Eigene Chains
Das Konfigurieren eines Firewalls erfordert mitunter viele Regeln. Eine große Zahl von
Regeln wird aber schnell unübersichtlich und damit fehleranfällig. Deswegen erlaubt es
IP Chain, Regeln zu gruppieren und zusammenzufassen. Um eine Gruppe von Regeln anzulegen,
erzeugt man zunächst eine eigene Chain. Das Kommando dafür lautet
ipchains -N Name
Der Name der Chain ist auf 8 Zeichen begrenzt, Groß- und Kleinschreibung ist relevant. Die
vordefinierten Namen könen nicht verwendet werden. Am besten verwendet man hier nur
Kleinbuchstaben, um bei späteren Erweiterungen des Programms keine Konflikte auszulösen.
Hat man eine eigene Chain erzeugt, so können ihr mit den normalen Befehlen Regeln zugewiesen
werden. Anstelle der Defaultnamen wird nun einfach der Name der neuen Chain verwendet. Eine
eigene Chain löscht man mittels
ipchains -X Name
Allerdings können nur leere Chains gelöscht werden, die nicht als Ziel in einer anderen
Chain verwendet werden. Um eine Chain zu leeren bedient man sich wie gehabt des Flush
Kommandos '-F'. Eine neu definierte Chain ist zunächst inaktiv. Kein Paket wird an
sie weitergeleitet. Um sie einzubinden muß man sie in einer der default Chains als
Jump Target angeben. Das Kommando
ipchains -A input -j my-input
leitet beispielsweise alle Pakete die am Rechner ankommen an die eigene Input Chain weiter.
Hat die eigene Chain keine passende Regel für das Paket, so kommt es zurück zur default
Chain und wird dort weiterverarbeitet.
Protokolle
Ipchains ist in der Lage das ausführen einer Regel zu protokollieren. Dem Kommando zum
einrichten der Regel wird dazu einfach der Parameter '-l' angehängt. Im Normalfall wird man
nur Regeln protokollieren, die selten aufgerufen werden und die Pakete zurückweisen. Erlaubt
man zum Beispiel den Zugriff auf einen lokalen
Webserver über einen Firewall, so kann es
interessant sein, Zugriffe auf alle anderen Ports zu protokollieren.
Für gewöhnlich geht einem Einbruchsversuch ein sondieren der Lage voraus. Im Protokoll
tauchen dann plötzlich viele Zugriffe auf gesprerrte Ports auf, die den Administrator warnen
können. Auf der anderen Seiten können ungewöhnliche Pakete die von Rechnern innerhalb
der
Firewall stammen und die zurückgewiesen werden auf installierte trojanische Pferde
auf diesen Rechnern hinweisen. Die Protokollinformationen werden über den Syslog Mechanismus in
die entsprechenden Dateien geschrieben. IPChains verwendet Facility 'kernel' und den
Level 'info' um seine Nachrichten zu klassifizieren.