Grundlagen Wireless LANs

Die Funknetze kommen

Die Vorteile eines Funknetzwerks liegen auf der Hand: Kein lästiges Strippenziehen, kein Kabelverhau, kein Durchbrechen von Wänden. Stattdessen bewegt man sich mit seinem Notebook durch Gebäude, fährt mit Bus oder Taxi oder mit der Bahn und ist trotzdem stets online. Wie funktioniert das und was kostet das? Von Burkhard Müller.

Standards
Der Verbreitung von Funknetzen standen bisher hohe Preise, geringe Übertragungsraten und eine fehlende Standardisierung entgegen. Mit der Verabschiedung von IEEE 802.11b im Oktober 1999 durch die IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) steht aber nun ein allgemein akzeptierter Standard zur Verfügung. Erste Geräte sind seit letztem Jahr im Handel, die Preise sinken beständig.

Standards für Funknetze
IEEE 802.11b ist eine Erweiterung des Ethernet auf Funk-LANs (Wireless LANs, WLANs). Die ursprüngliche Spezifikation 802.11 sieht eine Übertragungsrate von 2 MBit/s vor - zu wenig um dem Festnetz Konkurrenz zu machen. Es wurden daher die Erweiterungen 802.11a und 802.11b geschaffen, die mit höheren Übertragungsraten aufwarten. Heutige Funknetze arbeiten nach der b-Spezifikation und bringen es theoretisch auf 11 MBit/s mit einem Nutzdatenanteil von 7 MBit/s. Realistische Werte liegen bei 3 bis 4 MBit/s je nach Produkt und Umgebung. Die Übertragungsrate bewegt sich damit ungefähr im Bereich eines 10-MBit-Ethernet. Die a-Variante bringt es sogar auf theoretische 54 MBit/s, allerdings hat noch kein Gerät die Labors verlassen. Erste Produkte sollen noch 2001 verfügbar sein.


WLANs nutzen das 2,4 GHz-Band. Sie kollidieren nicht mit Handys oder Fernbedienungen, weil sie andere Frequenzbereiche benutzen (Quelle: Elsa).

802.11b nutzt das 2,4 GHz-ISM-Band (Industrial, Scientific, Medical), das in Deutschland und vielen anderen Ländern lizenzfrei ist. Allerdings operieren deswegen dort auch andere Geräte. Störfaktoren sind vor allem Mikrowellen und andere Funknetze, die die Übertragungsraten herabsetzen. Die Bandbreite beträgt 83,5 MHz (2,4 GHz – 2,4835 GHz).
802.11a arbeitet dagegen im ebenfalls lizenzfreien 5 GHz-Band, das eine höherer Bandbreite (54 MBit/s) erlaubt. Diese Technik ist auch unter dem Namen HiperLAN2 bekannt.
Der Standard IEEE 802.16 beschreibt ein Breitbandnetz für mittlere Entfernungen, wie es für Metropolitan Area Networks (MANs) eingesetzt wird. Schließlich definiert IEEE 802.15 ein Funknetz mit einer geringen Reichweite von wenigen Metern. Ein bekannter Standard in diesem Bereich ist Bluetooth.