Alles was geht

Video In/Out - Der Video-Through-Faktor

Hat ein PC Video- Ein- und Ausgänge, dann kann er als universeller »Videoprozessor« verwendet werden. Und was zunächst sehr technisch und überflüssig klingen mag, stellt sich schnell als sehr praktisch raus: Ein Videosignal reinschicken, manipulieren und wieder rauslassen bietet nicht nur Hobby-Videofans interessante Möglichkeiten. Von Michael Nickles.

Video-Eingang und Video-Ausgang: Das Zusammenspiel

Alles was geht

Verfügt ein PC über Video-Eingang und -Ausgang, dann sind Tricksereien wie 'Pay-TV'-Dekodierungsexperimente möglich. Ein verschlüsseltes TV-Bild wird in den PC geschickt, dort dekodiert und über den TV-Ausgang zum TV gebracht. Schließlich guckt man einen Spielfilm lieber auf dem TV als am PC-Monitor an. Ein Signal reinschicken und es gleichzeitig rauslassen, das ist ein sehr aufwendiges technisches Verfahren. Die Skizze verdeutlicht das komplette Zusammenspiel, simuliert den Maximaleinsatz von Video-In und -Out am PC und welche Tücken dabei auftreten:


Rein und raus maximal - eine typische Video-PC-Totalverschaltung und ihre Tücken.

Um ein 'Pay-TV-Bild' (oder irgendein anderes Videosignal) im PC zu manipulieren, müssen folgende Dinge stimmen: Zuallererst muss ein Videosignal rein in den PC - entweder wird dazu der Tuner einer TV-Karte oder ein Video-Eingang verwendet. Das eingehende Videosignal wandert zuerst in den TV-/Videochipsatz, an dem der Video-Eingang hängt (2) - er muss optimal vom Treiber angesteuert werden, damit ein möglichst schnelles Hardware-Overlay-Bild (3) möglich ist. Hier muss die Grafikkarte mitspielen. Zum Schluss entscheidet die Karte mit dem TV-Ausgang (in der Regel ebenfalls die Grafikkarte), was als Ergebnis aus dem Video-Ausgang rauskommt. Hier muss so konfiguriert werden, dass das Videobild möglichst ohne störende Ränder geliefert wird.

Kombikarten - Alleskönner, die nichts können

Die komplette Anschlussvielfalt 'auf einen Schlag' kriegst Du mit einer Kombigrafikkarte, die nicht nur TV-Video/Out, sondern auch einen Video-Eingang hat. Gerade Einsteiger, die Video total haben wollen, greifen gern zu so einer Karte - und langen voll ins Klo. Denn: In der Praxis können gerade die Karten, die alles können, am wenigsten. Grund: Beim Verarbeiten eines Videosignals müssen die Bilddaten in RAM gespeichert werden. Eine TV-Karte hat eigenes RAM, eine Kombigrafikkarte verwendet in der Regel auch ihr RAM für Bildsignal-Eingangs- und -Ausgangs-Verarbeitung. Das beschleunigte Wiedergeben eines Video-In-Bilds per Overlay-Technik fordert wiederum RAM. Und das PC-Bild muss ebenfalls im Grafikkarten-RAM verwurstet werden. Sobald Video-In und -Out gleichzeitig genutzt werden, geht für den Grafikkartentreiber also die Hölle ab. Fast kein Hersteller beherrscht die Ansteuerung sauber. Kombikarten stürzen beim Umschalten der Video-Ein/-Ausgänge gern ab und gleichzeitiges Video-In/Out ist meist gar nicht oder sehr eingeschränkt möglich.

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