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REPORT: Saubermann Bing - geheimer Porno-Modus enthüllt

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Wie weit geht eigentlich der Suchmaschinen-Gigant Google, wenn es pornografisch wird? In diesem Zusammenhang sollte man eine Geschichte kennen, die sich 2007 ereignet hat.

Tobias Huch stinkt es gewaltig, dass ausländische Webseiten keine Altersverifikation haben. Porno-Anbieter wandern deshalb zunehmend aus Deutschland ab, aber Huch verdient seine Kohle mit eben dieser Altersverifikation (http://www.ueber18.de). Aus diesem Grund hat er Ende 2007 den Internetanbieter Arcor dazu "gezwungen", seinen damals rund 2,4 Millionen Kunden den Zugang zu Youporn zu sperren.

Arcor tat das freiwillig - aber nur kurzzeitig. Die Sperre erwies sich als problematisch, weil dabei auch "saubere" Internetseiten weggefiltert wurden und im Hinblick am "Porno-Interesse" hätte Arcor mit dieser Aktion wohl auch diverse Kunden verloren. Im zweiten Schritt wollte Tobias Huch noch viel weiter gehen und (erstmal) wiederum Arcor dazu zwingen, den Zugang zu Google abzuklemmen, weil sich über Google Porno-Seiten ohne Altersverifikation finden lassen.

Bis heute ist umstritten, welche Absicht Tobias Huch mit seinen Aktionen wirklich verfolgt hat. Wollte er erzwingen, dass ausländische Sexseiten abgeklemmt werden, damit in Deutschland nur noch "deutsche Sexseiten" mit Altersverifikation genutzt werden können und damit auch deutsche Anbieter eine bessere Chance haben Kohle zu verdienen? Oder wollte er klarmachen, dass die Altersverifikation in Deutschland sinnlos ist und weg muss, damit auch deutsche Anbieter im weltweiten Internet-Erotik-Markt endliche effektiv mitmischen können?

Im Internet gibt es diverse Foren (auch deutschsprachige) wo sich Adult-Webmaster austauschen, also Leute die Sexseiten betreiben oder beabsichtigen dies zu tun. Wenn dort ein Neuer reinkommt und fragt, wie man am bestens ins Adult-Internet-Business einsteigt gibt es eigentlich immer einen eindeutigen ersten Rat: "Probier es nicht in Deutschland".

Kurzum: Die Altersverifikations-Pflicht besteht in Deutschland unverändert und auch der Zugang auf ausländische Sexseiten ist unverändert kein Problem, weil sich die halt nicht mal so eben "wegfiltern" lassen. Die Jugenschützer stecken im Dilemma und können eigentlich nur ratlos zugucken.

Google bemüht sich ungeachtet der Diskussionen längst um eine "freiwillige" Selbstkontrolle. So wird beispielsweise seit 2007 das berüchtige Youporn-Portal von Google nicht mehr indiziert (und auch andere einschlägige Porno-Portale scheint Google zu ignorieren). Kritisch bei Suchmaschinen sind vor allem die Mechanismen, mit denen sich Bilder und Videos suchen lassen.

Wird in der Google-Bilder-Suche nach dem Stichwort "porno" gesucht, gibt es beispielsweise diese Resultate:

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Google-Bilder-Fundergebnisse bei Suche nach "porno". Es werden rund 1,1 Millionen Bilder gefunden. Egal wie weit man "blättert", pornografische Bilder werden keine gefunden. Zwar gibt es durchaus Bilder mit Bezug zum Stichwort, aber halt nicht das, was man sich unter einem Porno-Bild eigentlich vorstellt. Auch eine Video-Suche nach "porno" liefert wie die Bilder-Suche nur harmloses Zeugs.

Tatsächlich suchen viele bei Google in einem "zensierten Modus", ohne es überhaupt zu bemerken:

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Auf der Bilder-Fundseite ist hier oben unter dem Suchfeld der Hinweis "Moderater SafeSearch ist aktiviert" eingeblendet. Diesen Hinweis gibt es erst nach Ausführen einer Suche, nicht unter dem Suchfeld auf der Google-Startseite.

Standardmäßig ist Google so voreingestellt, dass "extrem schmutzige" Inhalt gefiltert werden. Wird also ein Browser neu installiert, dann befindet sich Google automatisch im zensierten Modus. Per Klick auf den Hinweis-Dialog (oder per Klick auf "Einstellungen") lässt sich der Zensurlevel ändern:

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Google-Einstellungen. Unten gibt es einen Bereich namens "SafeSearchFilter". Dort gibt es die drei Optionen "Strikte Filterung", "Moderate Filterung" und "Keine Filterung".

Wer "volles Programm" haben will und "Meine Ergebnisse nicht filtern" wählt, kriegt einen Hinweiskasten eingeblendet:

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Google informiert: "Bilder, deren Anzeige aus rechtlichen Gründen (insbesondere aus Gründen des Jugendschutzes) nicht zulässig ist, werden Ihnen nicht angezeigt."

Im Hinweis teilt Google auch mit, dass es dennoch vorkommen kann, dass Bilder gefunden werden, die für Minderjährige nicht geeignet sind. Eine Suchmaschine ist halt nicht hundertprozentig "filterbar".

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Nach Ausschalten des Filters, werden beim Stichwort "porno" rund 2,5 Millionen Bilder gefunden (mit Filter 1,1 Millionen). Die Bilder wurden hier natürlich wie überall in diesem Report "verwischt". Konkret ist es nach Deaktivierung der Filterung allerdings ziemlich aus und vorbei mit "anständig", Google liefert "volles Programm".

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Auch bei der Video-Suche wird es nach Ausschalten des Filters schmutzig: Google findet 385.000 Porno-Clips.

Strenggenommen wird es bei der Sexvideo-Suche per Google nicht nur schmutzig, sondern elend dreckig:

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Die meisten von Google-Video gefunden Porno-Clip-Links führen zu Webseiten die sehr dubios sind. Die fordern beispielsweise auf, dass ein bestimmter "Player" oder eine spezielle "HD-Flash-Version" zum Abspielen installiert werden muss. Und gleichzeitig versuchen zig Seiten auch gleich noch direkt per Schadcode einen Trojaner ins System zu schaufeln (siehe Virenwächter-Alarmdialog im Bild).

Beim Checken des von Google angebotenen Videoangebots fanden sich eigentlich nur Seiten wie http://hd.youpornz.net und http://provideozz.com, die längst als einschlägige gefährliche Malware-Seiten bekannt sind. Leider scheint Google seine "Videosuche" bei Pornos nicht sehr gut mit bekannten "Malware-Listen" abzugleichen (beziehungsweise gar nicht).



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