Webhosting, Domains und VServer von Host Europe
Schnellnavigation: Startseite >> Foren

Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Ein Kunde rief mich an und berichtete mir, dass der Rechner eines seiner Söhne keinen Zugang zum Internet bekommt, weil jeder Versuch von der Kindersicherung einer Fritz!Box geblockt wird (sinngemäßer Wortlaut: das Zeitlimit sei abgelaufen).

Der Kunde versicherte mir, dass er überhaupt keine Fritz!Box habe und auch nicht per WLAN ins Internet gehe.

Außerdem hätten zwei weitere Rechner im Haus keinerlei Schwierigkeiten, ins Netz zu kommen.

Ich ging also zu ihm hin, überzeugte mich dort zunächst im Keller davon, dass da tatsächlich ein Netgear-Router ist, an dem per LAN-Kabel ein Rechner (ich nenne ihn Rechner A) angeschlossen ist und mit dem ich die Weboberfläche des Netgears aufrufen und dessen korrekte Einstellungen überprüfen konnte.

Dann ab zu dem 2. Rechner (Rechner B), der in der 1. Etage stand und per dLAN ebenfalls mit dem Netgear verbunden ist.
Auch hier das gleiche Bild wie bei Rechner A.

Nun hoch zum letzten Rechner (Rechner C - 2.Etage), welcher ebenfalls per dLAN.mit dem Netgear verbunden ist.

Und tatsächlich - es erscheint jedes Mal eine Fritz!Box-Meldung und gibt man als Url "fritz.box" ein, erscheint die Weboberfläche einer Fritz!Box.

Klar - zunächst dachte ich, dass da der Stromkreis auf geheimnisvolle Weise mit dem des einzigen Nachbarn verbunden ist und dass dieser Nachbar zufällig ebenfalls per dLAN ins Internet geht.

Doch es geht weiter... ;-)

Ich entfernte den dLAN-Adapter aus der Steckdose, um ihn eine Etage tiefer in die Steckdose zu stecken, in der sich der dLAN-Adapter des anstandslos ins Netz gelangenden Rechners B befand...

Man mag es kaum glauben - auch dort wieder die ominöse Fritz!Box-Meldung.

Nun verband ich den dLAN-Adapter des B-Rechners mit Rechner C.

Und dieses Mal ging dieser Rechner ins Internet...

Ein nicht sauber arbeitender dLAN-Adapter kriegt es nicht gebacken, Kontakt zu dem im Prinzip leichter zu erreichenden Router des eigenen Stromkreises aufzunehmen - wohl aber zu einem anderen Router des benachbarten Stromkreises...

Fehlt nur noch, dass es dLAN-Sniffer gibt...

Gruß
Shrek3


Premium Mitglied werden

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Es gibt dLAN-Adapter bei denen man festlegen kann, mit welchem Netzwerk sie sich verbinden sollen. Es ist somit möglich, mit einem "Stromnetz" verschiedene dLAN-Netzwerke zu betreiben.

Wenn dieser dLAN-Adapter C nun einmal auf das benachbarte dLAN-Netz eingerichtet wurde, dann hält der sich auch daran.

Meinen Allnet-Adaptern lag dazu eine Software bei um sie zu konfigurieren. Vielleicht hat jemand im Haus mit so was rumgespielt.

Gruß Alois


Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Interessant - da ich es relativ selten mit dLAN zu tun habe, bin ich denen noch nicht begegnet.

Müsste da doch noch mal nachfragen, wie dieser dLAN-Adapter genau heißt.

Danke für den Hinweis.

Gruß
Shrek3

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Wäre zumindest eine Möglichkeit. Zumal die Dinger ansonsten völlig unauffällig laufen, wenns den überhaupt geht.

Gruß Alois


Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Interessanter Nebenaspekt wäre ja, dass auf diese Weise überprüft werden könnte, wie sauber die Stromkreise verschiedener Wohnungen voneinander getrennt sind.

Allerdings bin ich nicht der Elektriker und weiß nicht, ob eine strikte Stromkreistrennung in angrenzenden Einfamilienhäusern überhaupt Vorschrift ist.

Das Haus, um welches es geht, ist erst 10 Jahre alt - veraltete Technik scheidet da aus.

Gruß
Shrek3

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Hallo Shrek3,

mal ein etwas anderer Gedanke dazu:

Der ganze "Fall" erinnert mich stark an meine alte Timac- Anlage (Busch-Jaeger) welche noch im Einsatz bei mir ist, oder an andere elektrische Anlagen die ich in Betrieb nehmen durfte.
Die Timac- Anlage hat natürlich nichts mit dLAN zutun, und dient einzig dazu Endverbraucher (hauptsächlich Beleuchtung) zentral oder per Fernbedienung zu schalten und zu dimmen.
Bei dieser Anlage stören Verbraucher wie z.B. TV oder Waschmaschine, so dass man vor diesen Geräten einen speziellen Filter setzen muss, und möglichst alle Schalteinheiten (nicht die geschalteten) auf einen Stromkreis (gleiche Phase) legen sollte.
Macht man das nicht, dann kann man im schlimmsten Fall seine komplette Beleuchtung, bei gleichzeitigem Betrieb einer z.B. Waschmaschine, weder ein - noch ausschalten. ;-)

