Manuell oder automatisch - Fehler vermeiden Engpässe und SpielräumeEs ist egal, ob eine uralte ISA-Steckkarte per Hand über Jumper eingestellt wird oder ob Du manuell im Windows-Gerätemanager eine Änderung durchführst - bei der Zuweisung von IRQs gelten strenge Spielregeln: Für eigene Zwecke komplett vergessen kannst Du folgende Interrupts: 0, 1, 3, 4, 6, 8, 13, 14 (falls kein SCSI-PC). Die kümmern sich um Dinge wie Tastatur, PC-Uhr, Diskettenlaufwerke bis hin zur Festplatte. Egal, was immer Du tust, stelle niemals eine Multimedia-Steckkarte wie Soundkarte, Video-Framegrabber oder MPEG-Decoder auf einen dieser Interrupts ein: Sofort oder später - oder (am schlimmsten!) nur in bestimmten Situationen - auftretende Fehler sind garantiert. Völlig nutzlosen Spielraum hast Du bei den beiden seriellen Schnittstellen: ob COM 1 den IRQ 3 und COM 2 den IRQ 4 verwendet oder genau andersrum, ist unterm Strich völlig gleichgültig. Durch Änderungen an dieser Stelle erreichst Du weder Vor- noch Nachteile. Ein interessanter und vor allem für Soundkartenanwender bedeutsamer Spielraum existiert bei den Druckerschnittstellen. Die meisten PCs kommen mit einem Druckerport aus, nur in sehr seltenen Fällen wird eine zweite Druckerschnittstelle (Kauf zusätzlicher Steckkarte) gewünscht. Einer der beiden für die Druckerports gedachten Interrupts (5 und 7) lässt sich also risikolos für eigene Zwecke verwenden. Lass die Finger von Interrupt 2 und 9! Zwei bitterböse Kollegen sind die Interrupts 2 und 9: Ich möchte Dir den seitenfüllenden Hintergrund mit komplizierten technischen Daten ersparen, darum hier das Wesentliche: diese beiden Interrupts sind zum Teil für 'interne Zwecke' reserviert. Je nach Motherboard und Verhalten der installierten Grafikkarte kann man einen von beiden für individuelle Zwecke nutzen oder nicht. An Interrupt 2 und 9 solltest Du nur dann denken, wenn wirklich keine Alternative mehr offen ist. Und ist das so, dann heißt es schlichtweg, einfach einen von beiden zu verwenden und zu hoffen, dass es klappt. Teuflischerweise hängt der Interrupt 2 intern mit dem Interrupt 9 zusammen: Wenn Du beide Interrupts verwendest, ist 'der große Knall' garantiert. Ab Windows 95 OSR2 und bei Windows 2000 funktioniert der IRQ9 bei Steckkarten recht gut, heikel ist er aber nach wie vor. Somit bleiben also insgesamt vier unkritische Interrupts frei: 10, 11, 12 und 15. Und durch die Tatsache, dass 3-D-Karten, PS/2-Schnittstellen, USB und 2. IDE-Port einen IRQ wollen, sind alle vorhandenen IRQs im PC aufgebraucht. Theoretisch lässt sich hier keine einzige weitere Karte mehr unterbringen: Mit einer Netzwerkkarte oder einer alten ISA-Videocapture-Karte stehst Du dumm da. Erfreulicherweise hat sich Microsoft etwas zu dieser Situation einfallen lassen: Die Stadt im PC ist überfüllt, es sind nicht genug Häuser für alle da, also werden 'Wohngemeinschaften' gegründet. Diskussion zum Beitrag Mehr zum Thema: |
Inhalt dieses Beitrags: 2. Manuell oder automatisch - Fehler vermeiden |