Filmtuning

DVD-Erlebnis optimieren

Die DVD wird zum totalen Massenmedium, VHS-Kaufkassetten sind definitv out. Das Angebot an DVD-Playern aus der Unterhaltungselektronik-Ecke wird immer größer. Butterbrot-Geräte wandern für 150 Euro über die Ladentheke - die Bildqualität dieser Billigteile wird der Qualität einer DVD allerdings in den seltensten Fällen gerecht: Die Elektronik ist zu lumpig. Von Michael Nickles.

Gute solide Geräte sind ab 300 Euro zu kriegen. Ob es sich lohnt, einen High-End-DVD-Player für 500 bis 1000 Euro zu kaufen - das ist eine ganz andere Sache. Und ob Du überhaupt Kohle für so einen Player abdrücken solltest, das ist eine ganz andere Frage. Ein billiges DVD-Laufwerk für den PC kostet so gut wie nichts mehr, alle Grafikkarten sind DVD-tauglich und DVD-Software-Player kriegst Du sowieso nachgeschmissen. Warum also nicht gleich den PC als DVD-Player verwenden? Im Kapitel »Totaler Kontakt« ist beschrieben, wie ein PC auch komfortabel mit einer Infrarot-Fernbedienung gesteuert werden kann. Konkret gibt es also keine Nachteile, wenn der PC als vollwertiger DVD-Player genutzt wird. Doch egal ob DVD per PC oder per Standalone-Gerät: In beiden Fällen gibt es einige Dinge, die Du wissen solltest.


Nur wenige europäische Pay-TV-Anbieter strahlen in voller 16:9-Auflösung und mit Dolby Digital aus. In Deutschland gibt's praktisch nur den 'Cinedom Deluxe' von Premiere World.

Videoformate verstehen - Letterbox durchleuchtet

Ein und derselbe Spielfilm kann auf zwei verschiedenen TV-Sendern total anders rüberkommen. Vielen ist nicht klar, welche brutalen Unterschiede es beim Filmgenuss geben kann. Aktuelle TV-Geräte haben ein Bildverhältnis von 4:3 oder 16:9. Ein Film erscheint idealerweise dann perfekt auf einem TV, wenn er im exakt gleichen Seitenverhältnis gedreht wurde. Doch wie auch immer: Eine Hälte der TV-Zuschauer hockt immer in der letzten Reihe. Auf einem 4:3-Standard-TV werden Breitwand-Kinofilme nur mit dicken schwarzen Rändern oben und unten dargestellt. Oder die Ränder werden 'verringert' oder ganz entfernt, das Ursprungsbild wird dazu 'beschnitten', es kommt nur noch ein Teil des ganzen Kinobilds rüber. Besitzer eines 16:9-TVs sind indessen die Angeschmierten, wenn ein Bild in 4:3 ausgestrahlt wird: Dann heißt's dicke schwarze Balken rechts und links akzeptieren oder das Bild unnatürlich in die Breite verzerren. Die TV-Sendeanstalten versuchen, allen TV-Besitzern möglichst gerecht zu werden: Spielfilme werden für die Ausstrahlung so 'abgemixt', dass sie auf beiden gängigen TV-Formaten erträglich rüberkommen. Bei DVD-Produktionen ist es nicht anders. Generell existieren bei Kino- und TV-Spielfilmen folgende Formate:

Bildformat / Darstellungsmethode Bemerkung
1. Cinemascope / Academy-Kinoformat Kinofilme werden typischerweise in einem sehr breiten Format gedreht. Breiter als 16:9. Diverse Kinofilm-Formate kommen dem 16:9-Format sehr nahe, andere bringen auch bei einem 16:9-TV oben und unten schwarze Balken.
2. 16:9-TV-Format Wenn ein Breitwandfilm angeguckt wird, dann machen 16:9-TVs Spaß. In allen anderen Fällen nicht. Pay-TV-Abonnenten (Premiere World) sollten sich einen 16:9er anschaffen, wenn sie einen Neuen brauchen. Da lohnt sich's, weil sehr viele Filme im Breitwandformat ausgestrahlt werden. Echte 16:9-Austrahlungen sind leider rar - also solche, bei denen die größere Breite von 16:9-TVs auch wirklich qualitativ ausgenutzt wird.
3. 4:3 TV-Format Einen sehr breiten Kinofilm in's 4:3-Format zu bringen ist schwierig - wenn auf allzu fette schwarze Balken verzichet werden soll.


Aus dem Heimkinobereich kommen diverse Fachwörter für 'Bildformate', die auch in der PC-Ecke zunehmend relevant werden. Typische PC-Grafikauflösungen sind im tradionellen 4:3-Bildformat, Breitwandmonitore sind rar. Auf DVDs und im TV-Bereich setzen sich zunehmend breite Bildformate wie 16:9 durch. Und genau da wird das Zusammenspiel zwischen PC und Unterhaltungselektronik kitzlig. Wie stellt man eine Grafikkarte ein, damit ihr Bild auf einem 16:9-Fernseher ohne schwarze Ränder und unverzerrt komplett erscheint? Geht das mit den verschiedenen Karten überhaupt? Wie zeichnet man einen Breitwandfilm am effektivsten digital am PC auf? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hier eine schnelle Übersicht der wichtigsten Bildformat-Klassen und Darstellungsarten:

Format-Wandlungs-Methode Bemerkung
1. Pan & Scan Darstellung In der Regel werden Kinofilme für 4:3 mit Kompromissen aufbereitet. Das Bild kriegt nur kleine schwarze Balken. Dann wird der Film manuell, Szene für Szene zurechtgerückt: Es wird also manuell entschieden, welcher Teil der 'zu breiten' Szene für den sichtbaren 4:3-Bereich am wichtigsten ist.
2. Anamorphe Darstellung (16:9- Format) Wird ein Kinofilm im 4:3-Format ausgestrahlt, dann hat er schwarze Balken. Auf einem 16:9-Format werden diese Balken 'weggezoomt', das Bild erscheint randfüllend. Aber: Die schwarzen Balken verplempern Bandbreite für nichts. Beim anamorphen Verfahren wird ein 16:9-Bild 'vertikal gestreckt' ausgestrahlt. Ein 16:9-TV zieht es in die Breite und dadurch wird mehr Auflösung erreicht als bei Ausstrahlung mit schwarzen Rändern.
3. Letterbox-Darstellung Ein echtes 16:9-Bild (anamorph) erscheint auf einem 4:3-TV randfüllend, aber in die Höhe gezerrt. Personen werden also zu 'schlank' dargestellt. Hat der 4:3-TV einen 16:9-Modus, dann bewirkt der, dass oben und unten schwarze Balken nachträglich eingefügt werden, das Bild erscheint dann mit korrekten Seitenverhältnissen. Auch DVD-Player bieten in der Regel diese Ausgabe im 'Letterbox'-Verfahren.