DVDs werden im vergreisten MPEG2-Format ausgestrahlt, das Format der Zukunft ist allerdings schon lange MPEG4. Praktisch alle Videos die im Internet digital transportiert werden, kommen im MPEG 4 Format. DivX, XVid, Apple's Quicktime, Microsoft's WMV - alle diese Videoformate sind mehr oder weniger "MPEG 4". Generell ist MPEG4 standardisiert, aber es gibt dennoch zig Varianten.
Typischerweise wird bei DVD-Playern mit Dingen wie "MPEG 4" und "DivX" geworben. Pi mal Daumen heißt das: Der Player kann .AVI-Dateien abspielen, die mit DivX, XVid oder einem verwandten Codec komprimiert wurden. Mit Apple-Quicktime können Player typischerweise nichts anfangen, Microsoft's WMV wird bislang nur sehr kümmerlich unterstützt.
In der Praxis sieht die Sache schließlich so aus: Du hast irgendeine Scheibe mit einem "DivX"-Video rumliegen und schiebst sie in den Player rein.
Rumms: Beim Start eines "Div 5.n" Videos meldet der "DivX 5.n taugliche" Player plötzlich "GMC: UNSUPPORT FORMAT". Mit "unsupport" ist "unsupported " gemeint.
Nach bzw während der GMC-Fehlermeldung stürzt der Player entweder ab, oder das Video wird unbrauchbar abgespielt: Stotternde Bildwiedergabe, große Mosaik-Effekte bei der Wiedergabe, ständiger Zusammenbruch des Bildaufbaus.
Das Problem: DivX-Videos können optional mit den Verfahren "GMC" und "Q-Pel" codiert werden.
|
MPEG4-Faktor
|
Tipp
|
|
GMC - Global Motion Compensation
|
Diese Technik dient dazu, bei großflächigen bewegten Bildelementen besser komprimieren zu können, also Speicherplatz einzusparen. Experten können stundenlang darüber streiten, ob GMC gut oder schlecht ist. Generell ist es, dass GMC zwar "ein bisschen" Speicher spart, aber keineswegs das Bilderlebnis verbessert! Gerade bei schnell bewegten großen Bildflächen kommt es zu störenden "Wischeffekten". Diskussionsstreitpunkt ist hier also, ob die Ersparnis bei der Datenmenge, der Verlust beim Bilderlebnis rechtfertigt.
|
|
Q-Pel- Quarter Pixel
|
Bei dieser Methode wird beim Codieren eines Videos vereinfacht ausgedrückt "genauer gerechnet". Quarter Pixel meint, es wird auf ein viertel Pixel genau gerechnet. Das soll mehr Bildschärfe bringen, muss aber nicht! Je nach Ausgangsmaterial bringt Quarter Pixel ein bisschen mehr Bildqualität oder es führt zu Qualitätsverlust. Auch das ist Stoff, über den Experten Stunden streiten können.
|
Ende 2005 war es noch so, dass nur die sehr wenige DivX-Player die Methoden GMC und Q-Pel beherrschten, 2006 kann sich die Situation bessern. Dann werden die MPEG4-Bastler allerdings mit Sicherheit schon die nächsten Methoden ausgetüftelt haben, die neuen Kompatibilitätsstress machen.
Unter Strich sieht es so aus: Wer Videos selbst codiert und will, dass sie stresslos auf Standalone-Playern laufen, der sollte auf GMC und Q-Pel (und auch sonstige kommende neumodische MPEG4-Schnickschnacks) verzichten. Bereits mit "normaler" MPEG4-Codierung werden heute erstklassige Ergebnisse erzielt, GMC und Q-Pel sind eigentlich nicht nötig! Es gibt UNZÄHLBAR viele Filme die in erstklassiger Qualität auf CD-typische 700 MByte gequetscht wurden und die dafür keinerlei Schnickschnack benötigen. Es wird Zeit, dass sich die MPEG4-Macher mal damit abfinden, dass das existierende MPEG4 - zumindest für Nicht-HDTV-Material - einen prima Qualitätsstand erreicht hat. Es ist nicht mehr nötig, noch brutaler zu komprimieren um eine halbe Hand voll Bytes einzusparen.
Xoro HSD4000: Das war Ende 2005 einer der ersten preiswerten Player, die auch mit GMC und Q-Pel bei MPEG4 klarkamen. Ladenpreis: Ca 80 Euro. 2006 dürften auch Billigplayer in der 40-50 Euro Preisklasse GMC und Q-Pel unterstützen.
Im Internet transportierte Filme kommen in zig DivX-Versionen. Bereits seit Ende 2004 wird eifrig GMC eingesetzt, es kommen also bereits sehr viele DivX-Videos die GMC fordern. Wer beim Abspielen eines Filmdownloads auf dem Standalone-Player keine böse Überraschung erleben will, MUSS beim Player wert auf GMC-Tauglichkeit legen - unangeachtet der Diskussion um Sinn und Nutzen von GMC.
Beim Begutachten einer DivX-Player-Verpackung sollte also schon im Vorfeld auf GMC-Kompatibilität geachtet werden. Hersteller, die GMC können, werben in der Regel auch damit! Befindet sich bei einem Player nur ein simples "DivX"-Logo ohne weitere Angaben, ist davon auszugehen, dass dieser Player NICHT GMC-tauglich ist.