FAT und NTFS im Vergleich - Seite 2

Cluster
Daten werden in Blöcken auf einer Partition abgelegt - so ein Block heisst Sektor und ist immer 512 Byte gross. Allerdings ist er nicht direkt adressierbar. Statt dessen werden so genannte Cluster aus den Sektoren gebildet. Cluster bilden die kleinste Zuordnungseinheit. Die Cluster-Grösse ist bei den einzelnen Dateisystemen sehr unterschiedlich und reicht von 512 Byte bis 64 KByte. Sie hängt ab von der Grösse der Partition und Anzahl Cluster, die das Dateisystem verwalten kann. Daraus ergeben sich maximale Partitionsgrössen für jedes Dateisystem.

Den Zusammenhang zwischen Partitions- und Cluster-Grössen zeigt die folgende Tabelle:

Partitionsgröße FAT16 FAT32 NTFS
7 MByte - 16 MByte 2 KByte nicht unterstützt 512 Byte
17 MByte - 32 MByte 512 Byte nicht unterstützt 512 Byte
33 MByte - 64 MByte 1 KByte 512 Byte 512 Byte
65 MByte - 128 MByte 2 KByte 1 KByte 512 Byte
129 MByte - 256 MByte 4 KByte 2 KByte 512 Byte
257 MByte - 512 MByte 8 KByte 4 KByte 512 Byte
513 MByte - 1024 MByte 16 KByte 4 KByte 1 KByte
1025 MByte - 2 GByte 32 KByte 4 KByte 2 KByte
2 MByte - 4 GByte 64 KByte 4 KByte 4 KByte
4 MByte - 8 GByte nicht unterstützt 4 KByte 4 KByte
8 GByte - 16 GByte nicht unterstützt 8 KByte 4 KByte
16 GByte - 32 GByte nicht unterstützt 16 KByte 4 KByte
32 GByte - 2 TByte nicht unterstützt nicht unterstützt 4 KByte

Partitions- und Cluster-Größen.

Betrachten wir eine FAT16-Partition. Die Zahl nach FAT gibt die Anzahl Bits an, die für einen Eintrag in der FAT verwendet werden. FAT16 kann 2 ˆ 16 = 65536 Cluster ansprechen. Die maximale Cluster-Grösse, die zum Beispiel Windows 98 noch verwalten kann, beträgt 32 KByte. Daraus ergibt sich, dass die grösst mögliche Partition 65 536 * 32 = 2 097 152 KByte gross sein kann, also genau 2 GByte. Da Windows intern einige Cluster für sich reserviert, bleiben lediglich 65 524 Cluster übrig, die grösst mögliche Partition ist als nur 1,999 GByte gross. Zu bachten ist, dass unter NT 4 GByte möglich sind, die aber von Windows 98 nicht angesprochen werden können. Bei der Einrichtung von NT/Windows-98-Multibootsystemen ist daher die C-Partition mit maximal 2 GByte FAT16 zu formatieren.

FAT32 kann theoretisch Partitionen bis zu einer Grösse von 2 Terabyte verwalten. Microsoft hat aber eine künstliche Beschränkung auf 32 GByte eingebaut. Allerdings kann Windows 2000 noch grössere Partitionen verwalten, die dann aber von einem anderen Betriebssystem erzeugt werden müssen.

Verschnitt
Speichern Sie eine Datei, die nur ein Byte goss ist, wird dazu ein ganzer Cluster benötigt. Bei einer 2-GByte-FAT16-Partition mit 32 KByte Cluster-Grösse, werden also 32 KByte – 1 Byte verschwendet. Dieser Platz „verschwindet“ einfach von der Partition und steht nicht mehr zur Datenspeicherung zur Verfügung. Diese Verschwendung wird als Verschnitt bezeichnet und kann bis zu mehreren hundert MByte betragen. Kleinere Cluster-Grössen reduzieren den Verschnitt. FAT32 und NTFS nutzen den Festplattenplatz besser aus, da sie verglichen mit FAT16 kleiner Cluster verwenden.

Ein altes FAT16-Problem stellt die Anzahl Einträge im Stammordner der Festplatte dar. Besonders weniger versierte Anwender speichern dort ihre Dateien und erhalten eines Tages die Fehlermeldung, dass die Platte voll sei. In Wirklichkeit ist aber nur die Grenze von 512 Einträgen erreicht. Bei Einsatz langer Dateinamen kann dieser Grenzwert stark abnehmen. Bei NTFS (und FAT32) gibt es keine derartige Beschränkung.

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