Die neuen Maschen

Abzocke 2002

Die Zeiten ändern sich. In wenigen Jahren wird nichts mehr so sein wie es heute ist. Wer jetzt nicht umdenkt geht unter. Ab dieser Ausgabe gehen die Nickles-Reporte in eine neue Richtung. Es ist Krampf geworden, einen PC schneller zu machen, der sowieso schnell genug ist. Es sind neue Fakten, die jetzt entscheiden. Von Michael Nickles

Was PCs heute können müssen

Guten Morgen. Es ist Zeit zum Aufwachen. Die Spielregeln haben sich geändert, neue Zeiten sind angebrochen. Zieh Dir das hier rein.

PC-Generation 1996 2002
Prozessorleistung 66 MHz 2000 MHz
2-D-Grafikleistung lahm am Anschlag
3-D-Grafikleistung nicht vorhanden fast perfekt
Soundleistung Stereo 6 Kanal Raumklang
Festplattenkapazität 1000 MByte 100.000 MByte
Festplattengeschwindigkeit 5 MByte/s 40 MByte/s
Speichermenge 4 MByte 512 MByte
CD-Brenner unbezahlbar nachgeschmissen
DVD-Brenner unvorstellbar bald nachgeschmissen
TV-Ausgang bei Grafikkarte teuer auch bei Billigst-Grafikkarten inklusive
Karte mit TV-Eingang ca. 200 bis 300 Euro ca. 30 bis 50 Euro
Preis für typisches Komplettsystem 1000 Euro 1000 Euro


Fakt: In den vergangenen sieben Jahren, seit Auftritt des ersten Nickles-PC-Report, hat sich die PC-Leistung in nahezu allen Disziplinen verzwanzigfacht. Der Preis ist konstant geblieben: Ein typisches aktuelles Basis-PC-System kostet 1000 Euro. Zwanzigfache Leistung. Bloß wo? Wenn man moderne Spiele mal weglässt, dann ist die PC-Technik zwar irre viel schneller geworden, aber die Komplettangebote haben sich nicht verändert, der echte Praxis-Nutzen ist nicht wirklich mehr geworden. In vielen Punkten ist die Zeit stehen geblieben, moderne Technik liegt brach. Warum wird ein aktueller PC eigentlich nicht mit einer Infrarot-Fernbedienung geliefert?

»Wofür soll der PC denn verwendet werden?« Diese uralte, bei PC-Kaufberatung typische Frage, hat keine Existenzberechtigung mehr. Die PC-Technik hat einen Leistungsstand erreicht, bei dem auch ein billiger PC alles können muss. »Alles« heißt: Audio, Video, Multimedia total.

Für Otto-Normalverbraucher wird der Neukauf eines PCs immer witzloser: Bereits eine Maschine aus dem Jahr 2001, die heute keine 500 Euro mehr wert ist, kann alles, was ein normalsterblicher braucht. Akustisch ist die Sache dank 6-Kanal-Raumklangsound längst erledigt, seit der PC im Videobereich DVD-Qualität erreicht hat, gibt es auch am Bild kaum noch was zu verbessern. Dennoch türmen sich in den Wohnzimmern die traditionellen Geräte aus der Unterhaltungselektronik, die es eigentlich schon längst nicht mehr braucht.

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