Linux für alle - Seite 6

Dateisysteme im Überblick - die guten, die bösen, die fatalen

Unter Microsoft Windows gab es früher die alten Dateisysteme FAT16 und FAT32, seit Windows NT ist NTFS das unter Windows übliche Dateisystem, mit dem Festplatten formatiert werden. Unter Linux gibt es verschiedene Dateisysteme, auch die Microsoft-Dateisysteme werden (teils) unterstützt:

Dateisystem

Tipp

Ext3

Bereits der Vorgänger Ext2 erfreute sich großer Beliebtheit, aktuell ist die Ext3 Version, die zum Vorgänger Ext2 abwärtskompatibel ist. Auch Ext2 basierte Tools können mit Ext3 umgehen. Das ist recht praktisch, wenn ein beschädigtes Ext3-Dateisystem repariert werden soll.

ReiserFS

ReiserFS ist ein weiteres typisches Linux-Dateisystem, das inzwischen in der Version 3 erhältlich ist, die Version 4 befindet sich in Entwicklung.

Vfat

Unter Microsoft Windows waren früher die Dateisysteme FAT16 und FAT32 verbreitet, die inzwischen praktisch komplett durch NTFS abgelöst wurden. Linux kann die alten FAT-Dateisysteme lesen und schreiben, sie werden bei Linux als "Vfat" bezeichnet. Vfat ist also lediglich die Linux-Bezeichnung für die alten Microsoft Dateisysteme.

Der Einsatz von Vfat macht heute kaum noch Sinn (ausser auf Wechseldatenträgern wie USB-Sticks). Einziger Vorteil des alten Krempels: Linux kann prima damit umgehen. Wer Daten zwischen Linux und Windows austauschen will (Parallel-Installation von Linux und Windows auf einem PC) kann also eine Vfat-Partition verwenden. Ideal für Systemübergreifenden Datenaustausch ist ein USB-Stick, der mit Vfat formatiert wird.

NTFS

NTFS ist das unter Microsoft Windows NT, XP und Vista dominierende Dateisystem. Linux hat keine Probleme damit, NTFS-formatierte Festplatten zu lesen. Inzwischen gibt es auch diverse Linux-Lösungen um NTFS unter Linux schreiben zu können. ABER: das Schreiben auf NTFS-Platten (und sei es nur das Umbenennen einer Datei) ist allerdings ein extrem riskantes Manöver das Datenverlust bedeuten kann. LASS ES BLEIBEN!

Klar - es gibt noch tonnenweise weitere Linux-Dateisysteme und tonnenweise technische Details dazu. Wer verrückt werden will, wirft einfach eine Internet-Suchmaschine an und gibt die Stichworte "Linux Dateisysteme" ein. Unterm Strich gilt: ReiserFS oder Ext3, aber nimm NIEMALS ein neues, experimentelles Dateisystem! Die Version 4 von ReiserFS beispielsweise wird voraussichtlich extrem schnell sein - dennoch ist der Einsatz eines Dateisystems erst dann ratsam, wenn es sich ein paar Jährchen bewährt hat. Kurzum: Fackel nicht rum und nimm Ext3 - da kannst Du nichts falsch machen. Ext3 wird von vielen Linux-Distributionen zunehmend bereits bei der Installation standardmäßig als Dateisystem vorgeschlagen. Novell und Suse halten noch vorwiegend an ReiserFS fest.

Welches Dateisystem nehmen? Das ist eine der Fragen, bei der sich Linux-Freaks schnell in die Wolle kriegen. Jeder hat sein Ding auf das er schwört. Meine Meinung: mach Dich nicht kirre, nimm Ext3 oder ReiserFS, basta.

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