeignet. Grüße, Mike
muelli75
P.S. Eigentlich sollte der Test doch auch mit FreeFileSync (http://sourceforge.net/projects/freefilesync/) mit der Vergleichseinstellung "Dateiinhalt" gehen, oder? Hier werden halt auch die Ordnerpaare einem Binärvergleich unterzogen. Schau Dir FFS auf jeden Fall mal an, ich finde das Tool super. Nur bei der Installation nicht die Toolbar mitinstallieren! Beste Grüße, Christoph

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