Codecs optimal nutzen

TUNING: Codecs 2004 - Fakten, Tipps, Tricks

2004 ist die Masse an Video- und Audio-Codecs noch grösser worden. Es gibt zig Codecs und zig Varianten davon. Praktischer jeder hat irgendwann ein Video auf der Platte, das sich nicht abspielen lässt, der Mediaplayer streikt. Wer zu wenig Codecs hat, sitzt in der letzten Reihe. Wer indessen zu viele drauf hat, sitzt vorne in der ersten Reihe aber kriegt nur ein miserables Bild. Codecs - das ist eine sehr umfassende Materie geworden. Hier erstmal eine Ladung Fakten, Tipps und Tricks, die zeigt, was sich jetzt so alles drehen lässt.

Windows Media 9 - Knallhart ausspioniert!

Das Runterladen und starten einer Videodatei aus dem Internet ist alles andere als eine unkritische Sache. Denn: Sobald mit dem Windows-Mediaplayer eine Datei gestartet wird, kann sie über das Internet mit ihrem Hersteller Kontakt aufnehmen! Im Klartext weiss der Hersteller dann genau, wer (=IP-Adresse) sich sein Video wann angeguckt hat.

Ein solcher Mechanismus ist in den Microsoft-Tools zur Herstellung von WMV/WMA-Dateien enthalten. Aus gutem Grund meiden Insider diese WMV/WMA-Dateien so gut es geht. Formate wie das alte MPG sind unkritisch, sie könnnen keine URLs enthalten.

ABER: Es gibt einen Haken! Wird eine WMV-Datei mit typischer .wmv-Endung in .mpg umbenannt, dann erweckt sie den Eindruck, sie sei eine MPG-Datei! Wird die in .mpg umbenannte .wmv Datei mit dem Mediaplayer gestartet, dann spielt dieser sie ohne Murren ab. Mircosoft macht NICHT darauf aufmerksam, dass die Dateiendung der Videodatei getürkt wurde, OBWOHL das ginge, was sich leicht nachweisen lässt.

Denn: Wird eine Nicht-Microsoft-Videodatei (beispielsweise .mpg) in .wmv umbenannt, dann kann der Mediaplayer sie zwar abspielen, aber er macht darauf aufmerksam, dass bei dieser Videodatei die Dateiendung getürkt wurde:


Wird eine Videodatei getürkt, dann motzt der Mediaplayer - aber nur, wenn eine Microsoft-Videodatei getürkt wurde!

Wenn eine Videodatei die Endung .mpg trägt, heisst das noch lange nicht, dass es sich um eine MPEG-Videodatei handelt! Eigentlich kann eine Videodatei rechtsgeklickt werden, um ihre Eigenschaften anzeigen zu lassen.

In einem Experiment wurde eine mit DivX-codierte AVI-Datei als test.mpg, test.wmv und test.avi benannt und per Rechtsklick jeweils der Eigenschaften-Dialog aufgerufen:




Schwachsinn: Windows liefert NUR DANN richtige Infos über eine Videodatei, wenn die richtige Dateiendung verwendet wird. Das ist im Prinzip totaler Quatsch, denn alle Infos einer Videodatei stehen direkt in ihrem Header, es braucht also keine Dateiendung zur Identifizierung.

Das Testergebnis: Bei test.mpg (Dialog 1) und bei test.wmv (Dialog 2) spuckt der Eigenschaftendialog null Infos aus. Nur bei richtiger Benennung der Datei als test.avi (Dialog 3) werden die Videodatei-Daten angezeigt.

Wer wissen will, ob eine Videodatei getürkt wurde, hat im Prinzip nur eine Chance: Die Datei mit einem Freeware-Videotool wie Virtualdub oder Tmpegenc laden - diese Tools meckern sofort, wenn ihnen eine getürkte Datei angedreht wird.

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