Jetzt fehlte nur noch das Betriebssystem. Ich muss zugeben, dass ich beim unglaublich günstigen USB-Stick zunächst misstrauisch war. Zum einen waren vor einiger Zeit gefälschte USB-Sticks im Umlauf, die erheblich mehr Speicherplatz vorgaukelten, als tatsächlich vorhanden.
Zum anderen wäre ein zu langsamer USB-Stick eine unakzeptable Spaßbremse. Schließlich soll mit dem System auch gearbeitet werden.
Auch wenn von allen Seiten (besonders aus dem Nickles-Forum) geunkt wird, ich hätte mir ein Schrott-System zusammengebaut, halte ich das System durchaus für alltagstauglich: Es ist relativ leise und sparsam und für einfache Ansprüche (Internet, Office, Musikhören) genügt es auf jeden Fall.
Wegen der Bedenken hinsichtlich des Sticks ließ ich H2testw (http://www.heise.de/software/download/h2testw/50539) einen Testlauf machen.
Abbildung 1: Die Testergebnisse des USB-Sticks
Mit der Kapazität gab es keine Probleme. Der Stick hatte tatsächlich 4 GByte. Zudem schien der Schnäppchen-Stick gar nicht so lahm zu sein, wie ich befürchtet hatte. Beim Schreiben erreichte er eine Rate von 7,10 Mbyte/s, beim Lesen 17,1 Mbyte/s. Jetzt konnte ich also damit beginnen, ein Betriebssystem auf dem Stick zu installieren.
Zunächst versuchte ich Puppy Linux zu installieren. Hier hielt ich mich an die Anleitung von Mike und Cornelius (siehe http://www.nickles.de/c/s/praxis-der-99-euro-pc-deutsches-muppypuppy-installieren-und-einrichten-661-1.htm). Das funktionierte auch tadellos. Aber irgendwie fühlte ich mich mit dem System nicht richtig wohl. Ubuntu gefällt mir da wesentlich besser.
Ich entschied mich also für eine Ubuntu-Installation im persistenten Modus. Hierzu verwende ich den Startmedienersteller von Ubuntu (System -> Systemverwaltung -> Startmedienersteller). Die Installation auf dem Stick verhält sich dabei im Wesentlichen wie eine Live-CD, also ohne unnötige Schreibzugriffe.
Der Unterschied bei einer persistenten Installation ist aber, dass ein Bereich des USB-Sticks für Schreibzugriffe reserviert wird. Hier werden alle Änderungen am System sowie die Nutzerdaten gespeichert.
Die ersten Systemstarts liefen problemlos. Das System lief relativ flüssig und erfüllte einfache Anforderungen. Nach einigen Starts gab es allerdings schon vor dem Start des Betriebssystems Probleme. Das System blieb schon zu Beginn hängen, das Bild war merkwürdig verzerrt und ich kam nicht mal mehr ins BIOS.
Der Support von Gigabyte vermutete zunächst ein defektes Netzteil. Da das Board aber mit einem anderen Netzteil ebenfalls zickte, konnte ich das ausschließen. Offensichtlich war das Mainboard defekt und musste eingeschickt werden.
Ein repariertes Mainboard ist leider niemals bei mir angekommen, sondern nur diese Mail vom Shop:
Hallo.
der Hersteller hat sich soeben bei uns gemeldet, das Board ist nicht
mehr reparabel und wir bekommen eine Gutschrift.
Sollen wir Ihnen den Betrag dann überweisen (bitte dann Bankverbindung
nennen) oder sollen auch wir eine Gutschrift erstellen und Sie bestellen
andere Ware in unseren Shop?
Mit freundlichen Grüßen…