PC selbst gemacht - Seite 2

Das Billig-Gehäuse - Überraschung aus Belgien

Der gewiss spannendste Faktor war natürlich das billige PC-Gehäuse, das wir in Belgien für 6,50 Euro bestellt hatten. Die Artikelbeschreibung ließ bestenfalls rätseln, was da wirklich kommen wird und wir gingen davon aus gnadenlos beschissen zu werden. So war in der Beschreibung beispielsweise nur von "ATX-Gehäuse" die Rede.

Von ATX gibt es allerdings zig verschiedene Form-Faktoren, nicht jedes "ATX-Mainboard" passt in jedes ATX-Gehäuse rein. Die Produktfotos ließen allerdings erahnen, dass das Gehäuse elend klein ist und wir gingen vorsichtshabler vom kleinsten ATX-Format aus. Drum entschieden wir uns beim Mainboard-Kauf für eine "Mini-ITX"-Modell (und jede andere Entscheidung wäre fatal gewesen).

Denn: die komplette Kalkulation des zweiten 99 Euro PC hing natürlich davon ab, dass wir es geschafft hatten, dieses verflucht günstige 6,50 Euro Gehäuse zu ergattern. Ein 10er mehr für ein alternatives Gehäuse war also nicht mehr drinnen, um das Preislimit einzuhalten.

Das 6,50 Euro Gehäuse: blau-weiß und mit Schriftzug "Viglem". Unsere Rechereche ergab, dass das Gehäuse ursprünglich von einem US-Hersteller namens "Palo Alto Computers" entwickelte wurde, der unter anderem auch Gehäuse für Sun gebaut hat.

Gehäuse von vorne. Hinter dem freien Schlitz lässt sich ein CD/DVD-Laufwerk im Slimline-Format einbauen. Unter dem Einschaltknopf gibt es ein Front-Anschlußpanel mit zwei USB-Buchsen, Mikrofon- und Kopfhörer-Anschluss.

Praktisch: um an die Innereien zu gelangen, wird die Ummantelung einfach komplett abgezogen und man kommt simpel an den Metallkäfig ran. Die Frontplatte lässt sich ebenfalls leicht abnehmen und wieder anbringen.

Auch der Metalkäfig lässt sich leicht aufklappen:

Im Inneren des Gehäuses fand sich erfreulicherweise auch das nötige Zubehör: Stromanschlusskabel, USB-Kabel für Front-USB-Buchsen sowie Montageschrauben. Das wurde in der Anzeige gar nicht erwähnt.

Im Ebay-Angebot stand übrigens drinnen, dass kein Netzteilkabel dabei ist. Wir kriegten dennoch eins geliefert, was aber wenig brachte: es hat einen Stromstecker für Großbritannien.

Auf die linke Gehäuseplatte wird das Mainboard montiert, im Teil rechts unterhalb vom Netzteil ist Platz für eine Festplatte bis zu 3.5 Zoll Baugröße und ein Slimline-CD/DVD-Laufwerk.

Blick auf das "kleine" Netzteil, das "nur" 85 Watt rauslässt. Als Lüfter ist ein großer Standard-Ventilator draufmontiert, der sich (falls mal nötig) recht leicht ersetzen lässt.

Zum besseren Einschätzen der Größe: in das Miniatur-Gehäuse lässt sich grad mal eine Bierflasche reinstellen. Es ging also maximal ein Mainboard im Mini-ITX-Format rein. Strenggenommen auch eines im inzwischen exotischen (etwas größeren) "FlexATX"-Format, für das das Gehäuse wohl ehemals konzipiert wurde.

Kurzum: bei diesem Gehäuse haben wir wirklich ein Schnäppchen gemacht - ordentliche Verarbeitung, sehr Montagefreundlich, alles Nötige im Lieferumfang. Natürlich gilt bei derlei "Billiggehäusen" die uralte Nickles-Faustregel "Pflaster" bereitlegen. Bei solchen Billigdingern sind die Metalkanten innen drinnen fast immer "scharfkantig" und man scheidet sich schnell (was mir später beim Montieren natürlich auch passierte).

Kommentare zu diesem Artikel (1)

Dark-Soul
Hallo, ich möchte was anmerken, Asrock ist garnicht mal so schlecht. Denn ich habe selber ein Asrock-Board (Asrock 880GXH/USB3) und hat noch keine solchen Probleme wie Sie es beschrieben und es ist auch ein ordentliches Handbuch mitgeliefert worden...:) Wie gesagt mein Asrock Board läuft ohne Probleme nur das eine Problem kenn ich und zwar wenn man ins BIOS mit F2 will muss man bei meinem Board sehr schnell drücken sonst Bootet es gleich. Aber so könnte ich nix sagen auch die Anschlüsse hinten sind sauber und fest Angelötet. Das Asrock Board habe ich jetz schon gute 5-6 Jahre und es läuft immer noch, wenns nicht laufen würde hätte ich den Kommentar^^oben nicht schreiben können.

Artikel kommentieren