Festplatten-Kühler

Festplatten und Zubehör - die Fakten

Preisbewusste Anwender unterscheiden immer zwischen zwei Plattenarten: blitzschnellen teuren Platten für das Betriebssystem und möglichst großen, möglichst billigen Platten für Datenarchivierung. Von Michael Nickles.

Konkret: Wenn Du ein paar hundert Stunden DivX-Video auf eine Platte knallen willst, dann reicht es aus, die Platte zu kaufen, die am meisten GByte fürs wenigste Geld bietet. Die Geschwindigkeit bei so einer 'Video- oder Musik-Archivierungsplatte' ist nicht so wichtig - auch die allerlahmsten Platten sind für die Datenraten bei Video und Musik zigfach ausreichend. Und: 'Langsamere Platten' sind nicht nur meist deutlich billiger, sondern meist auch leiser. Und: Da langsamer, tritt weniger mechanische Belastung auf, die Platte wird weniger heiß und auch eine höhere Lebensdauer ist somit angesagt. Es ist also Quatsch, bei Festplatten nur auf die Geschwindigkeit zu gucken.

Festplatten - die Kaufkriterien

Generell kommt es beim Kauf einer Festplatte auf folgende grundsätzliche Dinge an:

Kaufkriterium Bemerkung
Anzahl Scheiben In einer Festplatte können mehrere Magnetscheiben drin sein, es kann auch nur eine einzige sein. Über die Leistung einer Platte sagt die Anzahl der Scheiben nichts aus.
Datendichte Das ist ein wichtiger Faktor: Die Datendichte sagt aus, wie 'eng' die Daten auf einer Magnetscheibe der Platte angeordnet sind. Je enger, desto mehr Daten kann der Lesekopf pro Umdrehung lesen.
Drehzahl Einerseits bedeutet eine höhere Drehzahl eine bessere Leistung: aber nur, wenn die Datendichte bei den verglichenen Platten identisch ist. Eine Platte mit sehr hoher Datendichte kann bei viel geringerer Drehzahl viel schneller sein als eine Platte, die zwar schneller dreht, aber eine geringere Datendichte hat.
Akustikmanagement Jede moderne Platte sollte 'Akustikmanagement' haben: Das heißt, es gibt ein Tool, mit dem sich die Platte in einen leisen Betriebsmodus umschalten lässt. 'Leiser' kostet zwar Leistung, aber es ist halt leiser. Praktisch, wenn ein PC als Multimedia-Homeserver mit üppiger Plattenbestückung geplant ist.
SMART Heute selbstverständlich: Jede moderne Platte beherrscht die 'SMART'-Selbstdiagnose-Technik.
Anzahl Platten Bedenke immer: Die Datensicherheit ist bei zwei Platten immer größer als bei einer. Es ist also unter Umständen schlauer, zwei 50-GByte-Platten als eine 100er zu kaufen. Preisunterschied gering, Sicherheitsteigerung enorm.


Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Es gibt immer sehr gute Zeitpunkte, eine Festplatte anzuschaffen, und sehr schlechte. Um das zu kapieren, musst Du die Strategie kennen, mit der Festplattenhersteller ihre Festplatten entwickeln:

1. Datendichte: In erster Line versuchen die Techniker, möglichst viele Daten auf einer Magnetscheibe unterzubringen. Es wird also angestrebt, immer höhere Datendichten zu erreichen.

2. Gesamtkapazität: Ist eine neue Datendichten-Klasse bei Einzelscheiben erreicht, entsteht eine neue Plattengeneration. Um die Kapazitäten zu erhöhen, werden immer mehr Scheiben in eine Platte gepackt - bei vier ist in der Regel Schluss. Dann haben die Techniker meist bereits die nächste Datendichten-Generation fertig, das Spiel beginnt von vorne.

3. Drehzahl: Parallel zu Entwicklungspunkt 2 wird versucht, möglichst hohe Drehzahl zu erreichen, also mehr Gesamtleistung.

Hat eine Festplatten-Modellreihe das Maximum erreicht, also maximale Datendichte und höchste Drehzahl, dann sind diese 'High-End'-Modelle meist am kritischsten, weil die Mechanik am Anschlag ist. Es ist also schlau, nicht immer die neueste größte Platte zu kaufen, sondern lieber eine, die sich bereits ein halbes Jahr am Markt bewährt hat.

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