Vielleicht hilft es in deinem Fall, Testweise die genutzten Räume auf eine andere Phase (möglichst dieselbe) anzuschließen.
Wenn dann auch noch fast alle Räume einer Wohnung separat eingespeist werden, aus der Unterverteilung für die jeweilige Wohnung, dürfte das Umklemmen eigentlich nicht problematisch sein.
Mit einem einfachen Duspol,
http://www.google.de/products? ... CBsQzAMwAA

einem zweiten Mann, und einer langen Verlängerung, sollte das Überprüfen der Phasen eigentlich nicht schwer sein ;-)

Also mein Gedanke geht eher in die andere Richtung, als deine Überlegung ;-)
Bei einigen "Anlagen" ist die Phasengleichheit wichtig, und unterschiedliche Phasen zu den Verbrauchern erzeugen eher Störungen.
Das ist auch z.B. bei Kameraanlagen, Feuerwehranlagen und Alarmanlagen der Fall.
Also gleiche Phase, aber nicht gleiche Absicherung.

Vielleicht auch hier, oder ich denke wieder zu kompliziert um 3 Ecken :))

Gruß
knoeppken

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Was mir bei der Eröffnung dieses Threads entfallen ist:

Der Kunde sagte mir, dass Rechner C früher mit genau diesem dLAN-Adapter ins Netz kam.
Die Probleme fingen erst an, nachdem dieser Rechner in Reparatur ging (was dort repariert wurde, weiß ich nicht, da ich nicht nachgefragt habe).

Das muss natürlich nichts bedeuten, zumal unklar ist, seit wann der Nachbar ebenfalls per Strom ins Netz geht.

Inwiefern es eine Frage der Phasen ist, ob dieser Adapter den Netgear findet oder die Fritz!Box, ist mir allerdings nicht klar (bin halt nicht der Elektriker).
Davon abgesehen - ist es normal, dass die Stromkreise zweier Hausbesitzer, die nur durch eine Wand voneinander getrennt sind, miteinander verbunden sind?

Gruß
Shrek3

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

ist es normal, dass die Stromkreise zweier Hausbesitzer, die nur durch eine Wand voneinander getrennt sind, miteinander verbunden sind?

Eine Verbindung unterhalb des Zählers ist möglich. Also von der Hauptanschlussklemme eines Hauptverteilers, zu der eines anderen Hauptverteilers (Steigeleitung).
Wenn beide Hausbesitzer sich einen Hausanschlußkasten teilen.

Eine Verbindung oberhalb irgendeines Zählers, und womöglich noch unter gleicher Absicherung, sollte vom örtlichen Stromanbieter kontrolliert werden.
Um es mal vorsichtig auszudrücken ;-)

Gruß
knoeppken

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Diese Reparatur könnte auch eine der Ursachen sein.

Da dLAN-Adapter völlig transparent arbeiten, also nur einen Teil des Netzwerkkabels ersetzen. Somit haben sie auch keine Ahnung von IP-Adressen und Subnets, und brauchen das auch nicht. Ein Netzwerkkabel hat ja schliesslich auch keine eigene IP-Adresse.

Wenn nun dieser Rechner während der Reparatur auf eine feste IP-Adresse usw. eingestellt wurde und diese zufällig zum IP-Bereich des Nachbarn passt, anstatt zum eigenen Netzwerk, kann es zu dem beschriebenen Effekt kommen. Das der dLAN-Adapter das Netz eines Nachbarn benutzt dürfte ja wohl sicher sein, wenn im eigenen Haushalt keine Fritzbox vorhanden ist.

Das könntest Du eventuell zusätzlich mal überprüfen. Aber selbst bei Benutzung vom DHCP eines Routers könnte das Nachbar-dLAN am entspr. Adapter ausgewählt werden. Natürlich könnten auch beide Netzwerke den selben IP-Bereich benutzen

Nachtrag: Du schreibst ja, das ein Tauschen der Adapter geholfen hatte. Dadurch wird evtl. einiges von meinem Schreiben hinfällig. Ich lasse es aber mal so stehen, hilft möglicherweise anderen bei ähnlichen Problemen.


Gruß Alois


Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

An der IP-Adresse lag es nicht - ich hatte ihm sogar extra eine zum Netgear passende IP-Adresse gegeben, ohne damit ins Internet zu gelangen.

Dieser Vorfall liegt allerdings schon eine Woche zurück und da die Garantie des dLAN-Adapters noch nicht abgelaufen war, empfahl ich dem Kunden, dieses zu reklamieren.

Wird vermutlich wohl nie ganz aufzuklären sein und als erzählenswertes exotisches Kuriosum in die Annalen meines Berufslebens eingehen. ;-)

Gruß
Shrek3

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Interessanter Nebenaspekt wäre ja, dass auf diese Weise überprüft werden könnte, wie sauber die Stromkreise verschiedener Wohnungen voneinander getrennt sind.

Normalerweise sollte, lt. Aussage aller dLan Hersteller, der Stromzähler das trennende Glied von dLan Netzen sein!

Re: Unfassbar, wozu fehlerhafte Technik in der Lage ist...

Edit
vergiss es wieder ;)
glaube nicht, dass dich die Nachbarn am dicherungskasten rumbasteln lassen.....


Lg;
superbios