Mal ernsthaft: 1,5 Terabyte sind jede Menge Holz und 130 Euro sind jede Menge Kohle. 1,5 Terabyte VERLIEREN ist richtig bullshit. Und dazu bietet Western Digital viel Gelegenheit. Sorry, aber wenn es schon nicht mal gelingt, das "Hauptmenü" einer Software aufzurufen, weil die mit einem "unbekannten Fehler" crasht und danach sich nicht mal eine Software-Aktualisierung durchführen lässt und sich nicht mal eine brauchbare Anleitung in Deutsch finden lässt, dann ist das einfach zu viel. Wenn schon die Basis so ein Murks ist, dann werd ich so einer Platte garantiert nicht Daten anvertrauen. Wenn "Programmierer" bereits bei dieser Substanz versagen, dann trau ich ihrem Backup-Mechanismus erstrecht nicht.
Egal: Selbst wenn das mit der "Software" alles reibungslos funktioniert hätte, wäre mein Urteil vernichtend ausgefallen.
Praktisch ALLE externen Festplatten lassen sich wahlweise flach auf dem Tisch liegend oder mit irgendwelchen "Halterungen" hochkant aufstellen. Eine brauchbare stabile Lösung/Halterung für hochkantes Aufstellen habe ich bislang noch nicht gesehen (und ich hatte viele "verrückte" Lösungen in den Fingern). Die meisten Konstruktionen sind elend wacklig, fallen leicht um. Und so ein Umfallen kann einer Platte den vollen Knall bescheren. Dann sind mit einem "Schlag" alle Daten im Sack.
Im Fall einer Western Digital My Book Elite (und ähnlichen Modellen) hat man leider keine Wahl. Diese Dinger werden ausnahmslos hochkant aufgestellt, die Möglichkeit zum sicheren Flachlegen existiert nicht wirklich. Western Digital verkauft es unter anderem als "Vorteil", dass die neuen My Book Modell noch "schlanker", weniger breit sind. Konkret heißt das, dass sie noch leichter umkippen können.
Klar: Was sich hochkant hinstellen lässt, das lässt sich natürlich auch flach hinlegen:
Flachgelegte My Book Elite: das sieht halbwegs schick aus und es droht kein Umfallen. Natürlich legt man die Platte so rum flach, dass das Display lesbar ist.
Leider sieht Western Digital diese Aufstellmöglichkeit nicht wirklich vor. Es gibt keine "Gummifüsse" für diese Lage, die Platte liegt dann halt einfach mit dem glatten Seitenteil auf dem Tisch. Als Abhilfe kann man sich ein paar "Filzstücken" oder was immer draufkleben.
Allerdings ist es fatal, die Platte wie gezeigt flach hinzulegen. Denn: die drinnen verbaute Festplatte steht dann auf dem Kopf! Mechanisch ist das theoretisch kein Problem. Aber: Platten werden im Betrieb warm und Wärme steigt von unten nach oben. Die Elektronik einer Platte befindet sich typischerweise immer an der Unterseite. Liegt die Platte auf dem Kopf, dann kriegt ihre Elektronik natürlich permanent eine Wärmedusche ab. Was das auf Dauer bedeutet, kann sich jeder sicher denken.
Besonders fatal bei der Sache: man sieht es von Außen nicht, dass die Platte bei flachgelegtem Gehäuse drinnen auf dem Kopf steht! Gewiss wird keiner auf die Idee kommen. dass er das Gehäuse so rum flach hinlegen muss, dass das Display (und die Beschriftung auf Rückseite) auf dem Kopf steht.
Zum Gehäuse der My Book Elite Baureihe: sieht schick aus, aber ist lumpiges dünnes Plastik. Und: voll glatt. Das heißt, dass man die Platte nicht angenehm mal eben mit einer Hand packen und transportieren kann, sei rutscht leicht "durch".
Lumipger geht es wirklich nicht mehr. Obwohl ich das Gehäuse so pfleglich wie möglich behandelt habe, waren auf der Oberfläche nach ein paar Stunden bereits mehrere Kratzer zu sehen. Vermutlich reichen schon ein paar Staubkörner am Finger aus um das Gehäuse optisch zu lynchen.
Auch ist das Gehäuse eine "Einbahnstraße". Man kriegt es bei der Herstellung zwar zu, aber danach eigentlich nie wieder auf, ohne es zu zerstören. Es existieren keine Schrauben, alles wird innen mit Plastikschnappern einmalig festgeklinkt.
Wer im Internet rumsucht, wie man so eine "My Book" aufkriegt, wird Zerlege-Tipps finden. Die meisten (alle) enden in der Praxis allerdings mit einem zerstörten Gehäuse. Es ist ja verständlich, dass ein Hersteller aus "Garantiegründen" nicht will, dass man sein Zeugs zerlegt. Im Fall von externen Platten kann das aber irgendwann unvermeidlich sein.
Funzt so eine externe USB-Platte irgendwann nicht mehr, dann liegt das sehr oft nicht an der Platte selbst, sondern an der verreckten USB-Ansteuerungsplatine. Holt man die Platte raus und hängt sie direkt an einen PC, dann bestehen gute Chancen, dass man an die Daten rankommt. Dass dazu eine Zerstörung des Gehäuses nötig ist, ist nicht akzeptabel.
Nervig: die Platte hat zwar einen "Ein-/Austaster", lässt sich aber nicht wirklich ausschalten. Im "ausgeschalteten" Standby-Modus blinkt permanent vorne eine blaue LED.
Rückseite des Gehäuses mit Ein-/Austaster, USB-Buchse und Strombuchse.
Western Digital hat sich leider für die winzigste USB-Buchsen-Variante entschieden, verwendet nicht die bei dieser Gehäusegröße übliche normale USB-Buchse. Das ist in mehrfacher Hinsicht ärgerlich. Zum einen sind die kleinen USB-Stecker fummliger und zum anderen nicht so gängig wie die normalen. Ärgerlich ist auch der Ein-/Aus-Taster. Der sitzt quasi komplett flachbündig in der Gehäuserückwand, man kann in nicht fühlen, wenn man hinten ans Gehäuse langt. Also: immer Hingucken, was natürlich nervig ist.
Das einzige "Highlight" der My Book Elite ist eigentlich ihr "E-Ink"-Display:
Das Display des Elite-Modells bleibt auch bei fehlender Stromversorgung aktiv lesbar.
Das Display lässt sich über die mitgelieferte Software auch invertieren. Anstelle des voreingestellten "PICTURES 09" lässt sich auch was beliebiges anderes eintragen. Drunter/daneben gibt es einen kleinen Balken, der den Füllstand der Platte anzeigt, daneben die freie Kapazität als Zahlenangabe. Außerdem zeigt es auch an, ob die Platte "gelockt", also verschlüsselt ist.
Das Display sieht recht cool aus, ob es funktionell wirklich einen Nutzen hat, ist so eine Sache. Wer zig My Book Elite in sein "Bücherregal" stellt, der wird das gewiss praktisch finden. Generell tut es ein beschrifteter Aufkleber natürlich auch.