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AMD: HDTV total ohne Prozessor - effektive Biliglösungen

Eines der letzten Argumente warum es einen fetten Prozessor braucht, war bis zur Cebit 2008 die Wiedergabe von HD-Videos - egal ob Bluray oder HD-Videodateien. Damit ist inzwischen Schluss. Die komplette HD-Video-Wiedergabe ist jetzt Sache der Grafikkarte beziehungsweise von Onboard-Grafik-Chips, der Prozessor spielt keine nennenswerte Rolle mehr. Zwar muss er noch mitrechnen, aber die Grafik beschleunigt derart, dass selbst eine „Billigst-CPU“ ausreicht.

Hinweis: Generell verbrät der Prozessor bei kommerziellen HD-Video-Wiedergabe (Bluray) eigentlich nur Rechenleistung um den Kopierschutz einer HD-Videoscheibe zu entschlüsseln und um Audio zu decodieren. Wird unverschlüsseltes HD-Videomaterial abgespielt, reduziert sich die CPU-Belastung entsprechend enorm.

Auf der Cebit 2008 zeigte AMD erstmals den neuen Chipsatz AMD 780G mit Radeon HD3200 Grafikeinheit.

Bei dieser ersten Lösung die aus der Verschmelzung von AMD- und ATI-Technik enstanden ist, trumpft AMD vor allem auch mit Energieeffizienz - ein gewichtiges Argument für „Wohnzimmer-PCs“. Der Chipsatz ist bereits in 55nm Fertigungstechnik hergestellt und verbraucht deutlich weniger Energie als Intel’s Chipsätze, die noch mit 90nm Herstellungsverfahren produziert werden.

Normalerweise zwackt sich Onboard-Grafik ihren Speicher vom Arbeitsspeicher des PC ab. Das ist bei AMDs’s 780G/HD3400 Chipsatz generell ebenso, Mainboard-Hersteller können für den Grafikchip allerdings auch eigenes RAM auf das Mainboard löten. Dadurch ergibt sich dann eine quasi eigenständige Grafikkarte. Praktischerweise liefert der neue AMD/ATI-Grafikchip auch mehrere Videoausgänge. Bisherige Onboard-Grafiklösungen unterstützten generell nur den Anschluss von einem Monitor.

AMD/ATIs neues Onboard-Grafik-Konzept ist auch „Crossfire“-tauglich. Wird eine geeignete AMD/ATI-Grafikkarte zusätzlich eingebaut, kann sie ihre Grafikleistung mit der Onboard-Grafik bündeln. Diese Methode bezeichnet AMD als „ATI Hybrid CrossFireX“. Eine zusätzlich eingebaute Grafikkarte muss CrossfireX unterstützen wenn sie mit der Onboard-Grafik zusammenarbeiten soll.

Achtung: AMD setzt für CrossFireX-Betrieb Microsoft Windows Vista voraus - mit anderen Betriebssystemen klappt es nicht.

Zur Markeinführung des 780G kamen als erste CrossFireX-fähige Karten die Radeon HD 34nn Modelle, die erste im Handel war die Radeon-Modellreihe HD 3450:

Club 3D CGAX-3456 - diese CrossFireX-taugliche Karte war im März 2008 für gerademal rund 40 Euro zu kriegen.

Leistungstechnisch ist die Onboard-Grafik des 780G rund doppelt so schnell wie Intels aktueller G35-Onboard-Grafikchip. Steckt man eine billige 40 Euro Grafikkarte mit HD 3450 Chip dazu und hat dann CrossFireX-Verbund, verdoppelt sich die Leistung nochmals.

Das finale Wunder ist AMD/ATI neue Onboard-Grafiklösung nicht, auch in Kombination mit einer zusätzlichen HD 3450 Grafikkarte, reicht die Leistung für Highend-3D-Spiele wie Crysis nicht aus. Für weniger anspruchsvolle Games wird hier allerdings erstaunliche Leistung zu einem erstaunlichen Preis geboten.

Zudem: Leistung, Ausstattung und Energieverbrauch sind deutlich besser als bei Intels Onboard-Grafik-Lösungen. Besonders attraktiv ist zudem der Preis. Mainboards mit 780G/HD3400 Chipsatz werden rund 70-80 Euro kosten und sind seit April 2008 im Handel erhältlich.

In der CPU-Ecke wird AMD aktuell von Intel arg gequält. Intel kann problemlos auf jegliche neue AMD-CPUs und Preissenkungen reagieren. Mit dem 780G/HD3400 Chipsatz hat AMD den Spieß allerdings ordentlich umgedreht - hier kann Intel im Moment noch nicht mithalten, Intel’s Onboard-Grafiklösungen sind schlichtweg noch zu schlapp. Logischerweise unterstützt der neue AMD/ATI-Mainboard-Chipsatz nur AMD-Prozessoren.

Wer eine vergleichbar leistungsstarke Plattform für Intel-CPUs sucht, dem bleibt nur drauf zu hoffen, dass Intel sehr bald einen „Wunder-Onboard-Grafikchip“ aus dem Hut zaubert.

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