Windows 95, 98, ME
Die Eigenheiten von
Windows 95 und seinen direkten Nachfolgern 98 und ME
gleichen DOS auf weiten Strecken. Kein Wunder, denn beim Windows-Start wird
im Hintergrund erst einmal DOS (Version 7) gestartet.
Microsoft versucht das
zwar nach Kräften zu verstecken, die Limits aber bleiben.
Windows kann nur von Laufwerk C starten. Zwar lassen sich die Dateien auf
einem anderen Laufwerk installieren, doch verschiedene Systemdateien sucht
das System immer auf Laufwerk C. Deshalb müssen Sie beim
Booten alle davor
liegenden FAT16/32-Partitionen verstecken. Die 2-GByte-Grenze kennt Windows
ab Version 95 nicht.
Eine Eigenheit macht das Zusammenspiel von Windows 95/98/ME mit einem
Bootmanager lästig: Bei jeder
Installation überschreibt Windows den Master
Boot Record und deaktiviert damit jeden Bootmanager. Deshalb sollten Sie
unbedingt eine
Startdiskette mit dem Bootmanager parat haben, damit Sie ihn
erneut installieren können.
Bei Windows 95/98 können Sie das enthaltene DOS 7 auch einzeln auf einer
Partition installieren. Es hat dieselben Einschränkungen wie Windows und
kennt beispielsweise keine 2-GByte-Grenze.
Ab der Version 95 B kann Windows grundsätzlich auch aus einem logischen
Laufwerk starten - sofern dieses Laufwerk als Buchstabe C erhält. Es dürfen
also beim Booten keinerlei primäre Partitionen sichtbar sein. Allerdings
kann man Windows nicht direkt in ein logisches Laufwerk installieren. Statt
dessen müssen die Dateien in das logische Laufwerk kopiert werden. Mit dem
sys-Befehl von einer Startdiskette übertragen Sie dann die
Startdateien
msdos.sys und
io.sys auf das Laufwerk.
Windows NT 4.0
Die größte Einschränkung von Windows NT 4.0 betrifft die unterstützten
Dateisysteme. Außer FAT16 und
NTFS ist nichts geboten. Damit ist die
parallele Nutzung von Windows 98/ME mit NT auf den Datenaustausch über eine
FAT16-Partition angewiesen. Bei der Planung müssen Sie das entsprechend
berücksichtigen.
Der Bootvorgang von Windows NT 4.0 erfolgt in zwei Schritten. Zunächst
startet die Datei
ntldr, die
boot.ini auswertet und
ntdetect.com benutzt. Im zweiten Schritt sucht
ntldr das
Verzeichnis
system32 und holt sich von dort die restlichen
Systemdateien und startet das komplette Windows. Das Windows-Verzeichnis
kann dabei durchaus auf einer anderen
Partition oder in einem logischen
Laufwerk liegen. Wenn Sie etwa auf einem
PC mit Windows 98 zusätzlich NT in
einer eigenen Partition installieren, dann landen die genannten drei Dateien
in der FAT-Partition von Windows 98. Ohne diese FAT-Partition kann Windows
NT dann nicht booten. Als erstes müssen Sie also darauf achten, dass Windows
NT mit sämtlichen Startdateien in einer Partition installiert ist.
Ist NT in einer FAT16-Partition installiert, dann plagt es wie DOS die
2-GByte-Grenze. Abhilfe bringt hier zum Beispiel der Bootmanager Vamos mit
einer speziellen Fix-Option.
Obwohl
ntldr die erweiterten Int13h-Funktionen benutzt gibt es
Probleme, wenn die Startpartition mehr als etwa 4 GByte vom Anfang der
Festplatt entfernt ist. Windows NT findet dann seine Systemdateien in
system32 nicht zuverlässig. Wenn die Systemdateien nicht in derselben
Partition wie
ntldr liegen, dann durchsucht das Programm sogar
versteckte Partitionen (mit einer geänderten Typkennung).
Ein ganz anderes Problem betrifft das Bootmenü von NT 4.0. Hier ist zu jedem
Eintrag genau festgelegt, auf welcher Partition das Betriebssystem
gespeichert ist. Kopieren Sie eine bestehende NT-Installation in eine andere
Partition, funktioniert der Bootmenü-Eintrag nicht mehr. Eine einfache
Abhilfe ist, im Bootmenü einfach zusätzliche Einträge für jede primäre
Partition einzutragen. Dann können Sie NT beliebig verschieben und müssen
anschließend nur den passenden Eintrag wählen. Eine brauchbare Erklärung zum
Aufbau der
boot.ini liefert die Knowledge Base von Microsoft im
Artikel D42478
(
www.microsoft.com/intlkb/germany/support/kb/D42/D42478.htm).
Ein Start von der zweiten Festplatte ist bei NT nicht vorgesehen. Clevere
Bootmanager wie BootIt NG oder XOSL lösen das Problem aber durch einen
Kniff, der die logische Reihenfolge zweier installierter Festplatten
vertauscht.
Eine Eigenheit betrifft NT ebenso wie Windows 2000/XP. Der Bootvorgang
misslingt, wenn die primäre Partition des Systems in der Partitionstabelle
hinter einer erweiterten Partition aufgeführt ist. In diesem Fall benötigen
Sie einen Bootmanager wie XOSL, der die Reihenfolge der Partitionseinträge
ändern kann.