Wissen für Einsteiger

Bussystem optimieren - Volldampf für Steckplätze

PCI, AGP und im Fall eines älteren PC auch noch ISA. Damit ein PC reibungslos läuft, müssen alle Steckplätze im BIOS richtig konfiguriert werden. Je nach PC-Baujahr sind dabei zig Details zu beachten. Dieser Beitrag decke alle Fälle ab. Von Michael Nickles

ISA-Steckplätze - verstehen und optimieren

Abschied vom alten Bus?

Obwohl Microsoft bereits in Zusammenhang mit seiner P97 Spezifikation zur restlosen Abschaffung der ISA-Steckplätze drängt, sind die Chancen dafür gering: Zu viele Kartentypen wünschen sich noch den steinzeitlichen ISA: Soundkarten, Modem/ISDN-Karten und TV-Video-Karten. Und auch so manche Spezial-Steuerkarte ist nur in ISA-Ausführung zu kriegen. Erst seit 1999 haben sich Mainboard-Hersteller getraut, auch Board-Versionen anzubieten, die nur AGP und PCI haben, also auf ISA-Krempel vollständig verzichten.

Während der schnelle PCI-Bus nach wie vor mit maximal 33 MHz fährt (laut Spezifikationen sind bis zu 66 MHz vorgesehen) und damit bereits zum Flaschenhals geworden ist, ist der ISA nur für sehr schlappe 8,3 MHz Geschwindigkeit genormt. Der Prozessor muß bei der Kommunikation mit den Steckkarten also mit zwei verschieden schnellen Steckkartentypen/Bussystemen kämpfen: Auf die Reaktion von ISA-Karten muß er länger warten als auf die schnelleren PCI-Karten.

Vorsicht Bremse!

Im Idealfall hast Du nur eine ISA-Bremse im System: die Soundkarte. An dieser Stelle eine ausdrückliche Warnung: Im Handel sind vereinzelt bereits PCI-Soundkarten erhältlich - wer denkt, daß er sich damit etwas Besseres und Schnelleres antut, unterliegt meist einem fatalen Irrtum - diese Karten sparen sich bei der Wavetable-MIDI-Technik das teure Onboard-Wave-ROM und nutzen statt dessen über den schnellen PCI-Bus den PC-Hauptspeicher, um dort die Wave-Samples abzulegen - damit gehen bis zu 4 MByte Hauptspeicher flöten, und der PCI-Bus wird extrem belastet, wenn die MIDI-Wiedergabe loslegt.

ISA - wieviel Takt er braucht

Speedgewinn gering...

Der ISA ist prinzipiell auf 8,3 MHz standardisiert, abhängig vom Mainboard sind oftmals auch nur rund 7 MHz eingestellt - der Geschwindigkeitsunterschied ist hier marginal.

Diverse moderne PCI-Mainboards lassen für die ISA-Steckplätze keine spezielle Takteinstellung mehr zu: Sie stellen den ISAtakt automatisch auf ein Viertel des PCI-Bustaktes ein. PCI-Bustakt 33 MHz / 4 = 8,25 MHz Bustakt. Macht es Dein Board nicht automatisch, dann findest Du im BIOS in der Regel eine Option, die so oder ähnlich lautet:

ISA Bus Clock / ISA-Clock: Hier lassen sich entweder direkte MHz-Werte einstellen - Du wählst hier logischerweise einen Wert um 8 MHz, den Spezifikationen entsprechend. Werden die Werte über Optionen wie 1/2, 1/4, 1/8 eingestellt, so bezieht sich das wiederum auf den externen CPU-Takt: Mit der Option 1/4 liegst Du richtig.

Vorsicht bei Overclocking!


Award BIOS: Hier wird der ISAtakt auf ein Viertel des PCI-Taktes eingestellt. Wichtige Randnotiz für Overclocking: Wenn Du den externen CPU-Takt hochdrehst, dann wird in diesem Fall natürlich auch der ISA-Takt übertaktet, da er sich aus dem PCI-Bustakt errechnet!

Im Fall eines modernen PCI-PC macht es keinen Sinn, am ISAtakt herumzufummeln, ihn außerhalb der Spezifikationen zu betreiben. Anders sieht es bei einem alten PC-System aus, in dem noch eine ISA-Grafikkarte steckt: Hier kannst Du mal probieren, den Takt schrittweise etwas höher zu drehen - die Grafikleistung wird dadurch erhöht. Treten Abstürze auf, dann verkraftet die Grafikkarte (oder eine andere Karte im ISA) den höheren Takt nicht, Du mußt wieder runterdrehen. Im Fall von solchen Experimenten solltest Du wie bei allen Bus-Optimierungen (siehe auch Kapitel Overclocking) immer erst ein Festplatten-Backup durchführen. Festplatten-Controller - egal ob uralter ISA-Controller, brandneuer IDE-Onboard oder Luxus-SCSI-Controller - können auf Timingprobleme sehr unangenehm reagieren: Sie verzetteln sich bei Schreibzugriffen auf die Platte, die Folge kann der totale Crash sein!

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