Selber machen

PC - Selbstbau, Teil 2

Die Planung des Selbstgebauten ist abgeschlossen, die ersten Einkäufe sind erledigt. Im zweiten Teil des Selbstbau-Beitrags geht's um Gehäuse und Mainboard - denn nur mit einer guten Basis macht alles weitere Sinn. Auf geht´s zum zweiten Teil!

Schritt 1: „Ruhe NOW' – das perfekte Gehäuse

Der perfekte PC fängt beim perfekten Gehäuse an. Den wenigsten ist klar, wie elend wichtig dieses unscheinbare Blechding für einen guten PC ist! Es ist nicht damit getan, ein möglichst großes und möglichst schickes Gehäuse zum bestmöglichen Preis im Versandhandel zu bestellen! Was ein Gehäuse taugt, das sieht man ihm fast nie von außen an – auf viele Kleinigkeiten im Inneren kommt es an. Die wichtigste Regel: Der Preis spielt beim PC-Gehäuse keine Rolle. Es muß kein teures Teil für 298 Mark sein. Ein Tower für 150 Mark kann seinen Zweck viel besser erfüllen – wenn die Details stimmen! Neben den klassischen Blechkisten gibt es im Handel auch spezielle extrageräuscharme Gehäuse. Diese Dinger sind erheblich teurer, allerdings riskant. Du fährst besser, wenn Du ein billiges Gehäuse kaufst und es selber ruhigstellst. Die vielleicht speziellste Gehäuseausführung kann in den USA bei der Firma Kryotech (www.kryotech.com) bestellt werden: Das sind quasi „Kühlschränke', mit denen PCs maximal „overclockt' werden können. Problem dieser „Kühlschränke': Sie sind teuer, aufwendigerer beim Komponenteneinbau und für „Vielschrauber' nicht geeignet. Was Du also brauchst, ist ein stinknormales billiges Blechgehäuse – bei dem diverse Fakten stimmen:

ATX-Formfaktor – Neues unter der Haube

  1. Bei ATX-Mainboards befinden sich alle Schnittstellen auf einem „Blech' – das erleichtert die Montage des PCs.

Neue Gehäuse fällig!

Seit Mitte 1996 sind Motherboards erhältlich, die unter der Bezeichnung „ATX-Formfaktor' verkauft werden. Dieser neue Standard soll Nachteile der herkömmlichen Motherboards, wie die Beschränkung langer Karten oder baumelnder Prozessorlüfter, ausmerzen. Die ATX-Architektur hat den Vorteil, daß jeder Slot in voller Baulänge für lange Karten, zum Beispiel Videodigitalisierer oder TV-Karte etc., genutzt werden kann.

  1. Der ATX-Formfaktor setzt neue Standards bei PC-Gehäusen und Mainboards. Sämtliche I/O-Anschlüsse befinden sich bei ATX-Gehäusen stets so angeordnet.

  1. Selbst der Stromanschluß ist neu: Ein ATX-Board fordert also zwangsläufig auch ein neues Gehäuse und Netzteil.

Weiterhin wurden bei ATX die Breitbandkabel für die seriellen Anschlüsse und für den Drucker- und Joystick-Port durch Onboard-Leiterbahnen ersetzt. Diese Anschlüsse gehen direkt vom Motherboard nach außen, das Kabelwirrwarr im Gehäuseinneren hat ein Ende. Moderne ATX-Boards besitzen zudem schon einen USB-Sockel, hier soll man später eine oder zwei USB-Kabel einstecken können, die aus dem Gehäuseinneren nach außen führen. USB wurde definiert, um dem bunten Kabelsalat an der Gehäuserückseite ein Ende zu bereiten. In einigen Jahren sollen die Steckverbindungen für alle Ein- und Ausgabegeräte wie Maus, Modem, Drucker, Tastatur etc. einheitlich sein und eine fehlerhafte Kabel- und Geräteinstallation ausschließen.

Zwar sind heute auch noch alte „Nicht-ATX'-Boards und Gehäuse erhältlich, deren Anschaffung ist allerdings nicht mehr ratsam. Entscheide Dich auf jeden Fall für ATX – das kostet praktisch keine Mark mehr und ist „handlicher'.

Zur CeBit 1998 wurden die Board-Hersteller endlich kreativ und stellten Boards vor, die sich gleichermaßen in einem Standardgehäuse wie auch in einem ATX-Gehäuse montieren lassen. Bei Montage in einem ATX-Gehäuse wird am Board einfach ein „ATX-Blech' mit den Schnittstellenbuchsen angesteckt, bei Montage in einem Nicht-ATX-Gehäuse erfolgt die Sache wie eh und je. Solche Multiboards verfügen zudem über zwei Netzteil-Stromanschlüsse: den alten Doppelstecker-Pfosten und den neuen ATX-Stromanschluß, der aus einem Stecker besteht.

  1. Ein „doppelter' Stromanschluß weist in der Regel darauf hin, daß ein Board sowohl in alte Gehäuse als auch ATX-Gehäuse eingebaut werden kann. Diese „Mischboards' gibt es seit der CeBit '98.

Achtung: Die OnNow-Technik in Windows 98 funktioniert nicht mit jedem ATX-Netzteil! Fakten dazu sowie alle Tips zur Powermanagement-Einrichtung am PC findest Du im Kapitel „Hardware konfigurieren'.

Oft vergessen: Denk an die „Langen'!

Egal, ob Du bereits alte „lange' Steckkarten wie zum Beispiel Framegrabber hast und weiter verwenden willst oder nicht: Achte bei der Boardauswahl (falls nicht ein modernes ATX-Board) darauf, daß sich sowohl in den AT-BUS- als auch in den PCI-Steckplatzgruppen zumindest jeweils eine lange PCI- und AT-BUS-Karte einbauen läßt. Zwar werden Karten immer kleiner, in der Multimedia-Ecke finden sich allerdings noch viele Karten mit voller Baulänge. Auf vielen Boards behindern ungünstig plazierte RAM-Steckplätze oder die CPU mit ihrem Kühlkörper den Einbau langer Karten oder machen ihn gar völlig unmöglich! Diesem Problem gehst Du mit der Anschaffung eines ATX-Boards aus dem Weg!

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