DOS
DOS gehört zu den Oldtimern schlechthin. Entsprechend rigide gibt es sich
bei der Systemumgebung, die es zum
Booten erwartet. DOS will grundsätzlich
nur von der ersten Festplatte aus der ersten (sichtbaren) primären Partition
starten.
Eine Ausnahme ist MS-DOS ab Version 6, das auch von der zweiten Festplatte
startet. Einzelne Bootmanager wie XOSL bieten eine Option, um den Bootsektor
der zweiten Festplatte zu manipulieren - damit starten dann auch ältere
MS-DOS-Versionen von der zweiten Platte. Der Knackpunkt dabei ist ein
Eintrag im Bootsektor, der der Laufwerksnummer entspricht. Für die erste
Festplatte ist hier 80h (dezimal 128) eingetragen. Formatierprogramme von
Microsoft tragen diesen Wert auch auf dem zweiten Laufwerk ein, statt
korrekt 129. Diesen Eintrag manipulieren die Bootmanager.
Die Startpartition von DOS muss das Laufwerk sein, das in der Nummerierung
von DOS den Buchstaben C erhält. Näheres dazu finden Sie unter
Laufwerksbuchstaben. In der Praxis bedeutet das,
dass alle primären Partitionen vor der DOS-Partition versteckt sein müssen.
Das gilt natürlich für Partitionen, deren
Dateisystem DOS erkennt, also
FAT16. Eine NTFS-Partition würde DOS beim Booten schlicht ignorieren.
Da MS-DOS nur FAT16-Partitionen unterstützt kann es nur von einer Partition
innerhalb der ersten zwei GByte der Festplatte starten. Bei älteren
DOS-Version vor 4.0 ist diese Einschränkung durch die Programmierung des
DOS-Kerns vorgegeben. Bei jüngeren DOS-Varianten enthält das Ladeprogramm im
Bootsektor der
Partition einen Fehler. Deshalb können manche Bootmanager wie
Vamos solche DOS-Version auch aus Partitionen zwischen 2 und 8 GByte
starten.
Laufwerksbuchstaben
Auf den ersten Blick ist die Sache mit den Laufwerksbuchstaben, die alle
Microsoft-Betriebssysteme verwenden klar. Laufwerk A und B sind die
Diskettenlaufwerke, Laufwerk C ist die Windows-Partition mit dem
Betriebssystem. Danach kommen die restlichen Laufwerke. Wenn Sie aber schon
einmal eine zweite Festplatte eingebaut und darauf eine primäre Partition
angelegt haben wissen Sie, dass es so einfach nicht ist. DOS sowie Windows
95/98/ME folgen einem strikten Schema. Der Reihe nach erhalten die
Partitionen und logischen Laufwerke bei einem reinen DIE-System ihre
Buchstaben angefangen bei C:
1. Primäre Partitionen auf Festplatte 1, in der Reihenfolge des Eintrags in
der Partitionstabelle
2. Primäre Partitionen auf Festplatte 2, in der Reihenfolge des Eintrags in
der Partitionstabelle
3. Primäre Partitionen weiterer Festplatten
4. Erstes logisches Laufwerk auf der ersten Festplatte
5. Weitere logische Laufwerke der ersten Festplatte
6. Erstes logisches Laufwerk auf der zweiten Festplatte
7. Logische Laufwerke weiterer Festplatten
8. Wechsellaufwerke wie Iomega Zip oder Firewire-Festplatten etc.
9. CD-Laufwerke in der Hardware-Reihenfolge am IDE-Bus
Bei SCSI-Festplatten und -CD-ROM sieht die Sache anders aus. Hier ersetzt
die zugeteilte SCSI-ID die Hardware-Reihenfolge am IDE-Bus. Bei gemischten
Systemen mit SCSI- und IDE-Festplatten hängt die Reihenfolge von den
Boot-Einstellungen im
BIOS ab.
Der Einbau einer zweiten Festplatte beeinflusst die Reihenfolge der
Laufwerksbuchstaben. Enthält die zweite Platte eine primäre Partition, so
verschieben sich die Buchstaben eines logischen Laufwerks der ersten Platte.
Damit sind eventuell installierte Programm nicht mehr lauffähig. Sie
vermeiden den Effekt, wenn Sie auf der zweiten Festplatte nur eine
erweiterte Partition mit einem logischen Laufwerk anlegen.
Bei
Windows NT/2000/XP dürfen Sie die Laufwerksbuchstaben über die
Datenträgerverwaltung für jedes Laufwerk getrennt einstellen. Ohne diese
Einstellungen folgen diese Betriebssysteme weitgehend dem Schema von DOS.