Ist kein ACPI-Powermanagement aktiviert dann präsentiert Windows 2000 den Computer als Standard-PC - und nur dann erscheinen im Eigenschaften-Dialog die IRQ-Optionen. Lass von denen lieber die Finger!
Multi oder was?
Windows 2000 kann mit einem oder mit zwei Prozessoren
betrieben werden. Bei Multiprozessor-Installation verwendet Windows
2000 in der Regel 'virtuelle IRQs'. Darüber hinaus,
egal ob ein Prozessor, egal ob zwei unter der Haube, unterscheidet
Windows 2000 zwei grundsätzliche Betriebsmodi: mit ACPI-Powermanagement
und ohne. Wird das Powermanagement auf einem Windows 2000-PC aktiviert,
dann kippt die IRQ-Situation bizarr um. Die Tabelle gibt Auskunft:
Windows 2000-Betriebsmodus
Bemerkung
Ohne ACPI-Powermanagement
Alles beim Alten, es gibt 15 Interrupts und alles läuft wie unter Windows 95/98/ME.
Mit ACPI-Powermanagement
Es gibt scheinbar unendlich viele Interrupts, der Gerätemanager zeigt IRQs oberhalb 15 bis hin zu 128 an. Ein Fake: Tatsächlich sind das alles IRQ-Holder, sobald ACPI-Powermanagement unter Windows 2000 aktiviert ist, werden alle Interrupts virtuell über einen einzigen Standard-Interrupt - und zwar IRQ 9 - gesteuert. IRQ 9 ist im BIOS schon lange speziell für Powermanagenement reserviert, Windows 2000 nutzt ihn konsequent.
Windows 2000: Kein Powermanagement installiert = alles beim Alten in Sachen Interrupts.
ACPI und die Folgen.
Damit wird die Sache unter Windows 2000 härter
als je zuvor: Befindet sich Windows 2000 in seinem 'virtuellen'
IRQ-Modus, bei dem auch IRQ-Werte höher als 15 angezeigt
werden, dann ist eine Zuordnung zu den BIOS-IRQ-Reservierungen
und den PCI-Steckplätzen recht knifflig. Gerade wer einen
Windows 2000-PC stotterfrei konfigurieren will, muss also sehr
überlegt vorgehen und sollte bereits vor der Windows 2000-Installation
exakt über die Steckplatzsituation im PC Bescheid wissen.
Denn: Befindet sich Windows 2000 im ACPI-Betriebsmodus,
dann kannst Du manuelle IRQ-Zuweisungen im BIOS definitiv vergessen.
Bei ACPI nimmt Windows 2000 nur den IRQ 9 und erledigt den Rest,
achtet nicht auf die BIOS-Einstellungen. Der manuelle Spielraum
zur Plug&Play-Fehlerbeseitigung schrumpft bei ACPI also auf
null. Du solltest also bereits vor der Windows 2000-Installation
sicherstellen, welche Steckkarte am besten in welchen Steckplatz
kommt - potentielle Steckkartenkonflikte lassen sich auf einem
Windows 2000-ACPI nicht mehr so ohne weiteres rausfinden.
Alle wichtigen Fakten zum ACPI-Modus von Windows
2000, seiner Aktivierung und Deaktivierung, stehen im Nickles-Kapitel
'Powermanagement'.