Festplatten - Fakten Tipps Tricks

REPORT: Externe USB-Festplatten - unsinnige "Schnäppchen" erkennen und vermeiden

Externe USB-Festplatten sind ungebrochen die günstigste Methode, große Datenmengen zu transportieren und zu archivieren. Preislich kämpfen die Anbieter Kopf an Kopf, das geht vielleicht einen Zehner hin oder her. Dennoch ist es fatal zum vermeintlich günstigsten Produkt zu greifen. Dieser Report zeigt worauf es ankommt.

Bild: Typische Festplatten-Aktionsware bei Saturn. (Foto: mn)

Wenn es schnell gehen muss, dann spricht nichts dagegen, es direkt im nächsten Laden zu erledigen. Die Preise für externe Platten sind ziemlich im Keller, über einen Preisvergleich im Internet lässt sich generell kein irrer Preisvorteil rausschlagen. Media Markt, Saturn, Expert und Co haben die Regale knallvoll mit externen Platten oder sie liegen stapelweise auf "Aktionspaletten" rum.

Bild: Randvolle Regale und üppige Auswahl bei Expert. (Foto: mn)

Wenn man sich in die Nähe dieser Regale und Paletten stellt, dann lässt sich aller paar Minuten die gleiche Sache beobachten. Ein Mensch kommt (zu 99,9 Prozent männlich), bleibt vor dem Zeugs stehen und verliert sich erstmal in Ratlosigkeit. Den Fall, dass da jemand hingeht, sich gezielt eine bestimmte Platte schnappt und gleich wieder geht, habe ich noch nicht erlebt.

Völlig Ahnungslose entlarven sich dadurch, dass sie einen Verkäufer zu Rat ziehen und fragen, welche Platte taugt. Diese Frage ist natürlich restlos für den Arsch, es gibt einfach keine brauchbare Antwort darauf, der Verkäufer kann es einfach nicht wissen. Oder es ist nicht erwünscht, dass er die Wahrheit sagt. Wie soll er auch erklären, dass in den Regalen teils totaler Scheiß steht, der nicht nur technisch unsinnig sondern auch viel zu teuer ist?

Eine externe Platte nach dem besten Preis- / Kapazitätsverhältnis kaufen ist grundsätzlich die richtige Vorgehensweise - wenn dabei ein paar wichtige Dinge bedacht werden! Grundsätzlich gilt zu wissen, dass es aktuell sowieso nur noch exakt drei Festplattenhersteller: Seagate, Western Digital und Toshiba. Seagate und Western Digital haben in den vergangenen Jahren praktisch alle Konkurrenten gefressen.

Toshiba hat ursprünglich nur 2.5 Zoll Festplatten für Laptops gebaut. Aus kartellrechtlichen Gründen musste Western Digital 2012 allerdings eine Fertigungsanlage an Toshiba verscheuern, womit Toshiba seit dem auch bei großen 3.5 Zoll Platten ein Bisschen mitmischt.

Ob Seagate oder Western Digital oder Toshiba die besseren Laufwerke baut, darüber können sich Experten gegenseitig  endlos die Köpfe einschlagen. Fakt ist: jede (auch brandneue Festplatte) kann schlagartig ohne jede Vorwarnung verrecken. Wer auf Nummer sicher gehen will, für den bleibt nur die ewige Faustregel, wichtige Daten niemals einer Platte alleine anzuvertrauen. Man braucht knallhart betrachtet also sowieso immer "zwei".

Leistungstechnisch sind sich alle aktuellen externen Platten sehr ähnlich. USB 3.0 Standard kostet keinen Aufpreis mehr, gerade 2.5 Zoll Platten mit 5.400er Drehzahl sind generell im Betrieb recht leise und werden kaum "brühheiß". Und ob so ein Ding nun bis zu 80 MByte/s oder 110 MByte/s Geschwindigkeit hat, dürfte auch nur in Spezialfällen von Interesse sein. Ich wäre zumindest nicht dazu bereit, für vielleicht 20 Prozent mehr Geschwindigkeit hier einen nennenswerten Aufpreis zu zahlen.

Warum also rumfackeln und grübeln und nicht einfach die zwei "billigsten"/"fettesten" kaufen, die man kriegen kann? Es gibt sehr wohl Gründe genau das nicht zu tun!

Kommentare zu diesem Artikel (2)

schuerhaken
Intenso ist eine oft unterschätzte "Marke". Hier sind zwei externe 2,5"-Intenso USB 3.0-Laufwerke für die Betrachtung von Videos an einem Samsung-TV in Gebrauch. -- Keine Beanstandungen. -- Allerdings enthalten die Gehäuse Western Digital-HDDs.
mYthology
Ich bleibe weiterhin bei meiner Selbstbau-Methode. Das hat auch noch einen anderen Grund: Habe gerade ein Notebook eingeflogen bekommen, wo ich erstmal eine schöne SSD einbauen werde. Wohin mit der alten HDD? Ab in ein externes Gehäuse! Wie ich bereits in einem anderen Beitrag geschrieben habe, ist die Selbstbau Methode die stressfreiere. Denn alles was Du (Mike) geschrieben hast, stimmt schon. Ist halt eben so: Da ist Einbau/Ausbau ohne Garantieverlust möglich und schnelles Testen an einem richtigen SATA Anschluss ist fix gemacht. Übrigens: Ob das Ding nun 80MB/s oder 110MB/s schafft macht bei großen Datenmengen und wenn es schnell gehen muss einen RIESEN Unterschied...

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