Faule Ausreden

Soundleistung maximieren

Durch den Auftritt vieler neuen Techniken und Mehrlautsprecher-Systemen ist Tuning bei Soundkarten wieder ein echtes Thema geworden. Moderne Karten bieten massig Einstelloptionen. Nach der erfolgreichen Grundinstallation einer Soundkarte und ihrer Treiber sind diverse Checks nötig, um sicherzustellen, dass auch wirklich maximale Audioleistung rauskommt. Von Michael Nickles.

Im Glücksfall erledigt der Soundkartenhersteller alles beim Setup sauber, aber hier gilt wie immer: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und: Installationstheorie ist schön, die Praxis hart. Auch wer alles prinzipiell richtig macht, stößt nach einer Soundkarteninstallation auf Probleme. Hier die besten Tipps&Tricks in Sachen Soundoptimierung.

Soundkarten benchmarken: Die Methoden

Nicht nur auf Features, auch auf Geschwindigkeit kommt es an! Das wird bei Soundkartentests fast immer vergessen. Grund: Es existiert kein Messprogramm, das die Leistung einer Soundkarte ermittelt. Leistung heißt bei Soundkarten, dieser Frage auf den Grund zu gehen: Wie stark belasten diverse Soundaktivitäten den Prozessor im PC? Und mit diesen Aktivitäten sind folgende Dinge gemeint:

Sound-Leistungsfaktor Hintergrund
WAV-Wiedergabe Bereits einfache Windows-Systemklänge können den Prozessor fies belasten.
MP3-Wiedergabe Grundsätzlich wird MP3 vom Prozessor dekodiert, die Soundkarte dient nur als Ausgabemedium.
Mehrkanalwiedergabe bei Spielen Ein extrem kritischer Faktor: Je nach Einstellung der Soundkanäle in einem Spiel kann dies enorm CPU-belastend sein.
Mehrkanal-Downmixing Moderne Soundkarten können Mehrkanalklang (beispielsweise Dolby Digital 5.1) auf ein geringeres Format - beispielsweise Stereo oder 4 Lautsprecher - runterrechnen. Dieses Runterrechnen kann ebenfalls eine extreme Belastung für die CPU sein.
MIDI-Wiedergabe Entscheidend für Musiker: Hardwaremäßiges MIDI. Das heißt, die Soundkarte sollte sich selbstständig um die Klangsynthese kümmern. Tatsächlich lassen viele moderne Soundkarten das vom PC-Prozessor erledigen, sind also hinterhältige Schmarozer!


Soundkarten benchmarken heißt im Klartext den Windows-Systemmonitor anschmeißen und die Prozessorbelastung bei den aufgeführten Soundaktionen checken. Hat ein Spiel einen eingebauten Benchmark, dann kannst Du das Spiel testweise bei abgeschaltetem oder reduziertem Sound fahren um rauszukriegen, wie viele Bilder/s Dich die aktivierte Soundkarte kostet. In diesem Zusammenhang sind vor allem Karten kritisch, die diverse Soundstandards nicht hardwaremäßig können, sondern nur 'emulieren'. Die bei PC-Spielen führende Technologie ist EAX von Creative Labs - und das steckt hardwaremäßig ausnahmslos auf Soundkarten von Creative Labs drauf. Alle anderen Hersteller müssen sich softwaremäßig verrenken, um EAX-kompatibel zu sein.

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