Hier erst mal ein paar Fakten, die oft vergessen
werden:
1. Idealsituation: Ideal
ist es, wenn jede Steckkarte im PC und jede Schnittstelle einen
eigenen exklusiven Interrupt erhält. Dann können keine
Konflikte und Ärgernisse auftreten. Problem: Es existieren
im PC nur 15 Interrupts, und bereits ein nackter PC braucht die
meisten davon ohne Wenn und Aber. Ab einer bestimmten Anzahl zusätzlicher
Steckkarten ist die Interrupt-Mehrfachbelegung unvermeidlich -
es existiert kein Trick, um sie herumzukommen, außer auf
Steckkarten zu verzichten.
2. PCI-Steckplätze: Jedes
PC-Mainboard hat exakt vier Interrupt-Leitungen für PCI-Steckplätze,
die intern als Interrupts A, B, C und D bezeichnet werden. Es
gibt also exakt vier PCI-Interrupts - basta! Wenn ein Mainboard
mehr als vier PCI-Steckplätze hat, dann heißt das zwangsläufig,
dass sich ganz bestimmte PCI-Steckplätze immer den Interrupt
teilen. Es ist wichtig, dass Du weißt, welche PCI-Steckplätze
zusammengeschaltet sind, wenn Dein Board mehr als vier hat. In
diesen zusammengeschalteten PCI-Steckplätzen sollten keine
PCI-Steckkarten verwendet werden, die nach einem 'exklusiven'
(also einmalig vergebenen) Interrupt verlangen.
3. Belastete Steckplätze: Auch
alle Mainboard-Komponenten wie zusätzliche IDE-Ports (3.
und 4.), USB- und PS/2-Schnittstellen brauchen IRQs. Oft teilen
sich diese Komponenten dann ihren IRQ mit einem PCI-Steckplatz
- wird dort eine Karte eingesteckt, kann folglicherweise eine
IDE-Festplatte zu spinnen beginnen, wenn sie an dem IDE-Port hängt,
der sich seinen IRQ mit dem Steckplatz teilt. Über diese
Zusammenhänge, also an welchem Steckplatz noch welche Mainboard-Komponente
'mit dranhängt', muss das Mainboard-Manual informieren.
Tut es das nicht, dann taugt es nichts.
4. AGP-Steckplatz: Wenn
ein Mainboard einen AGP-Steckplatz hat, dann braucht dieser Steckplatz
ebenfalls einen Interrupt. Auch hier muss wieder einer der vier
PCI-Interrupts herhalten, der AGP-Steckplatz hat (zumindest bei
den meisten Boards) keine eigene Interrupt-Leitung. Der AGP-Steckplatz
teilt sich also zwangsläufig mit einem bestimmten PCI-Steckplatz
den Interrupt - das kriegst Du im Gerätemanager raus, sobald
dieser PCI-Steckplatz bestückt wird.
Du kennst jetzt die Fakten und Du weißt, was
das Ziel ist: Der ganze Steckkarten-Krempel im PC sollte ordentlich
geplant werden. Es ist Quatsch, eine Steckkarte nach der anderen
reinzubauen und zu hoffen, dass alles klappt. Strategisches Vorgehen
bei den Steckkarten ist das A und O für ein cooles System.