Die Freude ist gross, wenn das Bild endlich vollständig
und sauber am TV dargestellt wird. Doch die Freude ist meist nur
von kurzer Dauer. Denn dann kommen ganz andere Limits auf den
Tisch. Beispielsweise dann, wenn versucht wird, eine AVI-Videodatei
abzuspielen. Typischer Fall: Am PC-Monitor spielt das Video ab,
der TV-Bildschirm bleibt schwarz - er zeigt bestenfalls Windows-Dialoge
an, aber ein AVI-Video will er zum Verrecken nicht darstellen.
Ärgerlich und typisch: Die
AVI-Videowiedergabe am TV funktioniert nicht, der entsprechende
Bildbereich bleibt einfach schwarz.
Auch hier ist der Kunde wieder gezwungen Stundenlang
Herumzuexperimentieren und im Internet herumzuwühlen um
selbst Abhilfe zu schaffen. Und meist ist die Lösung ganz
einfach: Es haut nur bei ganz bestimmten Farbtiefen-Einstellungen
des PC-Monitors hin. Im Fall einer Matrox G400/450 kommt das AVI-Video
am TV nur bei 24 Bit Farbtiefeneinstellung raus, bei nVidia Geforce2
MX nur bei 16 Bit. Natürlich haben es die Grafikkartenhersteller
nicht nötig, derlei wichtige Informationen in ihren Manuals
zu erwähnen.
Und das waren leider nur die drei meisten Ärgernisse
im Zusammenhang mit dem TV-Ausgang - es gibt noch viele weitere...
Das Standard-Limit: Entweder oder
Das Bild kommt dann zwar gleichzeitig auf dem Fernseher
und dem Monitor, aber die Sache hat einen weiteren Haken: Bei
aktiviertem TV-Modus schaltet der 3dFX-Treiber die Bildwiederholrate
runter auf 50 Hz - der PC-Monitor wird zum Flimmer-Bastard, sinnvolles
Arbeiten am PC ist bei aktivem TV-Ausgang mit der Voodoo3 nicht
möglich. Der Terror geht beim Justieren des Videobilds weiter:
TV-Bild und PC-Montior-Bild lassen sich nicht unabhängig
voneinander justieren - es ist fast unmöglich, PC-Monitordarstellung
und TV-Darstellung gleichermaßen zentriert darzustellen.
Wer nicht in der Lage ist, einen
sauberen TV-Ausgang zu realisieren, der sollte es besser bleiben
lassen: 3Dfx präsentierte sich in diesem Punkt als Maximal-Stümper
- der TV-Ausgang auf den Voodoo3-Modellen ist Kundenverarschung.
Trotz diverser Einstellmöglichkeiten ist kein brauchbares
Ergebnis zu erzielen: Am rechten Bildrand fehlt schlicht und ergreifend
ein 1cm breiter Streifen - nicht weil das Bild falsch zentriert
ist, sondern weil dieser "Bildstreifen" aus dem TV-Ausgang
der Voodoo3 gar nicht rauskommt!
In solchen Fällen können Treiber-Updates
helfen - meist natürlich erst nachdem Monate des Ärgers
über ein "unbrauchbares" Produkt ins Land gezogen
sind. Das passierte auch bei 3dFX: Leider kriegten die Besitzer
der Voodoo-Karten mit TV-Ausgang allerdings nach dem Treiber-Update
eine ganz andere Überraschung als erwartet:
Nepp im nachhinein: Bei den ersten
Treiberversionen unterstützt die Voodoo3 noch gleichzeitige
Bildausgabe auf Monitor und TV, ab der Treiberversion vom September
'99 geht nur noch entweder oder.