PC selbst gemacht - Seite 4

Die Komponentenauswahl - Geiz ohne Gnade

Zu allererst muss für so einen 99 Euro PC natürlich die geeignete "billige" Hardware gefunden werden.

Ich hatte schon ein paar Bier drinnen, Cornelius Kopp war noch nüchtern - der trinkt nur Cappuchino. Wir kamen auf die Idee eine brandneue Kiste für unter 100 Euro zu bauen. Also: im Internet nach den billigstmöglichen Komponeten rumsuchen, die es als Minimum braucht einen kompletten PC zusammenzubrutzeln.

Die Suche nach den billigsten brauchbaren Komponenten war hart, denn diesmal ging es um JEDEN Cent. Und es war ausdrücklich Bedingung, dass ausnahmslos NEUWARE gekauft wird. Auch auf Spezialschnäppchen wie "Sonder-Restposten" wurde verzichtet - es musste sich um Ware handeln, die tatsächlich real verfügbar ist.

Die Suche nach den biligsten brauchbaren Komponenten für die "99 Euro Kiste" war kitzlig, es gab diverse Dinge zu überlegen. Cornelius erwägte die Idee einen spottbilligen Komplett-PC zu kaufen und dessen Platte und DVD-Laufwerk auf Ebay zu verknallen um den Endpreis auf maximal 99,99 Euro zu bringen. Ich schlug vor, den Lüfter des Gehäuses zu verhökern - ein PC in dem so gut wie nix drin ist, kann schließlich nicht aufregend heiss werden.

Auf jeden Fall war schnell klar: einen neuen PC unter 100 Euro zu basteln ist schwer. Es besteht so gut wie keine Chance das bestmögliche Preis-/Leistungsverhältnis zu kriegen. Wenn der billigste Prozessor 25 Euro kostet und ein "doppelt so schneller" nur 10 Euro mehr, dann muss trotzdem der für 25 Euro genommen werden. Dinge wie geniales Design fallen bei einem 100 Euro PC ebenfalls flach. Man muss gnadenlos das billigste Gehäuse abchecken, das zu kriegen ist - auch wenn es optisch noch so grauenvoll aussieht.

Randnotiz: Für die Suche nach den billigsten Preisen von Komponenten, verwendeten wir natürlich gängige Preis-Suchmaschinen. Dabei bestätigte sich, dass diese Suchmaschinen  sehr unterschiedliche Fundergebnisse und Preise ermitteln. Im Schnitt erhielten wir die "billigsten Preise" über http://www.hardwareschotte.de. So war es zumindest zum Zeitpunkt der Sucherei - natürlich können sich die Ergebnisse der Suchmaschinen jederzeit ändern.

http://www.hardwareschotte.de - der Preisvergleicher für PC-Hardware erwies sich im Rahmen der Suche nach billigsten Komponenten für den 99 Euro PC als sehr brauchbar.

HINWEIS: Während der Arbeit am Nickles 99 Euro PC-Projekt sind die Hardware-Preise natürlich täglich weiter gefallen, es gibt jetzt bereits "Barebone-PCs" (also Basisrechner ohne Betriebssystem und Laufwerke) für rund 120 Euro:

http://www.pollin.de: Hier wird ein Barebone-PC ohne System und Laufwerke für 119 Euro angeboten.

Der Knackpunkt beim obigen 119 Euro System: der Rechner hat zum einen nur 512 MByte DDRAM. Das ist heute auch bei einem Billig-PC zu wenig - vor allem wenn er ohne Laufwerke auskommen soll. Zudem ist "altes" DDRAM deutlich teurer als modernes DDR2-RAM. Will man den Rechner auf 1 GByte bringen, dann sind schon mal rund 20 Euro für ein weiteres "veraltetes" 512 MByte DDR-Modul fällig. Hinzu kommen natürlich noch die Kosten für einen - mindestens - 2-4 GByte USB-Stick für rund 6-10 Euro. Damit wird die Kiste ruckzuck zu einer 150 Euro Maschine - ist also einen 50er vom Nickles 99 Euro PC entfernt.

An dieser Stelle sei auch schon vorab verraten: der springende Punkt beim 99 Euro PC ist natürlich nicht nur die billige Hardware, sondern vor allem auch das Betriebssystem. Es muss ein Linux verwendet werden, das ideal für einen Rechner ohne Laufwerke ist. Und es muss so einsteigerfreundlich und optisch cool sein, dass auch ein "Laie" damit klarkommt und kein gewohntes Windows vermisst!

Hier geht es jetzt erstmal mit der Hardware los: es war recht spannend, die Komponenten für die 99 Euro Maschine zu finden…

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