Leseprobe: Filesharing Report

Datenmassen ohne Limits

Vor zwei Jahren noch eine Freak-Sache, ist Dateitauschen (Filesharing) im Internet zum Volkssport geworden. Millionen Anwender tauschen rund um die Uhr Musik, Videos, Software, schlicht alles, was sich digital transportieren lässt. Dieser Beitrag informiert über Möglichkeiten und Risiken. Von Michael Nickles.

Die neuste Enterprise-Folge angucken, die gerade erst in den USA ausgestrahlt wurde? Aktuelle Kinofilme sofort nach ihrer Premiere in DVD-Qualität sehen? Sämtliche neu erschienenen Audio-CDs der letzten Wochen mal so eben einchecken? Und das alles gleichzeitig in ein paar Stunden? Kein Problem: Wer eine Internet-Flatrate hat, kann Video- und Audio-Datenmassen heute schneller aus dem Netz saugen als konsumieren. Unter günstigen Umständen dauert der Download eines Spielfilms nur eine Stunde, eine komplette Audio-CD ist in der Zigarettenpause gesaugt. Das ist verlockend.

Das mit MP3 und Musik - die Anfänge des Filesharing - ist längst kalter Kaffee. Audio-Datenmassen sind so klein, dass sie quasi live gesaugt werden. Und so was wie eine DSL-Flatrate lockt dazu sie auch auszunutzen. Es gibt Freaks, die gucken kein Fernsehen mehr, keine Video-Kassetten, keine DVDs. Das was sie sehen wollen, das saugen sie einfach aus dem Netz. Das total individuelle Video auf Abfrage ist mit Filesharing-Systemen wahr geworden. Im Internet werden zig tausend Videos jeder erdenklichen Geschmacksrichtung und Geschmacksverirrung transportiert: Brandaktuelle Kinofilme, Erstausstrahlungen amerikanischer Fernsehserien (Enterprise und Co) und auch solche, die eigentlich gar nicht, oder nur in verstümmelter beschnittener Fassung zu kriegen sind. Die Liste der in Deutschland beschlagnahmten und indizierten Filme ist lang - und die Schere der TV-Sender ist radikal um sie nicht noch länger zu machen.

Ferner gilt: Was im Ausland erlaubt ist, muss es noch lange nicht in Deutschland sein. Filmfreaks, die unzensierte Originale aus dem Ausland bestellen, müssen mit Ärger rechnen. In Deutschland indizierte Filme dürfen nicht per Versand eingeführt werden. Filesharing kennt keine Landesgrenzen. Und das Internet bietet selbst Filme, die es eigentlich gar nicht gibt, wie beispielsweise die 1984 von Roger Corman verfilmten Fantatischen Vier-Superhelden. Der Filme wurde zwar fertiggestellt, kam aber aus rechtlichen Gründen dann nie raus. In Filesharing-Systemen existiert er...

Fakt ist: Alles was sich digital speichern lässt, kann auch digital über das Internet transportiert werden.

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