![]() PC selbst gemachtREPORT: Der 99 Euro PC - Total-Maschine zum SpottpreisStreng genommen, fängt man beim Kalkulieren eines billigen PC im ersten Schritt eigentlich bei Prozessor und dafür nötiges Mainboard an. Es gibt allerdings einen entscheidenden Zwischenfaktor: Speicher. Generell ist es so, dass moderne Speichetechniken billger als ältere werden, sobald die sich durchgesetzt haben. Die Massenproduktion findet dann nur noch für die neue Technik statt, Speichermodule mit älterer langsamerer Technik werden teurer. Zum Vergleich:
Preischeck bei http://www.hardwareschotte.de: Ein steinzeitlicher SDRAM-Riegel mit 1 GByte hätte zwischen 182 und 232 Euro gekostet.
Die lahmsten 1 GByte Module des DDR2-Vorgängers DDR1 wurden Anfang 2008 zu Preisen von 45 bis 237 Euro angeboten (die Spezialvariante für IBM-Server zu 589 Euro mal weggelassen). Moderne 1 GByte DDR2 Module waren indessen bereits um 12 Euro zu kriegen. Es war also aussichtlos eine Plattform zu wählen, die älteren Speicher als das aktuelle DDR2 braucht. Damit war klar, dass für das 100 Euro PC Projekt ausnahmslos DDR2-Speicher in Frage kommt. Alle anderen Plattformen fielen zwangsläufig flach. Es nütze also nix nach einer billigen Prozessor+Mainboard-Kombination zu suchen, die älteren Speicher als DDR2 verlangt - also DDR1 oder steinaltes SDRAM. Diese Speicherpreis-Sachlage ist übrigens der Knickbrecher für viele Gebraucht-PC Angebote. Einen billigten Gebauchten mit altem Pentium oder Athlon kriegt man zwar locker unter 100 Euro, allerdings stecken meist nur 256-512 MByte RAM drinnen und Aufrüsten ist entweder unmöglich (weil alle RAM-Steckplätze voll sind) oder ätzend teuer. Wir beschlossen, im 100 Euro PC unbedingt 1 GByte DDR2 RAM zu verbauen. So ein Riegel kostete zum Projektzeitpunkt ca 14 Euro. Und wie sich noch zeigen wird, ist 1 GByte Speicher eine sehr wichtige Sache für den 99 Euro PC - weniger ist fatal. Es war also sinnlos, ein 512 MByte DDR2-Modul einzuplanen, das für rund 7 Euro zu kriegen gewesen wäre.
Er machte das Rennen, weil er grad der billigste 1 GByte DDR2-Riegel war. www1.hardwareversand.de wollte dafür 12,98 Euro haben - gekauft. Übrigens: Bei Speicher gibt es enorme Preisunterschiede, am teuersten ist die neueste DDD3-Speichertechnik. Bei DDR2-Modulen gibt es "langsame" und "schnelle" Module was die Zugriffszeit anbelangt. In allen Fällen gilt: der Leistungsunterchied zwischen langsamen DDR2-Modulen, schnellsten DDR2-Modulen und allerschnellsten DDR3-Modulen bewegt sich im "eine Handvoll Prozent" Bereich. Es ist aktuell also Blödsinn für Speicher viel Geld auszugeben - besser die "auf dem Papier" langsamsten und billigsten Module nehmen. Viel entscheidender für Leistung ist die Speichermenge - also lieber 2 GByte "langsame" billige Module als nur 1 GByte "schnelle" teure. Mit den bisherigen Ausgaben von 76,84 Euro erreichte der Kostenpunkt somit 89,82 Euro. Damit war alles zusammen, was es für einen funktionierenden PC braucht. Funktionierend heißt in diesem Fall er schafft es bis zum "BIOS" hochzufahren. Das Letzte was noch fehlte war ein Datenträger für das Betriebssystem und zum Speichern von Daten. Dafür blieben gerade mal lächerliche 10 Euro übrig... Diskussion zum Beitrag |
Inhalt dieses Beitrags: 8. Speicher - DDR2 und sonst gar nichts |